Wenn Weltpolitik den Schulalltag erreicht. Der Ukraine-Krieg erklärt und erlebt

Ein Beitrag von Maja und Emilia.

Warum wir uns damit beschäftigen

Der Krieg in der Ukraine ist ein großes Thema für uns Schüler. Aber viele wissen gar nicht, wie es zu diesem Krieg gekommen ist, wie es für uns war, als wir von den Lehrern informiert wurden, was die politischen und gesellschaftlichen Folgen sind und vor allem, was unsere Schule für die ukrainischen Schüler tut.

Der Beginn des Konflikts

2014 startete der erste Konflikt: Russland schickte einige Soldaten auf die Halbinsel Krim, die seit 1954 zur Ukraine gehörte. Sie nutzten die aktuelle Schwäche der Ukraine, um die Halbinsel für sich zu gewinnen. Dafür wurde ein Referendum abgehalten, welches eine Volksabstimmung ist, bei der Bürger direkt über ein politisches Thema entscheiden können. Bei dieser Abstimmung stimmte laut Russland die Mehrheit dafür, dass die Krim Teil Russlands werden sollte.

Der Krieg ab 2022

Darauf folgten noch weitere Konflikte, bis es dann 2022 zum Krieg kam. Wladimir Putin stellte 2021 massive Truppen an die ukrainische Grenze, bestritt aber Angriffspläne.
2022 kam dann der Angriff von Russland, der die ukrainische Regierung stürzen sollte und durch ein prorussisches Regime zu ersetzen war.

Internationale Vermittlungen und Sanktionen

Neben den militärischen Auseinandersetzungen spielten auch internationale Vermittlungen und Reaktionen eine große Rolle, denn in letzter Zeit versuchte Donald Trump Frieden zwischen der Ukraine und Russland zu stiften – aber ohne Erfolg.
Russland griff das EU-Gebäude in Kiew am 21.8.25 an. Es waren Luftangriffe von 598 Kampfdrohnen und 31 Raketen. Bei diesem Angriff wurden viele EU-Büros schwer beschädigt, und es sind mindestens 23 Personen gestorben.
Jetzt soll das 19. Sanktionspaket eintreten. Dieses ist ein Paket der EU, wobei der Druck auf Russland aufrechterhalten werden soll. Details zu diesem Paket gibt es aber noch nicht.

Politische und gesellschaftliche Folgen

Dieser Krieg brachte viele politische und gesellschaftliche Folgen mit sich. Beispielsweise traten Schweden und Finnland der NATO bei. Außerdem wurde Russland international isoliert, zum Beispiel aus dem Europarat ausgeschlossen. Auf der anderen Seite wollte die Ukraine 2022 in die EU aufgenommen werden und bekam zusätzlich militärische Unterstützung aus dem Westen.

Es wurden Millionen Menschen aus der Ukraine vertrieben, und es gab unglaublich viele Todesfälle von Zivilisten und Soldaten. Noch dazu gab es massive Zerstörungen der Infrastruktur: Städte, Krankenhäuser und Schulen wurden zerstört.
In Russland gab und gibt es bis heute eine starke Präsenz von Propaganda, wobei insbesondere anti-amerikanische sowie europafeindliche Verschwörungstheorien verbreitet werden. In der Ukraine stärkte der Krieg das Nationalgefühl, aber es entstand auch gesellschaftlicher Druck – besonders auf die Männer im Wehrpflichtalter.
Bis 2024 sind über 8 Millionen Menschen aus der Ukraine in europäische Länder geflohen, davon 1,23 Millionen nach Deutschland.

Wirtschaftliche Folgen

Wirtschaftlich landeten viele europäische Länder in einer Energiekrise, da Russland nicht mehr ihr Gas lieferte. Des Weiteren stiegen die Preise von allen möglichen Artikeln, und es entstand eine Inflation, die sich besonders in ärmeren Ländern spürbar machte.

Unsere Schule und Solidarität

Uns Schülern wurde von Anfang an vermittelt, dass der Krieg von Russland ausgeht und wir hinter der Ukraine stehen. Von der Schule aus haben wir oft Bilder und Plakate erstellt, um an die Ukrainer in der schweren Zeit zu denken. Einige ukrainische Jugendliche sind mittlerweile an unserer Schule und bekommen Förderunterricht. Eine von ihnen hat sich bereit erklärt, mit uns ein Interview zu führen und ihre Sicht auf die Ereignisse mit uns zu teilen.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Krieg in der Ukraine nicht nur die Menschen vor Ort betrifft, sondern auch unser Leben in Europa stark beeinflusst hat. Für uns Schüler ist es wichtig, die Hintergründe zu verstehen und Solidarität mit den ukrainischen Mitschülern zu zeigen, damit Frieden und Zusammenhalt im Vordergrund stehen.

Doch wie fühlt es sich wirklich an, wenn man aus der Ukraine nach Deutschland kommt? Genau darüber haben wir mit Tatjana gesprochen, die seit 2022 bei uns zur Schule geht.

Vielen Dank, Tatjana, dass du dir Zeit nimmst und dich für uns mit diesem sensiblen Thema auseinandersetzt. Die Fragen haben sich verschiedene Schüler gestellt und sind sehr interessiert. Wenn du eine Frage aber nicht beantworten möchtest oder kannst, ist das natürlich vollkommen verständlich.

So kommen wir zur ersten Frage: Seit wann bist du hier in Deutschland und bist du zusammen mit deiner Familie und Freunden hier?
Tatjana: Seit April 2022 und ich bin nur mit meiner Mutter hier. Mein Vater musste in der Ukraine bleiben, denn die Regierung erlaubt es nicht, obwohl er krank ist und deshalb nicht mitkämpfen kann.

Du bist jetzt in der 11. Klasse. Wie gefällt dir der Unterricht und hast du ein Lieblingsfach?
Tatjana: Ja, mein Lieblingsfach ist Mathe, aber ich mag auch Informatik. Der Unterricht ist auf jeden Fall schwerer geworden als in der 10., aber die Lehrer sind wirklich nett und die Schüler auch.

Gibt es Unterschiede zum Unterricht in der Ukraine?
Tatjana: Ja, wir mussten zu den Lehrern besonders höflich sein und es gab sehr große Unterschiede in den Beziehungen zu den Lehrern. Außerdem sind die Lehrer viel strenger und wir hatten immer nur 45 Minuten Unterricht. Wir hatten auch viel mehr Hausaufgaben und die Schule ging auch nur bis zur 11. Klasse.

Aus welcher Region der Ukraine kommst du?
Tatjana: Direkt aus Charkiw.

Vermisst du etwas besonders aus deiner Heimat?
Tatjana: Nicht wirklich, außer natürlich meine Familie, aber sonst nichts.

Fühlst du dich von Deutschland, aber auch von der Schule unterstützt?
Tatjana: Ja, schon. Ich fühle mich sehr wohl hier und fast jeder aus meiner Klasse unterstützt mich.

Hast du hier in Deutschland Freunde und Anschluss gefunden?
Tatjana: Mit ein paar Leuten verstehe ich mich sehr gut, aber das reicht mir.

Wie würdest du Deutschland in drei Worten beschreiben?
Tatjana: Brezel, Schäferhund und die Wälder, also die Natur.

Könntest du dir vorstellen, für immer hier zu leben?
Tatjana: Ja, ich finde Deutschland ganz schön und es gefällt mir, hier zu sein.

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