Erste Wahl im Leben: Wer wird Oberbürgermeister von Hannover?

Ein Beitrag von Tom und Luca aus dem Jahrgang 11.

Nach knapp sieben Jahren ist es wieder so weit. Die Oberbürgermeisterwahl in Hannover steht wieder an. Für viele Jugendliche ist es die erste Wahl jemals, an der sie selbst teilnehmen können. Für diese Jugendlichen stellt sich jedoch immer wieder die Frage: Was ist ein:e Oberbürgermeister:in überhaupt, was tut er/sie und wen vertritt er/sie?

Was macht ein:e Oberbürgermeister:in?

Ein:e Oberbürgermeister:in ist kein:e Abgeordnete:r, sondern wird direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt, leitet die Stadtverwaltung und führt den Vorsitz im Rat. Wie lang die Amtszeit ist, entscheidet jedes Bundesland selbst. In Niedersachsen sind es für alle, die ab dem 1. November 2026 ins Amt kommen, acht Jahre. Eine weitere Aufgabe des/der Oberbürgermeister:in ist es, den Rat, den Verwaltungsausschuss und die Stadtbezirksräte über wichtige Angelegenheiten zu unterrichten.

In Hannover hält aktuell Belit Onay das Amt des Oberbürgermeisters. Er vertritt die Partei B90/Die Grünen und tritt auch dieses Jahr wieder zur Wahl an. Viele Erstwähler stellen ebenfalls häufig die Frage: Welche Partei soll ich wählen und wer vertritt diese bei der Oberbürgermeisterwahl in Hannover?

Wer tritt an?

Zur Wahl in Hannover stellen sich folgende Parteien: Bündnis 90/Die Grünen, SPD, CDU, Die Linke und AfD. Neben diesen fünf treten vier weitere Bewerbungen an: Larissa Boch für Die PARTEI, Bruno Adam Wolf für die Piraten, Thorsten Meyer für Die Hannoveraner und Muammer Duran für DAVA. Damit stehen insgesamt neun Namen auf dem Stimmzettel.

Bündnis 90/Die Grünen

Bündnis 90/Die Grünen stellen dieses Jahr wieder Belit Onay als Kandidaten für den Oberbürgermeisterposten auf. Ihr Kommunalwahlprogramm 2026 priorisiert den Wechsel auf nachhaltigeren Verkehr und den Ausbau von kommunalen Wohnungsbeständen. Sie fordern Vorrang für den Verkehr zu Fuß, mit dem Rad und mit Bussen und Bahnen sowie eine Stadtbahnanbindung an den Neubau der MHH. Des Weiteren wollen sie die Digitalisierung fördern wie auch die Präsenz des Ordnungsdienstes im öffentlichen Raum.

SPD

Die SPD tritt dieses Jahr mit Axel von der Ohe an. Sie legt besonders Wert auf die Familienfreundlichkeit der Stadt. Des Weiteren lehnt sie die autofreie Innenstadt grundsätzlich ab, will jedoch einzelne Bereiche autoärmer machen. Sie will mehr regionale Dienstleistungen digital anbieten und KI zur Entlastung der Beschäftigten fördern. Die SPD fordert eine geförderte Miete von 9 Euro je Quadratmeter, 50 Millionen Euro zusätzliches Eigenkapital für die städtische hanova und eine konsequente Durchsetzung der Zweckentfremdungssatzung. Sie bekennt sich dazu, Hannover bis 2035 klimaneutral zu machen, und will die Präsenz des Ordnungsdienstes abends verstärken. Zum Thema Bildung und Schule äußert sie den Plan, Hauptschulen und Realschulen schrittweise in Gesamtschulen umzuwandeln.

https://spd-hannover.de

CDU

Die CDU stellt dieses Jahr Peter Karst zur Wahl auf. Die CDU legt Wert auf Kinderbetreuung und Digitalisierung. Ein wichtiger Punkt für sie ist eine lebendige Innenstadt und das Steigern der Lebensqualität in allen Stadtteilen. Des Weiteren setzt sie beim Thema Wohnen und Bauen auf zusätzliches Angebot statt strenger Regulierung.

Die Linke

Die Kandidatin für Die Linke ist Maren Kaminski. Für dauerhaft günstige Wohnungen setzt das Wahlprogramm der Linken auf kommunale und genossenschaftliche Wohnungsbaugesellschaften. Die Linke fordert außerdem verbindliche Zweckentfremdungssatzungen für alle Kommunen der Region. Öffentliche Aufträge für IT Dienstleistungen sollen nur an Unternehmen gehen, die Open Source Lösungen anbieten. Außerdem soll der Zugang zu Sozialleistungen auch digital möglich sein. Das Wahlprogramm der Linken lehnt ebenfalls eine auf Kürzungen gerichtete Planung der städtischen Einnahmen und Ausgaben ab. Zum Thema Bildung und Schule äußert sich Die Linke mit einer Forderung für Gemeinschaftsschulen bis zur 10. Klasse.

https://www.dielinke-hannover.de/start/kommunalwahlprogramm-2026

AfD

Die AfD stellt zur diesjährigen Wahl Jessica Schülke auf. Der Wahlausschuss der Landeshauptstadt ließ ihre Kandidatur am 23. Juli 2026 einstimmig zu, nachdem eine vom Innenministerium durchgeführte Prüfung Zweifel an ihrer Verfassungstreue geäußert und von einer Zulassung abgeraten hatte. Autofreie Zonen lehnt das Wahlprogramm der AfD ab. Es fordert ein Ende des Parkplatzrückbaus und mehr Parkmöglichkeiten. Des Weiteren sollen Radwege andere Verkehrsarten nicht behindern. Für Wohnraum fordert die AfD neue Bauflächen. Sie will die Zweckentfremdungssatzung, Stellplatzsatzung und Sozialwohnungsquote abbauen. Digitalisieren will sie die Stadt bis 2028. Außerdem fordert die AfD einen deutlich präsenteren Ordnungsdienst und Videoüberwachung unter anderem am Kröpcke, Steintor, Raschplatz und Ernst August Platz. Eine Erhöhung der Gewerbesteuer lehnt die AfD ab. Des Weiteren will sie Ausgaben reduzieren und kündigt Kürzungen unter anderem bei der Kulturförderung, der Wohnungsförderung sowie bei Integrationsprojekten an.

Wann, wo und wie wird gewählt?

Nun stellt sich für viele Jugendliche auch die Frage, wann, wo und wie man überhaupt wählen kann. Bei Kommunalwahlen in Niedersachsen darf wählen, wer mindestens 16 Jahre alt ist. Jede:r Wahlberechtigte bekommt vor den Wahlen eine Wahlbenachrichtigung. Auf dieser ist das Wahllokal zu finden, in welchem man seinen Stimmzettel ausfüllen kann. Die Wahl findet am Sonntag, den 13. September, statt. Die Wahllokale sind von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Es wird empfohlen, die Wahlbenachrichtigung mitzunehmen, sie ist aber nicht unbedingt notwendig, da man sich auch mit einem Personaldokument ausweisen kann, sofern man im Wählerverzeichnis steht.

Sollte am 13. September niemand mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten, findet am 27. September eine Stichwahl zwischen den zwei Kandidat:innen mit den meisten Stimmen statt.

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