In den Katakomben des Theaters

Ein Gastbeitrag von Mattes Kersting, Schülerzeitung „Profil“ Bad Harzburg 

Kennt ihr das auch? Man geht in das Theater, sieht das Foyer, den in Rot gekleideten Pagen, die ultrawichtigen Männer in Anzügen und den Club Mate Studenten mit dem reduzierten Ticket. Der erste Gong ertönt und macht sich in einer großen Schar auf den Weg in den Theater Saal. Hast du deinen Sitzplatz gefunden? Sitzt du bequem?
Na dann kann die Show beginnen! Das Theater ist zweifelsohne spannend und interessant, doch ein Blick hinter die Kulissen ist unbezahlbar. Na welch ein Glück, dass ich und meine Gruppe beim Schülerreporter 2.0 einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen des Schauspielhauses Hannover erhalten habe.

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Wenn man das große Foyer ignoriert und direkt geradeaus durch einen der unscheinbaren Türen geht, dann ist man erstmal erstaunt!

So viele Menschen hätte man eigentlich nicht erwartet. Es herrscht reges Treiben. Junge Leute, die höchstens 22 Jahre alt sind, wuseln umher. Türen gehen unvermittelt auf und Handwerker in Blaumännern gehen fröhlich lachend ihres Weges. Und da waren wir auch schon auf der ersten Station unseres Weges.

Die Probebühne! Einer der wichtigsten Orte im ganzen Theater Business. Hier üben die Schauspieler ihre Texte und ihre Schritte und besprechen alles Wichtige mit dem Regisseur. Da der Raum schon ziemlich groß ist, passen auch große Kulissen, Requisiten und einige Kisten koffeinhaltiger Getränke in den Raum. Hier findet man auch anderer merkwürdige Dinge wie zum Beispiel einen übergroßen Schwan und eine Pfeife rauchendes Baby. Wie es wohl sein muss ein ganzes Buch auswendig zu lernen und zu behalten. Das muss schon ein Knochenjob sein, denn da kann ein Schüler meistens nur mit dem Erlkönig antworten.

Unsere Reise ging weiter. Durch lange Korridore und Treppen erreichten wir die Cumberlandsche Bühne. Ein einsamer Techniker saß hoch erhoben Hinter den Zuschauerplätzen, hinter einer Armada von Schalttafeln, Kabeln und Bildschirmen und Programmierte die Lichter auf der Bühne. Wir machten es uns auf den gemütlichen Sitzen bequem und genossen die Lightshow auf den Kulissen eines antiken griechischen Tempels. Ich hätte eigentlich nicht gedacht das es zwei Bühnen im Schauspielhaus gibt. Aber man kann sich ja immer überraschen lassen.

Hättet ihr gedacht das im Schauspielhaus 400 Menschen arbeiten? Das sind fast so viele wie an unserer Schule. Die wollen natürlich auch versorgt werden. So hat das Theater seine eigene Kantine, die aber eigentlich ganz normal ist, bis auf die Tatsache das ein paar Leute mehr geschminkt und verkleidet waren. Ich dachte schon ich wäre bei der Motto Woche in unserer Schule.

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Was wäre ein Theater ohne große Bühne? Natürlich gar nichts. Deshalb darf ein Besuch bei dem Herz des Theaters nicht fehlen. Also Vorhang auf und das Schauspiel kann beginnen. Aufgeführt wurde das Stück Handwerker bei der Arbeit. Eine große Theatertruppe von knapp 15 Mann führte ein eingespieltes Stück auf und sogar ein echter Gabelstapler gehörte zu den Requisiten. Aufgebaut wurde ein großes Set und alle drei Hebebühnen waren in Arbeit.

img_4078Zack und ein Handwerker war wie vom Erdboden verschluckt und in einem 6 Meter tiefen Loch verschwunden und kurz darauf stand er 3 Meter über uns.  Um das ganze Geschehen in Szene zu setzen, wurden in der knapp 18 Meter hohen Oberbühne über 500 Scheinwerfer montiert. Zudem gab es eine große Menge an Seilen und Tauen, die Kulissen, Wolke und sogar Schauspieler in Windeseile hinauf oder hinabziehen können. An der Seite der Bühne ist ein großes Kommandopult versteckt, um die verschiedenen technischen Raffinessen zu bedienen. Als normaler Zuschauer sieht man davon natürlich nichts. Denn die Illusion soll für die bis zu 613 Zuschauer nicht zerstört werden.

Nun kam die letzte Etappe unserer Reise. Der Ort, an dem andere Menschen entstehen und zwar die Maske. Hier sind Spiegel an Spiegel aneinandergereiht und am anderen Ende des Raumes sind Regale voller maßgeschneiderter und in Handarbeit erstellter Perücke und Masken. Und natürlich dürfen die Schminksachen nicht fehlen. Das waren schon atemberaubend viele. Pinsel, Abdeckpuder und andere merkwürdige Sachen die ich noch nie gesehen habe, stapelten sich auf den Tischen.

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Das war leider schon der Abschluss unserer Reise, doch es war höchst interessant und es hat einen Heidenspaß gemacht, das Theater und seine Arbeit auf eine ganz andere Weise kennen zu lernen. Also wenn ihr das nächste Mal in das Theater geht, dann denkt immer daran, welch ein Aufwand es ist ein Stück dem Publikum zu präsentieren. Ich bedanke mich dafür, dass ich da sein durfte.

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