
Sie bleibt,
Sie unterstützt,
Sie ist da
Ich nannte dich immer Mama
Als wäre das dein einziger Name
Obwohl du viel mehr bist als nur Mama
Du warst davor schon eine Frau
Mit Zielen
Und Plänen
Und trotzdem wurden wir dein Mittelpunkt
Du hast dein Tag so organisiert, dass du immer für uns da warst
Und wir haben nie gemerkt, wie viel Arbeit das ist
Ich habe nie gesehen, wie viel Organisation und Kraft dahintersteckt
Meine Mutter ist nicht nur meine Mutter
Du bist eine Frau,Ehefrau, Kollegin
Und trotzdem warst du lange Zeit für mich nur „Mama“
Wenn ich dich beschreiben würde
Dann wärst du die Schönste Tulpe
Zwischen allen anderen
Sie erhält mit ihrem Lächeln den ganzen Raum wie eine Sonne im Sommer
Sie ist die Liebevollste Person, die ich kenne
Wenn ich sie brauche
Ist sie da
Nicht irgendwann
Nicht vielleicht
Wenn ich Hilfe brauche
Hilft sie
Auch mit müden Augen
Am Ende des Tages
Sie unterstützt
Mit einer vertrauten Stimme
Die sagt
„Ich bin da“
Auch wenn ich es als selbstverständlich gesehen habe
Jetzt weiß ich das
Es das nicht ist
Alles was ich
Heute bin
Verdanke
Ich dir
Mama
Danke
Liebe Mama, wer bist du, wenn du dich selber beschreiben müsstest – einmal mit dem Wort Mutter und einmal ohne das Wort Mutter?
Ohne das Wort Mutter bin ich empathisch, zugewandt und manchmal zu verantwortungsvoll. Mit dem Wort Mutter bin ich voller Liebe.
Wie war dein Leben ohne mich und meine Schwester?
Das Leben vor euch. Ich habe viel Zeit und Engagement in meinen Beruf gesteckt. Die Partnerschaft war auf Augenhöhe und ich hatte mehr Zeit für andere Sachen, für die ich heute weniger Zeit habe.
Welcher Teil ist heute von dir nicht mehr sichtbar?
Ich treffe weniger eigene Entscheidungen, ich treffe viel mehr Entscheidungen, die auch für das Kind sind. Ich stelle meine eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund.
Wie war das, als dir klar wurde, dass man Verantwortung trägt und nicht nur ein Gefühl?
Sobald der Test positiv war, lebte ich gleich viel bewusster. Ich habe versucht, alles gut zu machen und positiv fürs Kind. In der Schwangerschaft habe ich meine Ernährung umgestellt und mich noch viel mehr bewegt, und man verändert seine Lebensweise.
Was war für dich überraschend, was alles auf einmal auf einen zukommt?
Wie viel Zeit, Energie und Selbstaufgabe ein Kind eigentlich benötigt. Das Kind stellt man direkt an erste Stelle, aber das macht man gerne.
Was hattest du für Zweifel, worüber du nicht offen sprichst?
Man hat Zweifel, dass man keine gute Mutter ist.
Was dachtest du, bedeutet Mutter?
Dass man viel Verantwortung für das Kind hat, aber auch sehr viel Liebe für das Kind hat.
Welche der Aufgaben werden immer als selbstverständlich angesehen?
Dass man immer alles „unter einen Hut bekommt“ wie Arbeit, Haushalt, Kinderversorgung und Betreuung. Dass man auch Zeit für die Partnerschaft hat.
Was hat dich belastet als Rolle der Mutter?
Belastet allgemein nicht, sondern eher das Gefühl der Verantwortung und Sorge um das Kind.
Hattest du selber Erwartungen an dich selber?
Ja, hatte ich, dass ich eine gute Mutter bin. Für mich heißt das, dass ich genug Zeit für meine Kinder habe, dass ich zuhöre, euch viel ermöglichen kann, ich euch ganz viel Liebe schenken kann und Aufmerksamkeit.
Gibt es bestimmte Erwartungen an eine Mutter?
Ja, es gibt Erwartungen, dass das Kind an erster Stelle steht, man viel Liebe und Aufmerksamkeit schenken soll. Aber dann wird auch erwartet, dass man die Arbeit und alle anderen Aufgaben, die man hat, auch perfekt schafft.
Gibt es politische Erwartungen an Mütter und deine Meinung?
Ja, diese gibt es. Die Mütter sollen die ganze Zeit für die Kinder da sein, aber auch den Haushalt machen und das auch perfekt, sollen im Beruf sehr aktiv sein, wie einen guten Beruf erlernt haben, sich weiterbilden. Aber auch Geld verdienen finde ich wichtig für die Unabhängigkeit der Mutter, dass man sich selber versorgen kann und von niemandem finanziell abhängig zu sein. Heute wird erwartet, dass die Mutter arbeitet und nebenbei alles andere auch abdeckt wie die Familie, Haushalt, eigene Freizeit.
Hast du manchmal das Gefühl, es allen recht zu machen?
Ja, habe ich. Ich möchte eine gute Mutter sein, eine gute Ehefrau und meine Arbeit gewissenhaft durchführen. Mir ist es auch wichtig, die ganze Familie zusammenzuhalten und regelmäßig in Kontakt zu bleiben.
Welche Rolle haben Betreuung, Arbeitszeiten und Geld in deinem Alltag gespielt?
Es ist eine große Rolle, damit die Familienstruktur gut funktioniert. Das bedeutet gute Teamarbeit in der Partnerschaft, damit die Kinder immer gut betreut sind und flexible Arbeitszeiten. Deswegen habe ich eine Zeitlang freiberuflich gearbeitet. Diese Sachen haben wir so umgesetzt, damit wir eine gute finanzielle Grundlage haben und uns und unseren Töchtern vieles ermöglichen.
Was hat sich verändert an Einkommen, Zeit oder Gesundheit?
Ich musste in kürzerer Zeit mehr erledigen, versuchen Arbeit, Familie, alles zu verbinden. Es war auch manchmal eine stressige Zeit. Durch Überlastung und Schlafmangel hat man seine Gesundheit zurückgestellt, um alle Aufgaben erledigen zu können.
In welchen Augenblicken hat es Mut von dir verlangt?
Es hat viel Mut verlangt, sich beruflich weiterzuentwickeln, aber nicht die Familie zu vernachlässigen.
Wenn du Mutterschaft in eigene Worte beschreiben müsstest, von den schönen und schlechten Seiten?
Für mich gibt es keine schlechten Seiten. Ich fühle mich glücklich, ausgefüllt und vollkommen als Mutter und Frau.
