Elfbar-Hype, wie schädlich sind sie wirklich?

Ein Beitrag von Noa, Luis und Marlene

Was sind eigentlich Elf-Bar Einweg Zigaretten?

Elf Bar ist vor allem für seine exzellenten Einweg-E-Zigaretten bekannt und diese sind weltweit weit verbreitet und beliebt. Einwegprodukte sind gebrauchsfertige E-Zigaretten, die nicht nachgefüllt, ausgetauscht oder wieder aufgeladen werden müssen. Die ideale E-Zigarette für den Dampfer, der es einfach halten will. Nach einer bestimmten Anzahl von Zügen, die vom Gerät abhängt, ist das Einwegprodukt aufgebraucht und muss ersetzt werden. Elf Bar bietet verschiedene Arten von Einweg-E-Zigaretten und eine große Auswahl an Geschmacksrichtungen an. Somit wirken sie vor allem für junge Menschen sehr attraktiv und erwecken nicht sofort den Eindruck, dass diese schädlich sind.

Wie schädlich sind E-Zigaretten und was machen sie mit dem Körper eines Jugendlichen?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Zigaretten wird bei E-Zigaretten kein Tabak verbrannt. Stattdessen wird eine spezielle Flüssigkeit durch eine Heizspule verdampft. Allerdings enthalten auch sie Nikotin, selbst wenn es einem durch Werbung oft anders suggeriert wird. Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko“, schreibt das Gesundheitsministerium. Und tatsächlich scheinen sich vor allem jüngere Menschen des Risikos bewusst zu sein, denn die Raucherquote bei Jugendlichen ist stark rückläufig. Gleichzeitig sind „Elf Bars“ voll im Trend. Wie passt das zusammen?

Hierzu haben wir zwei Konsumenten (T / J) in Form eines Interviews gefragt:

Seit wann benutzt du Elfbars?

J: Ich habe sehr früh angefangen. Meine erste E-Zigarette hatte ich mit 13, aber aktiv rauchen, tue ich erst seit ca. einem Jahr.

T: Seit ungefähr 1,5 Jahren. Ich höre regelmäßig auf, fange aber immer wieder an.

Warum hast du angefangen?

J: „Ich wollte es zu Anfang einfach mal ausprobieren, und habe von jemandem aus der Oberstufe meiner Schule eine E-Zigarette für 90€ abgekauft. Habe dann gemerkt, dass ich total abgezogen wurde.“

T: „Ich habe vorher normale Zigaretten geraucht und wollte eine gesündere Alternative haben. Die Elfbars werden einfach so verkauft, als wären sie gesünder obwohl man dann merkt, dass sie es nicht sind

Wie viel Geld gibts du ca. im Monat für Elfbars aus?

J: „Momentan gebe ich im Monat ungefähr 40-50€ an E-Zigaretten aus.“

T: „Bei mir ist es tatsächlich immer unterschiedlich, meistens um die 60€.“

Sind dir bis jetzt irgendwelche Folgen des Konsums aufgefallen?

J: „Ich weiß nicht, ob die Folgen von den Elfbars kommen, aber meine Lunge ist schwächer als vorher, dies merkt man vor allem wenn ich etwas Sport mache oder mich körperlich mehr anstrenge.“

T: „Auch hier merke ich bisher nicht viel.“

Und was sagt ein Experte dazu?

Zudem haben wir persönlich um einen Termin mit dem Chefarzt der Klinik für Pneumologie Herr Prof. Dr. med. Tobias Welte gebeten, um uns über die gesundheitlichen Folgen in Form eines Interviews bewusster zu machen.

Prof. Dr. med. Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie

Sind E-Zigaretten mehr schädlich als herkömmliche Zigaretten?

Das ist eine sehr schwer zu beantwortende Frage, weil viele Dinge zu berücksichtigen sind. Grundsätzlich kann man sagen, Zigaretten, und es wird immer nur über Nikotin gesprochen, enthalten mehrere 1.000, wenn nicht sogar mehrere 10.000 Schadstoffe, die mit dem Rauchen zusammen vernebelt und eingeatmet werden. Die Menge an Schadstoffen sind sicherlich bei der E-Zigarette deutlich weniger. Aber die E-Zigarette verdampft Substanzen über die wir garkeine Langzeiterfahrungen haben und deshalb wissen wir eigentlich garnicht was im weiteren Verlauf, in den nächsten 10, in den nächsten 20 Jahren passieren wird. Man hat diese Gefahr, wie es früher in den 60er, 70er Jahren bei der Einschätzung zu Zigaretten leider auch schon, insbesondere das größte Risiko, das Krebsrisiko garnicht thematisiert und realisiert. So ist es heute mit den E-Zigaretten so, dass bei dem Benutzen, Substanzen verdampft werden, worüber noch keine Langzeitwirkungen bekannt sind. Dies ist dabei nur die medizinische Sichtweise.
Denn es gibt auch eine psychologische Seite. Da ist die Frage: Was passiert eigentlich, wenn man sich so frühzeitig an die Substanzen gewöhnt? Dies wiederum startet die Frage mit der Sucht: Entsteht daraus ein Suchtverhalten? Wir haben inzwischen aus anderen Ländern ganz gute Daten, welche für Deutschland zeigen, dass die E-Zigarette für viele Jugendliche der Einstieg dann doch ins Zigarettenrauchen ist. Das heißt man beginnt mit der E-Zigarette, steigt aber dann doch auf Zigaretten um. Dadurch, dass die E-Zigarette vor allem Jüngeren angeboten wird, als das wie bei den Zigaretten der Fall ist, begünstigt man natürlich dieses Suchtverhalten schon in sehr jungen Jahren. So sehen wir im Moment in Deutschland einen klaren Anstieg der Raucher. Wir hatten über die Jahrzehnte einen Rückgang und mit Beginn der Corona-Pandemie, geht dies jedoch wieder immer weiter nach oben. Dies ist aus medizinischer-psychologischer Sicht ein beängstigendes Phänomen.

Was richtet Nikotin mit dem Körper eines Jugendlichen an?

Das Nikotin ist eigentlich, was die Schädlichkeit angeht, garnicht der entscheidende Punkt, das Nikotin ist allerdings der Suchtfaktor. Man gewöhnt sich an das Nikotin und man entwickelt eine Abhängigkeit vom Nikotin, dabei ist die Nikotinkomponente entscheidend. Schädlich sind eher die Begleitfaktoren wie beispielsweise Teerkondensat. Dies gemischt mit anderen solcher Substanzen zusammen sind Lungenschädigend, Atemwegsschädigend und vor allem Krebsbegünstigend.

Weiß man von Giftstoffen außer dem Nikotin, welche in den E-Zigaretten sind?

Wir haben mit Beginn der E-Zigaretten ein Krankheitsbild gesehen, welches wir vorher garnicht gekannt haben, eine Art Versagen der Lungenfunktion bei E-Zigarettenrauchern, welche sich immer mehr häufen. Es gab viele Debatten, ob dies natürlich daran liegt, dass es keine Standardisierung der E-Zigarettenherstellung gibt. In jedem Land ist es ein bisschen anders geregelt. Bei uns hier in Deutschland sind sicher ein großes Problem die schwarzen Importe aus Osteuropa. Es entsteht das Problem, dass man garnicht weißt, was man da so einatmet. Trotzdem sind die akuten Krankheitsfälle zwar nicht schrecklich viele, aber ein akutes Lungenversagen bei einem beispielsweise 16-Jährigen ist wirklich ein sehr dramatisches Krankheitsbild, welche immer häufiger entdeckt werden, so auch hier in der MHH.

Was würden Sie tun bzw. raten, wenn Sie eines Ihrer Kinder beim Rauchen oder Dampfen sehen?

Es ist natürlich klar, dass fast jedes Kind alle Phasen der Pubertät durchmacht, und so auch die Eltern. Man kann in der Elternrolle mit Verboten und Vorschriften sehr wenig erreichen. So bin ich der Meinung, dass man nur etwas durch Aufklärung erreichen kann, wie hier mit diesem Bericht mit klaren Fakten und Darstellung der Folgen. Im Endeffekt kann jeder entscheiden, was er oder sie mit dem eigenen Leben macht, aber trotzdem sieht man immer wieder, dass Menschen dies nur tun, da sie den Risiken garnicht bewusst sind. So bin ich für Aufklärung, Fakten zusammentragen um über Dinge, wie Folgen und Risiken zu sprechen und diskutieren.

In Amerika waren E-Zigaretten zuerst zum Trend geworden. Daher: Gibt es einen Unterschied zwischen den E-Zigaretten hier in Deutschland zu denen in Amerika?

Zum einen war die Herstellung noch schlechter kontrolliert, wie hier. Es gab beispielsweise E-Zigaretten, welche Cannabisbestandteile enthielten. Es gab andere Geschmackskompositionen, wo nicht ganz klar war, wie da die Zusammensetzung der einzelnen Produkte war, wodurch in Amerika in der Anfangsphase viele schwere Krankheitsbilder zum Vorschein gekommen sind. In Deutschland sah dies ein bisschen anders aus, aber auch hier ist der Schwarzmarkt ein großes beitragendes Problem und es entsteht das Ungewisse, da man nichts von den Stoffen und Substanzen der darin enthaltenen E-Zigaretten weiß. Wenn jemand also schon E-Zigaretten raucht, dann kann man nur appellieren, E-Zigaretten zu kaufen, welche geprüft und zertifiziert sind und sich nicht auf die billigeren Schwarzmarktprodukte einlassen.

Gibt es von Ihrer Seite etwas, was Sie den Schüler:innen mitteilen wollen?

Das Wissen von medizinischen Zusammenhänge ist vor allem in den Schulen zu kurz geworden. Ich nenne dies ungern „Gesundheitserziehung“. Es geht mir garnicht um Erziehung, es geht mir immer darum, dass man sich selbst und Gesundheit, sowie Krankheit ein bisschen mehr kennenlernt. Dadurch würde ich mir wünschen, ein Fach einzuführen, wo über die eigene Gesundheit aufgeklärt wird, damit man über viele Dinge, wie das Rauchen, Dampfen, Alkohol und viele andere Dinge, besser informiert ist. Ich bin deshalb davon überzeugt, dass wenn sich das Wissen der Jugendliche verbreitet, dann wird sich auch das Verhalten ändern.

Elf-Bars: Erfolg über Social Media

Nun, warum sind sie so beliebt und das schon bei so jungen Menschen. Dies liegt vor allem an dem Aussehen welches bunte Textmarkern ähneln und nach „Zuckerwatte oder Cheesecake“ schmecken. Außerdem seien die Einweg-E-Zigaretten leicht zugänglich. Sie müssten weder aufgeladen noch aufgefüllt werden und können direkt nach dem Kauf benutzt werden. Beliebt seien vor allem die Einweg-Zigaretten der chinesischen Marke „Elf Bar“. Eine Elf Bar kostet um die acht Euro und soll für etwa 600 Züge reichen. Das entspreche laut rbb einer Menge von zwei bis drei klassischen Zigarettenschachteln. Auch bei dem Streamer MontanaBlack seien neben den „klassischen“ E-Zigaretten auch die Elf Bars schon gesehen worden. Das verleitet Fans, sich auch die Einweg-Zigaretten zu kaufen. Das ergab eine Recherche des Journalisten Felix Michels. Besonders beliebt seien die Elf Bars wegen ihres guten Geschmacks und ihrer beruhigenden Wirkung. Aber die neue Zigarettenart sei nicht unschädlich.
Ein Video, welches sich jeder anschauen sollte, handelt zusammengefasst von den Folgen und Interviews von einen Kioskbesitzer und Konsumenten.

Einweg E-Zigaretten schaden der Umwelt massiv

Neben der gesundheitsschädlichen Wirkung ist aber auch der umweltschädliche Einfluss der Einweg-Zigaretten ein großer Kritikpunkt. Aufgrund der integrierten Akkus müssten Einweg-Zigaretten laut dem Bundesumweltamt eigentlich „sachgerecht in den Sammelboxen im Handel oder bei kommunalen Sammelstellen“ entsorgt werden. Laut dem Magazin Stern würden die meisten Menschen die bunten Zigaretten allerdings einfach in den nächsten Mülleimer oder auf die Straße werfen. So würden Schadstoffe in die Umwelt gelangen. Online-Shops seien dazu verpflichtet, über die richtige Entsorgung zu informieren. Die meisten Elf Bars würden allerdings an Kiosken verkauft werden, an denen diese Verpflichtung nicht besteht. Zudem enthält die Batterie, genauso wie Handys auch, Lithium, welches selten vorhanden ist, aber dennoch sehr umweltschädlich und giftig ist. Berechnungen zu Folge seien nur 5 leere Einweg E-Zigaretten, welche weggeworfen werden, genau das Gleiche, wie als würde man ein Handy einfach mal eben so wegwerfen. Dies hochzurechnen, auf die Summe der E-Zigaretten, welche jeden Tag gekauft und produziert werden, wirkt sich dies erschreckend auf die Umwelt aus.

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