Nadine Sambale: „Meine Entscheidung für diesen Beruf hat sich wohl durch meine verschiedenen LehrerInnen manifestiert.“

Von Kevin Lewandowski

Könntest du dich bitte vorstellen?

Ich bin Nadine Sambale, seit 5 Jahren an dieser Schule und unterrichte die Fächer Geselle, Deutsch, Kor, Werte und Normen und Nähen.

Wie geht es dir bis jetzt im Jahr 2020?

Das Jahr 2020 fing für mich richtig gut an. Insofern ging es mir bis zum Lockdown sehr gut. Ich habe viel Sport getrieben und in kurze Zeit viele meiner Neujahrsvorsätze umgesetzt. Mittlerweile empfinge ich das Jahr durch die vielen Corona bedingten Restriktionen sehr anstrengend.

Welche Fächer unterrichtest du?

In der Oberstufe unterrichte ich Deutsch, Geschichte und Werte und Normen und in der SEK I. Deutsch, Geselle, Kor und Nähen.

Was tust du außerhalb deines Berufes?

Außerhalb der Schule spiele ich Handball, trainiere eine weibliche E-Jugend im Handball, nähe, gehe ins Fitnessstudio und versuche noch Zeit für meine Freunde zu finden.

In welche Richtung hast du studiert und warum?

Ich habe Geschichte und Deutsch studiert, weil mich die deutsche Geschichte schon immer sehr beschäftigt hat, da ich bis heute nicht begreifen kann, wie etwas so Unmenschliches wie der Holocaust entstehen konnte. Deutsch habe ich studiert, weil ich früher schon gerne Romane gelesen habe.

Weshalb hast du dich für deinen Beruf entschieden?

Meine Entscheidung für diesen Beruf hat sich wohl durch meine verschiedenen LehrerInnen manifestiert. Ich hatte, wie wahrscheinlich fast jeder/ jede, positive und negative Erfahrungen mit meinen LehrerInnen. Letztlich wollte ich den positiven Beispielen nacheifern. Besonders mein Grundschullehrer hat diesen Entschluss geprägt, weil er so empathisch und fürsorglich uns SchülerInnen gegenüber war. Aber auch negative Erfahrungen prägten meinen Berufswunsch. Zum Beispiel trugen eigene Mobbing-Erfahrungen dazu bei, dass ich zukünftige SchülerInnen davor bewahren und schützen wollte. SchülerInnen in ihrer individuellen Entwicklung zu begleiten, bereitet mir sehr viel Freude.

Was gefällt dir an deinem Beruf am meisten?

An meinem Beruf gefällt mir am besten, dass ich in einem tollen Lehrerteam arbeiten darf. Dass wir gemeinsam Projekte planen und durchführen und dass wir uns gegenseitig so gut unterstützen. Gerade momentan empfinde ich diesen Zusammenhalt als äußerst beruhigend. Ein weiterer Aspekt ist die persönliche Beziehung zu meinen SchülerInnen. Ich habe nun seit fünf Jahren die Klasse 10/5 unterrichtet und begleitet. Und es ist für mich so schön, ihre Fortschritte und ihre individuelle Entwicklung zu beobachten und begleiten zu dürfen. Zu sehen, wie aus Persönchen Persönlichkeiten heranwachsen ist das Schönste an meinem Beruf.

Was gefällt dir an deinem Beruf am wenigsten?

Mir gefällt nicht, dass man im System Schule oft Zwängen und Zeitdruck unterliegt, die einem die eigene Kreativität und Ideen verleiden. Was ich am allerwenigsten mag ist, dass ich meine Schüler bewerten muss. Ich finde, dass jeder Schüler und jede Schülerin so viele tolle Facetten hat und so viel leistet in seiner Schullaufbahn und diese großartigen Leistungen mit Noten zu belegen, die die Persönlichkeit des Schülers/ der Schülerin kaum berücksichtigen dürfen, das missfällt mir in meinem Beruf am meisten.

Welche Leistungen vollbringst du, deines Erachtens nach, in deinem Beruf am besten?

Ich denke, dass ich mich für meine SchülerInnen und ihre Entwicklung interessiere, mich für sie begeistere und mich auch ihre privaten Sorgen und Nöte sehe und berücksichtige, halte ich für eine gute Leistung.

Die größte Leistung ist für mich allerdings, dass ich in diesem Beruf meine eigene Gesundheit aufrecht erhalte. Der Lehrerberuf verlangt sehr viel Flexibilität, Organisation und Empathie sowie die tägliche Fähigkeit, sich mit anderen auseinanderzusetzen, sich einzufühlen, Leistung zu erbringen und zu erwarten. Die Anforderungen werden in einer immer schnelllebigeren Zeit immer schwieriger zu bewältigen. Dabei gesund und glücklich zu bleiben, ist für mich die größte Herausforderung.

In welchen Beruf könntest du dir auch vorstellen tätig zu werden?

Ich könnte mir vorstellen, im Bereich der Innenausstattung tätig zu werden. Ich liebe Farben, Formen und das Gefühl, etwas Neues zu gestalten. Das wäre ein Bereich, für den ich mich begeistern könnte. Oder ein kleines Näh-Café irgendwo am Meer zu eröffnen und zu leiten. Das könnte mir auch gefallen, da ich leidenschaftliche Hobby-Köchin und Näherin bin.

Wo siehst du dich in 20 Jahren?

In 20 Jahren sehe ich mich an sich immer noch in der Schule, hoffentlich immer noch mit Spaß an meinem Beruf. Ich hoffe, dass ich dann einen Hund und/ oder eine Katze haben werde und mein Freund und ich viele Reisen und schöne Erinnerungen gesammelt haben. Ein weiterer Tandem-Sprung gehört hoffentlich auch dazu. Denn das war bisher meine größte Herausforderung, die mir sehr viel Freude bereitet hat.

Was würdest du jemanden empfehlen, der den gleichen Weg wie du einschlagen möchte?

Puh, das ist eine wirklich schwierige Frage. Ich denke, dass er oder sie sich wirklich gut darüber informieren sollte, welche Herausforderungen der Beruf heute mit sich bringt. Und dass man sich gut überlegen sollte, ob man sich in der Lage sieht, sich selbstständig zu organisieren. Denn mein Studium war eher nicht so, wie ich mir das erhofft hatte. Mir fiel es sehr schwer, die freien Strukturen im Studium für mich zu nutzen. Und auch im Schulalltag finde ich es manchmal schwierig, dass man keine festen Zeiten hat, so dass man oft das Gefühl hat, dass die Arbeit nicht endet. Wenn man den Weg einschlagen möchte, sollte man sich dieser Problematik gewahr sein. Dann kann dieser Weg ein sehr erfüllender sein – menschlich wie auch fachlich.

igsroschuelerzeitung

Schülerblog der IGS Roderbruch

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