Ein Interview von Leon und Hannah.
Hallo Lennart, wie wäre es, wenn du dich einmal vorstellst?
Ich bin Lennart, 34 Jahre alt, und ich unterrichte hauptsächlich Musik und Deutsch im Primarbereich, begleite aber auch Musikprojekte im Sekundarbereich. Ich bin seit etwa acht Jahren an dieser Schule tätig.
Was wolltest du als Kind werden?
Als Kind hatte ich verschiedene Berufswünsche. Zuerst, so erzählen meine Eltern, wollte ich Baggerfahrer werden. Später, in der Grundschule, fand ich die Vorstellung, Rentner zu sein, ziemlich toll. Meine ersten realistischeren Berufswünsche waren Musiker, Fußballer oder Lehrer – und es wurde schließlich das Letztere.
Bist du selbst gerne zur Schule gegangen, und was ist dein lustigstes Ereignis?
In der Grundschulzeit ging ich sehr gerne zur Schule, danach allerdings nicht mehr so sehr. Mein lustigstes Erlebnis war, als ich einmal unter der Tafel aufstand und mir, da die Tafel im Weg war, eine Platzwunde zuzog. Es war nur halb witzig, aber dennoch bemerkenswert.
Wie hat sich das Bildungssystem verändert, seitdem du unterrichtest und selbst zur Schule gegangen bist? Welche Veränderungen findest du am besten?
Seit meiner Schulzeit scheint mir, dass die Schüler*innen in der Sekundarstufe II heute viel mehr zu tun haben. Seit ich unterrichte, ist leider auch die Bürokratie spürbar gewachsen, was mir weniger gefällt, da ich lieber mehr Zeit mit den Kindern verbringen würde. Positiv sehe ich jedoch die Weiterentwicklung der Lehrerausbildung.
Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Mein größtes Hobby ist die Musik. Außerdem spiele ich gerne Basketball und Fußball.
Wie versuchst du, individuelle Stärken von Schülerinnen und Schülern zu fördern?
Der erste Schritt ist, die Stärken zu erkennen und den Kindern diese bewusst zu machen. Ich arbeite gerne transparent, sodass die Schüler*innen auch untereinander wissen, wer was gut kann. Wir feiern Fortschritte, was die Motivation und den Zusammenhalt stärkt.
Gibt es ein Schulprojekt, das du gerne initiieren oder verbessern würdest?
Ich bin mit meinen beiden Musikprojekten, den „Primaten“ und den „Missing Links“, bereits sehr zufrieden. Ein Traum wäre es, generationsübergreifende Musikprojekte mit ehemaligen Schülerinnen umzusetzen, die den Primar- bis zum Sekundarbereich einbinden.
Hast du ein Ziel, das du in deinem Berufsleben noch erreichen möchtest?
Mein Ziel ist es, meinen Beruf weiterhin mit der gleichen Energie und Freude auszuüben, wie ich es abgesehen von der Corona-Zeit getan habe, besonders bei den Musikprojekten, die mir am Herzen liegen.
Welchen Rat würdest du jungen Lehrkräften geben?
Es ist wichtig, nach dem Referendariat eine gesunde Einstellung zu sich selbst zu entwickeln. Man lernt zwar, alles zu reflektieren, sollte aber nicht immer die Schuld bei sich suchen. Zu erkennen, dass man nicht für alles verantwortlich ist, hilft, langfristig gesund und motiviert zu bleiben.
Wie möchtest du von deinen Schülerinnen und Schülern in Erinnerung behalten werden?
In einem Podcast wurde ich als „geisteskrankes Tier“ bezüglich meines Engagements beschrieben. Die Wortwahl lasse ich mal dahingestellt, aber ich hoffe, meine Schüler*innen erinnern sich daran, dass ich ihnen die Freude an der Musik vermittelt habe und an sie geglaubt habe.
10 kurze Fragen:
Nutella mit oder ohne Butter? Mit.
Ananas auf Pizza? Ja, aber nichts für mich.
Eistee: Pfirsich oder Zitrone? Widerlich.
Morgenmuffel oder Frühaufsteher? Morgenmuffel.
Lieblingssport? Basketball und Fußball.
Lieblingsessen? Rippchen, Spare Ribs.
Buch oder Film? Buch.
Kino oder Sofa? Sofa.
Komödie oder Horrorfilm? Beides, aber ich schaue wenig Filme.
Anrufen oder schreiben? Anrufen – wenn ich die Person mag.
