Wird den Menschen dieser Welt, die tatsächlichen Verlust erleiden, genug Mitgefühl entgegen gebracht?

Gedanken zum Thema Verlust. Ein Beitrag von Lukas Mietau

Verlust sucht Menschen in unterschiedlichsten Situationen heim. Manche erleiden persönlichen Verlust, andere finanziellen. Vor Verlust ist niemand sicher und auch wenn ich das Gefühl habe, bis zum heutigen Zeitpunkt von wirklich schwerwiegendem Verlust verschont geblieben zu sein, versuche ich denen, die eben jenen Verlust erlitten haben, mit Verständnis und Mitgefühl entgegen zu treten. Aber die Frage, die mich bei der Auseinandersetzung mit dem Thema nicht losgelassen hat, zielt genau darauf ab:

Wird den Menschen dieser Welt, die wirklichen Verlust erleiden, genug Aufmerksamkeit und Mitgefühl entgegen gebracht?

Aber was meine ich damit? Was bedeutet „wirklicher Verlust“?

Zunächst ist Verlust und insbesondere die Schwere eines Verlustes etwas sehr subjektives. Was für den einen ein großer Verlust ist, wirkt auf den anderen überzogen. Das hat in erster Linie etwas damit zutun, wie Menschen ihren Besitz priorisieren. Dann ist Verlust auch immer etwas Relatives. Man vergleicht den eigenen Verlust (genauso wie den eigenen Gewinn) unweigerlich mit dem anderer.

Ich habe mir mit dieser Aufgabe sehr viel Zeit gelassen. Nicht, weil ich prokrastiniere. Zumindest nicht nur. In erster Linie weil ich es für absurd hielt, über meinen oder den Verlust anderer sich auf einem ähnlichen Lebensstandard befindenden Menschen in meinem Umfeld zu philosophieren, während Menschen auf der ganzen Welt viel mehr verlieren, obwohl sie sowieso schon weniger hatten.

Ich sitze in der Schule, meiner Familie und meinen Freunden geht es weitestgehend gut, wir sind finanziell abgesichert und fühlen uns in unserer Situation sicher. Bei meinen Überlegungen kam ich also zu dem Entschluss, nicht über meine Verluste zu berichten, die sich überwiegend auf kleinere Verluste wie das Verlieren eines Schlüssels oder ähnliches beschränken. Stattdessen wollte ich auf etwas aufmerksam machen.

Darauf, dass diese Gesellschaft ihre Dankbarkeit verloren hat und dabei vergisst, wie das Leben von Millionen Menschen von Verlusten geprägt ist.

Ich möchte dazu beitragen, dass Verlust wieder relativ gesehen wird. Dass die Menschen, denen es gut geht bei eigenen kleineren Verlusten nicht vergessen, was sie haben und eben jene Menschen, die große Hürden überwinden müssen nicht vergessen werden. Zusätzlich verlieren manche Menschen etwas, ohne es zu merken, was aber für Außenstehende sofort ersichtlich ist. Auch darauf werde ich eingehen.

Wie schon erwähnt, erfahren täglich Millionen Menschen Verlust. In meiner Auseinandersetzung versuche ich, in Form einer Collage, auf die Gruppen aufmerksam zu machen, für die in den letzten Jahren Verlust etwas Alltägliches geworden ist.

Zum gesamten Dokument https://rokostdotorg.files.wordpress.com/2021/01/kunst_projekt_lukas.pdf

igsroschuelerzeitung

Schülerblog der IGS Roderbruch

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