Aus vielen Teilen gemacht

Zum Anlass des Weltfrauentages habe ich ein Interview mit meiner Mutter Natalie geführt. Der Weltfrauentag soll daran erinnern, wie wichtig die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist. Für viele Frauen verändert sich das Leben stark, wenn sie Mutter werden, da sie plötzlich viel mehr Verantwortung übernehmen müssen. Neben der Erziehung der Kinder müssen oft auch Haushalt, Familie und Beruf gleichzeitig organisiert werden.

Natalie ist seit 2009 Mutter eines Kindes und hat bis zu diesem Zeitpunkt in Vollzeit gearbeitet. Nach der Geburt hat sie eine 19-monatige Elternzeit genommen. Danach ging sie wieder arbeiten und konnte ihre Arbeitszeit auf vier Stunden pro Tag reduzieren, später auf sechs Stunden und schließlich wieder in Vollzeit arbeiten. Dadurch konnte sie Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren.

Durch die vielen Aufgaben war ihr Alltag sehr ausgefüllt und ihr Leben war in verschiedene Rollen aufgeteilt. Sie musste gleichzeitig Mutter, berufstätiges Familienmitglied und Frau sein. In unserem Interview erzählt sie von ihren Erwartungen vor der Geburt, von ihren Erfahrungen und von den Veränderungen, die sich durch die Mutterschaft ergeben haben.

Ich: Wie würdest du dich selbst als Person beschreiben, unabhängig von deiner Rolle als Mutter?

Natalie: Mein Name ist Natalie. Ich würde mich als einen aktiven und naturverbundenen Menschen beschreiben. Ich habe das Glück, einen abwechslungsreichen Beruf mit tollen Kollegen zu haben, der mir viel Freude bereitet.

Wie hat sich dein Alltag seit der Mutterschaft verändert?

Schon früher war ich gerne in der Natur unterwegs, und das ist auch heute noch so. Grundsätzlich hat sich an meinen Aktivitäten nicht viel verändert. Allerdings ist meine Zeit heute nicht mehr so frei einteilbar wie früher.

Hat die Mutterschaft deine Persönlichkeit oder deine Sicht auf das Leben verändert?

Seit ich Mutter bin, haben sich meine Perspektiven etwas verschoben. Nebensächlichkeiten sind für mich weniger wichtig geworden. Meine Persönlichkeit selbst hat sich durch die Mutterschaft jedoch nicht grundlegend verändert.

Wann hast du zum ersten Mal ein starkes Gefühl von Verantwortung gespürt?

Das Gefühl der Verantwortung war bereits ab dem Beginn der Schwangerschaft da.

Was hat dich an der Mutterschaft besonders überrascht oder herausgefordert?

Mich hat vor allem das Ausmaß der allgemeinen Zeitknappheit überrascht, besonders in der Anfangszeit. Auch die ständige Müdigkeit durch den Schlafmangel war eine große Herausforderung.

Gab es Momente, in denen du Ängste oder Zweifel hattest?

Nein, Zweifel haben mich nicht bedrückt.

Welches Bild hattest du vor der Geburt von Mutterschaft?

Ich hatte schon immer ein positives Bild von Mutterschaft, zu dem für mich auch eine Familie dazugehört.

Was bedeutet Mutterschaft für dich im Alltag?

Zu jeder Zeit hilfsbereit zu sein und Verantwortung ohne Pause zu übernehmen, gehört für mich ganz selbstverständlich zur Mutterschaft dazu.

Hattest du das Gefühl, bestimmten Erwartungen entsprechen zu müssen?

Ich habe die Rolle als Mutter immer als natürlich und selbstverständlich empfunden und hatte nicht das Gefühl, Erwartungen anderer erfüllen zu müssen.

Hast du Kritik oder Bewertung von außen wahrgenommen?

Bewusste Kritik oder Bewertung habe ich nicht erlebt.

Welche Rolle haben Betreuung, Arbeitszeiten und Geld in deinem Alltag gespielt?

Ich hatte den Vorteil, meine Arbeitszeit reduzieren zu können, als es nötig war. Das hat allen sehr geholfen. Auch Betreuung und finanzielle Aspekte waren zum Glück kein Problem.

Was hast du durch die Mutterschaft verloren oder zurückgestellt?

Mir war bewusst, dass es große Veränderungen geben würde, aber ich hatte nicht das Gefühl, durch die Mutterschaft etwas verloren zu haben.

Gab es durch die Mutterschaft zeitliche oder finanzielle Probleme?

Zeitliche Einschränkungen und teilweise auch finanzielle Einschränkungen gab es, allerdings waren sie für mich gut zu bewältigen und keine großen Probleme.

Hattest du das Gefühl, dass deine Leistungen nicht anerkannt werden?

Ich habe nicht das Gefühl, dass meine Leistungen in meinem näheren Umfeld nicht anerkannt werden.

Wann erfordert Mutterschaft für dich besonderen Mut?

Mutterschaft ohne Mut ist eigentlich nicht möglich, da man sich ständig um das Wohlergehen seines Kindes sorgt.

Welche Entscheidungen haben dich viel gekostet?

Entscheidungen, die mich viel gekostet haben, fallen mir keine ein.

Würdest du heute etwas anders machen?

Rückblickend hätte ich nichts anders gemacht.

Und abschließend: Was bedeutet es für dich, Mutter zu sein?

Mutter zu sein ist für mich mit das Allerbeste überhaupt.

Kommentar verfassen