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Kristina Vogel: Wie steht man wieder auf, wenn man nicht mehr laufen kann?

Die Spitzensportlerin Kristina Vogel hat uns ein Mini-Interview für dieses Format gegeben.

Kristina Vogel ist 28 Jahre alt,  Bahnradsportlerin, Olympionikin und mehrfache Weltmeisterin. Sie ist die erfolgreichste Bahnradsportlerin. Der Bahnradsport sind Radrennen, die auf einer Radrennbahn gefahren werden; diese Bahn wird gegen den Uhrzeigersinn befahren.

Im Jahr 2009 hatte Kristina Vogel einen Unfall im Straßenverkehr. Ein Polizist fuhr sie an, Kristina wird schwerverletzt und kämpft sich zurück: ins Leben, in den Wettkampf. Nach dem Unfall holte sie drei Goldmedaillen auf ihrem Rad.

Dann – im Sommer 2018 – der zweiter Unfall – ein Trainingsunfall. Ein holländischer Bahnradsportler fährt auf der gleichen Trainingsbahn wie Kristina Vogel. Sie knallt in sein Rad. „Das war wie mit 60 km/h gegen eine Mauer zu fahren, ich hatte keine Chance.“ 

Sie liegt am Boden und bittet einen Kollegen, ihre Hand zu halten. Einen anderen Kollegen bittet sie, ihr die Schuhe auszuziehen. Sie sieht, wie er mit ihren Schuhen weggeht und spürt nichts. „Da wusste ich: Das war’s mit dem Gehen. Das war’s mit meiner Karriere.“ 

Der junge Holländer, in dessen Rad sie raste, hat sich bis heute nicht bei ihr gemeldet. Sie sagt, sie hege keinen Groll gegen ihn. Was würde das auch ändern in dieser Situation?

Nach dem Unfall gibt es eine Nachrichtensperre. „Ich war unglaublich verletzlich, habe die Zeit für mich gebraucht, um alles zu verarbeiten“, erzählt Kristina ein paar Wochen später in der Sportschau.

Nach der Sperre ist Kristina in TV-Sendungen zu Gast und gibt Interviews in Printmedien. Markus Lanz fragt Kristina im Fernsehen nach den dunklen Momenten. „Na klar“, antwortet sie: „Nur was nützen die?“ In der Sendung ‚Im aktuellen Sportstudio‘ fragt Dunja Hayali sogar, ob Kristina an Selbstmord gedacht hätte, die reagiert entsetzt: „Nein! Nie!“ Aber ja, über eine Beinamputation hätte sie nachgedacht. Das würde ihr Leben bestimmt vereinfachen, aber die gehören doch irgendwie auch immer noch zu ihr. 

Wir haben Kristina Vogel gefragt, woher sie Zuversicht nimmt und für Sie das Wichtigste ist. Herzlichen Dank!

Liebe Kristina Vogel, woher Zuversicht nehmen, wenn einem etwas Großes und Fürchterliches zustößt?

Weil es besser wird, wenn man dran glaubt und auch dafür arbeitet.  Dinge passieren in Leben nun mal, es liegt aber an uns, was daraus wird.

Wie steht man wieder auf und woher nimmt man die Kraft, weiterzumachen nach einem einschneidenden Erlebnis? 

Indem man einfach erst mal anfängt. Aller Anfang ist schwer, man muss aber beginnen. 

Was ist das Wichtigste im Leben? Für Sie ganz persönlich?

Freude und Lachen!

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