Ein Gespräch von und mit Roschyar, Ben und Steven
Hallo Ronny, stell dich doch bitte erstmal vor.
Hallo, ich heiße Ronny Schulze. Ich unterrichte an dieser Schule Bio und Chemie und bin seit diesem Jahr hier Lehrer. Mein Studium habe ich in Biochemie absolviert, also keine klassische Lehrerausbildung. Zuvor habe ich in einer Pharmafirma in Hannover gearbeitet, aber die Arbeit hat mich nicht richtig erfüllt. Nach sieben Jahren habe ich gekündigt und mich entschieden, Lehrer zu werden.
Was wolltest du als Kind werden?
Als Kind hatte ich keinen klaren Traumberuf – zumindest erinnere ich mich an keinen. Meine Ausbildung zur Bank ging auf die Entscheidung meiner Oma und meiner Mutter zurück. Meine Oma wollte, dass ich etwas „Anständiges“ mache, also bin ich zur Bank gegangen.
Was waren früher deine Lieblingsfächer?
In der Sekundarstufe I war Mathematik mein Lieblingsfach. Als ich später mein Abitur nachgeholt habe, kamen Biologie und Latein hinzu – wobei ich Latein vor allem wegen des tollen Lehrers mochte.
Mit welcher Schülersituation ist der Umgang für dich am schwersten?
Am schwierigsten finde ich es, wenn Schüler ihr Potenzial nicht ausschöpfen, obwohl sie eigentlich viel mehr könnten. Ich würde ihnen gerne helfen, aber da ich euch oft nur oberflächlich kenne, ist das schwierig. Das ist ein Bereich, an dem ich arbeiten möchte.
Was ist dein Eindruck von dieser Schule?
Die Schule ist gelb, groß – manchmal tropft es, manchmal fehlt das WLAN. Es gibt also Herausforderungen, genau wie im echten Leben. Trotzdem bin ich positiv überrascht: Das Kollegium unterstützt mich als Quereinsteiger sehr, und der Umgang unter den Kollegen sowie mit den Schülern gefällt mir. Das Prinzip des Duzens finde ich besonders gut, da es hierarchische Strukturen aufbricht.
Was machen deiner Meinung nach viele Lehrkräfte falsch, und was ist für dich der perfekte Unterricht?
Es gibt keinen „perfekten Unterricht“, genauso wenig wie den perfekten Schüler oder Lehrer. Jeder Lehrer hat seinen eigenen Stil: Manche setzen auf Experimente, andere auf das Lehrbuch. Diese Vielfalt ist wichtig, denn sie bereitet euch darauf vor, mit unterschiedlichen Menschen umzugehen. Ein guter Unterricht ist ein Kompromiss aus verschiedenen Ansätzen, der die Balance hält.
Hast du ein Vorbild?
Ja, mein Lateinlehrer. Er war ein super netter und auf eine lustige Weise verrückter Typ. Er hat den trockenen Lateinunterricht spannend gemacht. Ich möchte meinen Unterricht ähnlich gestalten, damit ihr euren Verstand einsetzt und Dinge hinterfragt – eine Fähigkeit, die ihr ein Leben lang braucht.
Hast du Lieblingssongs oder eine Lieblingsband?
Ich mag 80er-Rock wie AC/DC und Metallica, aber auch Soft Rock wie Cat Stevens („Father and Son“). „Hey Du“ von den Beatsteaks finde ich auch toll. David Guetta höre ich ebenfalls gerne. Was ich gar nicht mag, ist 90er-Pop wie Mr. President.
Was sind deine Lieblings-Serien und -Filme?
Ich schaue gerne Serien und Filme. „Firefly“ von Joss Whedon finde ich klasse, auch wenn die Serie leider früh abgesetzt wurde.
Bei Filmen mag ich „Barfuß“ von Til Schweiger, auch wenn manche ihn für eine Schnulze halten. Außerdem liebe ich „Guardians of the Galaxy“ – vor allem Groot. Filme schaue ich immer in Originalfassung, da ich schlechte Synchronisationen nicht mag. Die neue Star-Trek-Reihe mit Chris Pine, insbesondere „Into Darkness“, gefällt mir ebenfalls. Musicals wie „Moulin Rouge“ mit Ewan McGregor finde ich auch toll.
Da du Star Trek und Ewan McGregor angesprochen hast, gibt es weitere typische Nerd-Film-Reihen, die du magst?
Ja, „The Mandalorian“ finde ich großartig, besonders wegen des Kodex des Hauptcharakters („This is the Way“). Auch die Obi-Wan-Kenobi-Serie mit Ewan McGregor hat mir gefallen. Obwohl ich Science-Fiction mag, ist es nicht mein Top-Genre. Horrorfilme schaue ich gar nicht, und Thriller nur selten.
Wie steht es mit der Liebe beziehungsweise mit der Familienplanung?
Die ist abgeschlossen. Ich bin in einer festen Beziehung und habe zwei Kinder, eines ist fünf Jahre alt, das andere sieben.
Wenn du eine geschichtliche Person treffen könntest, welche wäre das?
Geschichte ist wichtig, aber nicht mein Spezialgebiet. Ich lasse die Frage offen.
Was sind deine Hobbys?
Ich fotografiere und filme gerne, lerne autodidaktisch Klavierspielen und interessiere mich für Sprachen wie Englisch, Spanisch oder Latein. Außerdem mag ich Radfahren, Handwerken und Finanzen.
Wenn wir dir spontan 30 Minuten Zeit geben würden, könntest du unvorbereitet über ein Thema sprechen?
Ja, ich könnte über Finanzen oder persönliche Entwicklung sprechen – gerne im Dialog oder Monolog. Beide Themen interessieren mich sehr.
