Flusi hat meine Socken geklaut!!!

Wer kennt es nicht? Schon wieder fehlt beim Anziehen plötzlich ein Kleidungsstück. Sei es ein Handschuh, ein Schuh oder ein Socken. Die Frage von den Eltern, wo man die Sachen denn bitte diesesmal verloren habe, ließ dann nicht lange auf sich warten. Ich gebe es ja schon irgendwie zu, dass ich die meisten Sachen wohmöglich irgendwie irgendwo verloren habe. Aber nicht meine Socken! Diese hat Flusi immer geklaut. Anders konnte es gar nicht sein.

Dieser festen Überzeugung war ich früher jedes Mal, wenn mir wieder mal eine Socke gefehlt hat. Dies rührte durch mein absolutes Lieblingsbuch als Dreikäsehoch: Flusi das Sockenmonster, ein kleines blaues Etwas, das am liebsten von Socken umgeben ist und einem diese klaut, um seine Sockenhöhle zu erweitern. Ich war förmlich in die Geschichte von diesem frechen Fusselding verliebt. Morgens, mittags, abends wollte ich die Geschichte von Flusi hören. Selbst Nachts schlich ich mich heimlich aus dem Bett, kramte das Buch und eine Taschenlampe heraus und betrachtete die Bilder neben den – für mich noch unlesbaren – Texten. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass auf der letzten Seite des Buches immer ein Bild von den vielen verschiedenen Sockenmonstergesichtern zu sehen war. Nicht aber Flusi: mein Lieblingssockenmonster zierte die letzte Buchseite mit seinem Hinterteil. Und immer wenn ein Freund oder Verwandter zu Besuch war, musste er sich das Bild ansehen – massiv beeinflusst von meiner eigenen Begeisterung.

Wenn ich so zurückblicke, kann ich echt sagen, dass Flusi ein nicht unwesentlicher Teil meiner frühen Kindheit war. Als ich letztens auf das Kind von einer Freundin aufgepasst habe, sah ich dieses wunderschöne Buch im Schrank stehen. Mit kindlicher Freude nahm ich das Buch aus dem Regal und blätterte es durch. Alles war noch genauso, wie in meiner Erinnerung. Der zerzauste Flusi, seine Sockenhöhle und auch die letzte Seite! Flusis Hintern lächelte mich das erste Mal seit über 10 Jahren an. Es war einfach nur toll! Auch jetzt noch fühle ich, wenn ich an das kleine Sockenmonster denke, einen sehr schönen Teil meines Lebens wieder aufleuchten. Und darauf blicke ich mit einem freudigen Lächeln zurück.

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