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Poetryslam von Wjera Bajraktari

Wir die Zukunft

Weißt du wovor ich Angst habe?

Dass später über uns Büchern steht,

dass wir sie verpasst haben – die Aufgabe.

Und dass wir Egoisten waren,

denn wir kannten die Gefahren.

Dass wir die Fakten und Folgen wussten

und uns nicht geschert haben, obwohl wir mussten. 

Dass das Einzige, was für uns zählte, Geld und Konsum war

und dass wir keinen Gedanken verschenkt haben an den Nachfahr.

Dass sie für uns in Ordnung waren, die Opfergaben.

Und wir jeden Tag mit dem Gewissen gelebt haben, 

dass dies vielleicht das Ende ist.

Und uns egal war, ob sich was ändert,

denn uns ging es ja gut.

Dass wir weniger mit Wehmut,

eher gelebt haben mit Gleichmut.

Dass über uns gesagt wird, die Zukunft unserer Kinder war uns egal.

Und ich habe Angst vor der Qual,

wenn meine Kinder mich fragen,

warum wir es nicht wenigstens für sie getan haben.

Und das das schlechte Gewissen anfängt an mir zu nagen.

Vielleicht werden wir es verleugnen und sagen wir haben es nicht gewusst.

Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, 

dass gelogen wird so bewusst.

Aber das können wir nicht sagen,

denn so eine große Lüge kann niemand tragen.

Wir können nicht sagen, Abtreibung sei moralisch nicht vertretbar

und Mutter Erde die Luft zum atmen nehmen, ohne Kommentar.

Wir können nicht sagen, wenn ich was änder’,

bringt das nichts, da sind ja noch die ganzen ander`n Länder.

Aber sobald wir Teil der Lösung sind,

sind wir nicht mehr Teil des Problems und was Besseres beginnt.

Aber ich will sagen können,

ganz ehrlich und besonnen,

dass das Einzige was für uns zählte, nicht Geld und Konsum war.

Und wir jeden Gedanken geschenkt haben an den Nachfahr.

Dass über uns gesagt wird, die Zukunft unserer Kinder war uns nicht egal.

Und das ich keine Angst habe vor der Qual,

wenn meine Kinder mich fragen,

wie es war, Hand in Hand für sie gekämpft zu haben.

Aber ist es nicht paradox, dass die, die uns lehrten,

die Fehler der Geschichte nicht wieder zu machen,

nun dort stehen und über uns kopfschüttelnd lachen?

Dass die, die uns lehrten, die Flügel zu nutzen,

versuchen uns diese jetzt wieder zu stutzen?

Lasst uns die Welt verändern

und jedes unserer Nachbarländer.

Obwohl niemand vermag uns das zuzutrauen,

am Ende sind es die, die bei uns als Vorbild abschauen.

Denn eines vergessen sie immer wieder,

wir sind die Zukunft, die gerade erst anfängt zu strecken die Glieder.

Sie haben als Priorität die Wirtschaft,

aber wir sind die Kundschaft.

Und wir haben die Macht, um unsern Kindern zu sagen,

ohne jegliches Zagen:

ich habe alles getan was in meiner Macht steht,

um dein Erbe zu retten,

den Erdplanet.

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