Die etwas andere Seite der Bücherei

Auf dem Bett sitzend mit einem Buch in der Hand.

Viele haben dann ihr eigenes Bild im Kopf. Von den Geschichten und Abenteuern, in denen sie und wir versunken sind. Die uns mit Spannung, Freude, und Verbundenheit irgendwie unzählige Male aufs Neue gepackt haben. Von Zeit zu Zeit wechselten die Bücher zwar, aber unsere Lieblinge blieben bestehen und es lohnt sich immer, sie noch ein weiteres Mal zu lesen.

Niemand vergisst so schnell sein erstes Lieblingsbuch und deshalb ist es umso schöner, nach mehreren Jahren wieder in diese Zeit zurückzukehren, in welcher Greg dem Käsefluch entkommen wollte, die Bauernhoftiere Freundschaften geschlossen haben und Donald mit Mickey durch Entenhausen geschlendert ist.

Wieder in diese Zeit zurückzukehren, verursacht bei mir immer ein Gefühl des Wohlfühlens und lässt mich, wenn auch nur für kurze Zeit, in mein früheres Ich zurückkehren. Doch schnell merke dann auch ich, dass es mehr als nur diese Bücher gibt, die ich jedes Jahr geschenkt bekommen habe und die irgendwann nicht mehr meinen Interessen entsprachen. Also mache ich mich selber auf den Weg in die Bücherei. Auf der Suche nach neuen packenden Geschichten, die mich mitreißen wie meine alten Lieblinge. 

Ich ließ also die Regale mit Geschichten über Mädchen mit roten Kappen, verlorenen Schuhen oder langen Haaren hinter mir und entdeckte andere, neue und spannende Seiten der Bücherei, die ich vorher nie so wirklich wahrgenommen habe. Die Bücher dort waren viel dicker als alles, was ich bisher kannte und wirkten dadurch zunächst ein wenig abschreckend. Aber duch die schön gestalteten Cover und die spannenden Klappentexte legte sich dies einigermaßen und ich versuchte mich an einigen von ihnen. Durch diese neu entdeckten Regale öffnete sich eine komplett andere, faszinierende Welt und es war vollkommen egal, ob Götter, Engel, Zeitreisende oder Schattenjäger die Hauptfiguren gaben. Die Hauptsache war, dass ich komplett in den Büchern versunken bin und alles um mich herum ausgeblendet habe.

Die Geschichten packten mich auf eine andere Art und Weise, wie es meine früheren Bücher getan haben und jedes Buch warf neue Frage auf. Finden die beiden Halbgötter zusammen oder lösen sie einen Krieg aus? Was passiert mit dem Mädchen, welches alle 16 Jahre auf die Liebe ihres Lebens trifft und daran stirbt? Und was ist mit den beiden Zeitreisenden und ihrem Wasserspeier-Dämon? Oder was geschieht mit den Schattenjägern, die angeblich Geschwister sein sollen? Die Liste an Wünschen und Empfehlungen wurde immer länger und so natürlich auch die Liste der Fragen in meinem Kopf, die mich dazu zwangen weiter zu lesen. Der Leseplatz breitete sich aus und expandierte auf das Sofa und in die Schule. Das Bett blieb zwar, aber es fügten sich ein Tee und ein Teelicht hinzu. 

Die Zeit, um in meine Bücherwelt einzutauchen, wurde von Jahr zu Jahr knapper und die Staubschicht auf meinen neuen liebgewonnen Büchern dicker. Doch trotz alledem fand sich immer mal wieder die Zeit, um zurückzukehren. Irgendwie fanden Bücher und Ich trotz vieler Schwierigkeiten bisher immer wieder zusammen.

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