Coronalogie – Das Jahr im Rückblick

SCHULE AUF – SCHULE ZU. LOCKDOWN 1, LOCKDOWN 2 UND LOCKDOWN 3.

Wir haben Schülerinnen und Schüler gefragt, wie sie das vergangene Schuljahr erlebt haben.

Corona im vergangenen Jahr – Von Lara Kubsch.

Mein letztes Schuljahr in der 10. Klasse an der IGS Roderbruch war einzigartig, anders und doch auch spannend.
Zuerst musste unsere Klassenlehrerin, Irmgard Schulz, wegen Covid-19 in Rente gehen. Deshalb haben wir einen neuen Klassenlehrer bekommen. Da hatten wir ziemlich viel Glück! Thimo ist ein toller Lehrer und wir sind froh, ihn bekommen zu haben. Doch wir haben leider in 5 weiteren Fächern auch neue Lehrerinnen und Lehrer bekommen und das fanden wir nicht immer so toll! Trotzdem können wir alle stolz auf uns sein. Klassenunabhängig musste jeder in diesem Jahr mit schwierigen „Hindernissen“ kämpfen. Der eine mehr, der andere weniger … Wir alle haben über 1. Jahr die Schule auf eine Art kennen gelernt, wie bisher niemand sonst.
Unsere Eltern und Großeltern erzählen immer von früher. Wir haben jetzt und später auch etwas zu erzählen.
Wir haben die Schule besucht, als sich das Covid-19 Virus verbreitet hat. Unsere Schulzeit war anders und für jeden einzigartig. Vielen ging es zuhause nicht gut oder hatten Probleme mit den Schulaufgaben und andere „genossen“ zum Teil die Zeit mit ihren Familien. Aber je länger die Pandemie andauerte, umso nerviger wurde es für alle! Ich kenne keine andere Schule und keinen anderen Schulunterricht, als den von der IGS. Ich besuche diese Schule seit der 1. Klasse und dieses Schuljahr war nicht nur aufgrund der Abschlussklasse besonders.
In jedem neuen Schuljahr macht man neue Erfahrungen, aber mit den Erfahrungen, die ich dieses Jahr gesammelt habe, habe ich nie gerechnet. Wir haben uns alle auf eine tolle Abschlussfahrt gefreut und Pläne für die Abschussfeier geschmiedet. Was ziehen wir an, wo kann man sich abends treffen… Aus der Traum, das werden wir nie erleben. Am Anfang der Pandemie war alles aufregend, aber jetzt habe ich wirklich keine Lust.
Ich mache gefühlt jeden Tag das gleich. Mir fehlt das Spontane sehr. 

So vieles ist jetzt anders. Manche Dinge haben uns Kindern und Jugendlichen geholfen (wir sind zum Teil selbstständiger und selbstbewusster geworden), andere Dinge haben uns Probleme bereitet (das Lernen ohne Erklärungen durch einen Lehrer, häusliche Gewalt…) Es war komisch, jeden Tag sobald man die Schule betreten hat, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Außerdem waren wir 6 Monate mit der Grundschule, der 13. Klasse und Lehrern und Lehrerinnen allein in der Schule. Plötzlich war die riesige Schule und der Pausenhof still und leer. Die Schüler und Schülerinnen fehlten. Als die Covid-19 Selbst-Tests kamen, war dies am Anfang auch komisch. Mittlerweile hat man sich auch wieder an diese gewöhnt. Es ist Normalität geworden, die jeden Morgen nach dem Aufstehen vor der Schule zu machen. Es gehört jetzt zum Alltag, genau wie die Masken und keinem mehr die Hand zu geben oder Freunde zu umarmen. Mir fehlt der Kontakt zu Menschen, Freunde einfach mal zu treffen und in die Arme zu nehmen. Distanz ist die neue Art um „Fürsorge“ auszudrücken. 

Das alles geht jetzt 1 Jahr so und langsam ist es nervig und nicht mehr spannend. Es „klaut“ uns ganz viel in unserem Leben und wir vermissen die „ alte Normalität“ täglich. Es tut weh zu sehen, wie viel dieser Virus uns weg nimmt und ich freue mich, wenn wir das irgendwann alles wieder bekommen. Es wird wahrscheinlich anders werden, aber vielleicht trotzdem noch was von unserem alten Leben haben. Trotzdem bin ich froh, wie gut wir das alle überstanden haben. Klar es wird bei vielen Spuren hinterlassen haben, aber vielleicht können wir uns gegenseitig helfen. Ich wünsche mir, dass das Leben wieder ein bisschen mehr zurück kommt. Alle, die Hilfe brauchen um die Pandemie zu verkraften, sollen diese auch bekommen und wieder Spaß am Leben haben. 

Und ich freue mich auf eine unbeschwerte Zeit mit Freunden und anderen tollen Sachen, die wir bisher noch nicht kennenlernen konnten. 

Das 10. Schuljahr unter den neuen Bedingungen. Von Bennet.

Als das 10. Schuljahr begann, war ich optimistisch gestimmt. Im Sommer entspannte sich die Corona Lage schließlich. Bis auf das Masketragen, was anfangs nervig war, glich der Schulalltag dem gewohnten Ablauf. Neben dem Fakt, dass wir eine globale Pandemie haben, war das Schuljahr ohnehin ein Besonderes. Am Ende warten die ersten Abschlussarbeiten auf uns. Ich persönlich hatte Anfangsschwierigkeiten, mich in dem geregelten Schulalltag wieder zurecht zu finden. Die Unterrichtsthemen wurden schwieriger und die ersten Arbeiten waren nicht besonders gut. Im Laufe der Zeit pendelte sich alles wieder ein und ich gewöhnte mich daran, dauerhaft eine Maske zu tragen. Kurz vor den Weihnachtsferien mussten wir wieder in den Wechselunterricht, welcher bis jetzt andauert. Seitdem habe ich nur ein paar Mal meine Klassenkammeraden und Freunde gesehen, die nicht in meiner Gruppe sind. Das ist nicht besonders toll und sie fehlen mir. Bis zweieinhalb Wochen vor den Osterferien haben wir lange Zeit keine Arbeiten mehr geschrieben. Innerhalb dieser Wochen haben wir vier Arbeiten und die mündliche Abschlussprüfung in Englisch geschrieben bzw. absolviert. Das war nach dieser langen Zeit ziemlich ungewohnt. Da hätte ich mir einen größeren Abstand zwischen den einzelnen Arbeiten gewünscht. Nichtsdestotrotz sind sie ganz gut verlaufen. Durch die Blocktage konnte ich mich schon einmal gut auf die Abschlussarbeiten vorbereiten.

Zoe.

Anfangs war man froh. Man war froh zuhause zu bleiben und hat sich kaum Gedanken gemacht. Es war alles neu. Es ist alles neu. Mit sowas hat niemand gerechnet. Und doch haben wir es irgendwie geschafft. Es gab viele Hindernisse und Schwierigkeiten. Es gibt viele Hindernisse und Schwierigkeiten. Das letzte Halbjahr unseres neunten Schuljahres haben wir meistens zuhause verbracht. Themen wurden besprochen, aber verstanden wurden die meisten nicht. Alles war anders als sonst und nicht nur in der Schule veränderte sich einiges. Noten wurden schlechter, Kontakt zur Außenwelt oder zu Freunden verringerte sich, die soziale Seite vieler erlosch und man hatte Angst. Man hat Angst. Ein unbekannter Virus, welcher tausende Leben zerstört und tötet. Aber auch die Lebenden leiden darunter. Viele fielen in ein tiefes Loch. Ich fiel in ein tiefes Loch. Motivation ging verloren. Schlafstörungen und Nächte langes wach bleiben wurden zur Normalität. Ein Gefühl von Leere und Veränderungen kam in unser Leben. Und jetzt? Ein Jahr später ist es fast schon normal. Masken, Abstand, Veränderung, online Shopping, Depressionen und täglich steigende Zahlen prägen unseren Alltag. Vor allem Jugendliche und Kinder sollten in diesem Alter die Möglichkeit haben, sich kennenzulernen und andere kennenzulernen. Sie sollten Erfahrungen sammeln, Fehler machen und Spaß haben. Stattdessen fühlt man sich eingesperrt und alleine. Doch niemand hätte das alles ändern können. Hätte man früher etwas unternommen, wäre es dann anders? Wie wäre es wenn die Regierung und die ganzen Politiker anders gehandelt hätten? Was würde man jetzt machen, wenn das alles nicht wäre? Unbeantwortete Fragen sammeln sich und trotzdem halten wir es aus und versuchen das Beste daraus zu machen. Wir haben hart gearbeitet und gelernt um jetzt sagen zu können : „Wir haben es geschafft. Ich habe es geschafft“. Es war wie ein Hindernis und wie auch so viele andere haben wir es überwunden. Unser Zeugnis, welche Zahlen und Bewertungen auch drauf stehen, ist die Bestätigung dafür, dass wir ein weiteres Ziel erreicht haben.

Justus.

Das vergangene Schuljahr war wirklich doof. Corona hat die Schule komplett auf den Kopf gestellt. Die Homeschooling-Aufgaben fielen mir besonders schwer, da man seine Fragen nicht kurz stellen könnte, sondern man sich das Meiste selbst erklären musste.

Dass ich die andere Hälfte meiner Klasse in meinen letzten Schuljahr kaum sehen würde, hätte ich auch nicht gedacht. Die Motivation morgens aufzustehen fehlte, daher stand ich meistens zu spät auf, verpasste meinen Bus und kam oft zu spät. Darunter mussten mein Arbeits- und Sozialverhalten stark leiden. Dazu kam, dass mich Moodle ein wenig überfordert hat, weshalb ich kaum Aufgaben abgeschickt habe. Naja, meine Noten sind dementsprechend. Gut war, dass die Lehrer sich in der wenigen Zeit, wo wir in der Schule waren, wenigstens Mühe gegeben haben, uns den Lehrstoff schnell und übersichtlich beizubringen. Das was mich aber am meisten stört ist, dass es für uns weder eine Abschlussfahrt noch eine Abschlussfeier gegeben hat. Das ist ein Erlebnis, was wahrscheinlich jede Generation die folgen wird hat – wir aber nicht. Ich hoffe, dass Corona bald vorbei ist und sich das Leben bis zum meiner ersten Tag in der BBS wieder normalisiert.

Latysha.

Ich hatte immer gehofft, dass die 10. Klasse die aufregendste, aber auch beste Zeit sein wird. Ich habe immer viel von meinem Bruder mitbekommen, wieviel Spaß er auf seiner Abschlussfahrt hatte und dennoch viel lernen musste. Leider ist alles anders.

Unsere Abschlussfahrt wurde durch Corona abgesagt, dabei hatte ich mich so gefreut. Anstatt nach den Niederlande, haben wir in Hannover eine ganze Woche verschieden Aktivitäten unternommen, wie z.b Kanufahren oder eine Geisterbahnhof besichtigen. Für die Abschlussfahrt war es auf jeden Fall kein Ersatz. Besonders anstrengend war es und ist es auch immer noch, den Tag geregelt und strukturiert einzuplanen. Zurzeit sind wir in A und B Gruppen aufgeteilt. Die andere Gruppe kenne ich gar nicht mehr. Gelegentlich sehen wir uns bei Testterminen, aber auch da können wir uns nicht miteinander unterhalten, da wir Abstand halten müssen. Auch die kommenden Abschlussprüfungen belasten mich sehr, ich fühle mich unvorbereitet. Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass ich mein Ziel, einen guten Abschluss erreichen werde.

Savan.

Das 10. Schuljahr war ein hartes Jahr. Bis zu den Winterferien  hatten wir montags bis freitags ganz normal Schule. Von 8:15 Uhr bis 16:00 Uhr und 8:15 Uhr bis 13:30 Uhr. Jedoch mussten wir 1,5 Meter mit Masken Abstand halten. Anfangs mussten wir die Masken nur an den Fluren tragen, aber die Lage hat sich sehr verschlimmert, weswegen wir sie auch in den Klassen und Pausenhof tragen mussten. In der Zeit hatten wir auch Homeschooling, obwohl wir jeden Tag montags bis freitags in der Schule waren. Das war blöd! Wir hatten Hausaufgaben in der Schule und zu Hause aufbekommen. Das war sehr anstrengend und zu viel. Nebenbei hatten wir auch Klausuren. In  den Winterferien konnte maN sich zuhause gut ausruhen, zu dem ZeitPunkt wurden wieder die Geschäfte zu gemacht, also konnte man auch nicht raus. Man war sozusagen eingeschlossen – im eigenen Haus. Die Ferien waren zu Ende und wir mussten wieder in die Schule, jedoch in A und B Gruppen, aber nur die Abschluss Klassen der Rest blieb bist zum 10. Mai 2021 zu Hause. Das war eine sehr lange und bestimmt schwere Zeit für die Schüler/Schülerinnen. Da musste ich und meine Klasse auch durch! Es war schlimm zu hören, dass wir aufgeteilt werden, weil die Freundin oder Freund in der andere Gruppe waren. Wenn man Glück hatte, war man mit seiner besten Freunde/Freundin in der gleichen Gruppe. Die Zeit war auch nicht besser. An den Tagen, wo man keine Schule hatte, hatte man eine Menge Hausaufgaben auf.

Nicht zu vergessen: die Zeit war nicht immer negativ! In den Pausen hat man gemeinsam gelacht, auch mit den Personen mit denen man sich davor nicht gut verstanden hat, was sehr schön ist. Man hat sozusagen neue „Freunde“ gewonnen. Die Lehrer/Lehrerinnen haben einen sehr unterstützt in dieser harten Zeit. Dafür bin ich und wir alle sehr sehr dankbar. Ein ganz großes Dankeschön an jede und jeden! Im Endeffekt hat man das erreicht, was man sich als Ziel gesetzt hat und das ist das Wichtigste. Natürlich auch die Gesundheit! Meine Familie ist sehr stolz auf mich, dass ich das in der schweren Zeit gepackt habe. Auch meine kurdischen Familie im Irak, die mich immer wieder im Telefonat motiviert haben. Natürlich hat man sich das letzte gemeinsame Jahr als Klasse anderes gewünscht und vorgestellt. Wir hatten keine Abschlussfahrt oder eine Projektwoche, was jeden verärgert hat. Das ist nicht das Ende der Welt,aber es wäre für jeden schön gewesen. Wie meine Oma immer sagt: „Es kommt so, wie es kommen soll“.

igsroschuelerzeitung

Schülerblog der IGS Roderbruch

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