Ein Text von Irem
Ein persönlicher Blick auf die Türkei
In Deutschland sieht man oft Nachrichten über die Türkei über Präsident Erdogan, die Wirtschaft oder Proteste. Aber was bedeutet das für die Menschen, die dort leben? Ich habe mit meiner Cousine gesprochen, die in der Türkei wohnt, und erzähle hier, was sie mir über ihren Alltag berichtet hat. Ich schreibe aus meiner Sicht. Ich habe meine Cousine gefragt, wie es ihr gerade in der Türkei geht, was sie über Politik denkt und wie sie ihre Zukunft dort sieht. Wir haben vor ein paar Tagen telefoniert.
Alltag und steigende Preise
Ich fragte sie wie es so mit den Preisen ist ,,Alles ist so teuer geworden“, sagte sie direkt am Anfang. ,,Früher konnten wir mehr kaufen, jetzt überlegen wir jedes Mal, ob wir uns das leisten können“. Sie hat mir erklärt, das ihre Eltern öfter auf Angebote achten müssen, Trotzdem versucht sie, ein normales Leben zu führen: Sie geht in die Schule, trifft Freundinnen und möchte sich nicht ständig von den Problemen runterziehen lassen. ,,Manchmal gehe ich einfach raus in den Park, damit ich nicht dauernd an Politik oder Geld denken muss“ erzählt sie.
Politik und unterschiedliche Meinungen
Die Türkei steckt in einer schwierigen Zeit. Unter Erdogan hat sich die Politik stark verändert. Er hat sehr viel Macht und die Demokratie ist schwächer geworden. Viele Menschen haben Angst, ihre Meinung offen zu sagen. Gleichzeitig gibt es die große Wirtschaftskrise die Preise steigen ständig und viele Familien haben Probleme mit den Preisen. Aber trotzdem gibt es immer noch Leute, die finden, dass Erdogan auch gute Dinge getan hat z.B. neue straßen oder Krankenhäuser bauen ließ. Auch in meiner Familie gehen die Meinungen auseinander. Ein Onkel meint, Erdogan habe das Land stark gemacht und international wichtiger.Meine Tante sagt dagegen, sie wünscht sich mehr Freiheit und findet, dass Erdogan zu viel Kontrolle hat.
Zwischen Hoffnung und Angst
Meine Cousine steht irgendwie dazwischen Sie versteht beide Seiten, aber für sie persönlich ist am wichtigsten, dass ihr Alltag einfacher wird und dass sie später studieren kann. Meine Cousine versucht, mit den Problem klarzukommen. Sie lernt viel für die Schule, weil sie hofft, dass Bildung ihr später bessere Chancen gibt. Sie meinte zu mir ,,Ich will nicht weggehen, ich will hier etwas erreichen“. Trotzdem überlegt sie manchmal, wie es wäre, in ein anderes Land zu ziehen, falls die Situation noch schlechter wird. Der Wendepunkt in unserem Gespräch war, als sie sagte ,,Ich habe Angst um die Zukunft, aber ich will mich davon nicht kaputt machen lassen.“ Das hat mich sehr berührt.
Meine eigene Erkenntnis
Für mich war das Gespräch wichtig, weil ich gemerkt habe, wie nah Politik am Leben meiner Familie ist. Es geht nicht nur um große Reden oder Nachrichten, sondern darum, ob man sich Essen leisten kann, ob man frei seine Meinung sagen darf und welche Zukunft man hat. Ich habe verstanden, dass die Türkei für meine Familie Hoffnung aber auch Sorgen bedeutet. Für mich selbst heißt das, dass ich mehr über ihre Situation nachdenken und mich damit beschäftigen möchte.
