Interview mit Irmgard Schulz

von Zoe Dannhauer

Hallo Irmgard, du bist jetzt seit vielen Jahren als Lehrerin in Rente gegangen wie ist es jetzt zuhause und wie geht es dir damit, nicht mehr jeden Tag in der Schule zu sein?

Es ist ganz schön, zu Hause zu sein. Ich freue mich, dass ich viel mehr Zeit mit meinem Mann verbringen kann. Dass ich nicht mehr so früh aufstehen muss, finde ich auch gut. Ich bin kein Morgenmensch. Nach und nach will ich mir überlegen, was ich mit meiner Zeit tun will, z.B. welche ehrenamtliche Tätigkeit ich gern machen möchte. Ich habe zu vielen Sachen Lust und will mir in Ruhe überlegen, was ich machen will.

Wie ging es dir in der extremen Phase der Corona Zeit (Lockdown) ?

Ganz seltsam. Ich habe mir gar nicht vorstellen können, dass so etwas wie ein Schulschließung passieren kann. Mir war wichtig, Kontakt zu meinen Schüler*innen zu behalten, erst über Iserv, dann über moodle. Gleichzeitig habe ich aber auch deutlich gemerkt, dass die beste Internetseite nicht den persönlichen Unterricht ersetzen kann.Privat bin ich viel Rad gefahren und mit meinem Mann spazieren gegangen. Und ich habe ganz viel amComputer gesessen. Mein Arbeitszimmer war viele Wochen die IGS Roderbruch für mich.

Gab oder gibt es irgendwelche Eingrenzungen in der Corona Zeit für dich ?

Ich habe mich nicht mit Freunden getroffen, sondern nur telefoniert. Und ich konnte nicht zur Schule gehen, als sie wieder geöffnet war.

Was vermisst du am meisten an der Schule?

Die Schülerinnen und Schüler. Meine Kolleginnen und Kollegen. Das Leben, die Spannung, dieGespräche, die Kritik, das Lernen.

Wieso bist du Lehrerin geworden und wie kam es dazu?

Ich habe Freude am Lernen und interessiere mich für Naturwissenschaften. Aber nur theoretisch wollte ich nicht arbeiten, ich wollte gern etwas davon weitergeben, unter Menschen sein. So kam das.

Welche Fächer hast du alles unterrichtet?

Mathematik, Naturwissenschaften (studiert habe ich Physik, aber an der Gesamtschule gibt es das Fach Naturwissenschaften, zu dem auch Chemie und Biologie gehören) und Religion.

Was hast du in Zukunft geplant (z.B.irgendwelche Ausflüge, reisen etc.)?

Ich weiß es noch nicht genau. Darüber will ich in Ruhe nachdenken. Reisen sind jetzt in der Corona Zeit sowieso kritisch, aber viel draußen sein, mich bewegen und lesen geht ja. Und das genieße ich.An der Uni will ich eine bis zwei Gasthörerveranstaltungen mitmachen. Dafür brauche ich nicht viel Zeit und kann etwas Neues lernen.

Was war einer der schönsten Erlebnisse in der Laufbahn deiner Karriere als Lehrerin?

Davon gibt es ganz viele. Ich kann sie gar nicht alle aufschreiben. Die Einbürgerung eines Schülers z.B. und wie wir ihn in der Klasse empfangen haben, als er mit seiner Urkunde kam.Die Aufnahme einer körperbehinderten Schülerin, die einen Begleithund brauchte. Zwei Schüler in meiner damaligen Klasse hatten eine Hundehaarallergie, aber wollten die Schülerin unbedingt aufnehmen. Das haben wir zusammen dann auch durchgesetzt.Ich habe immer wieder erlebt, wie Klassen – gerade in dem 6. – 8. Jahrgang – Konflikte hatten. Und dann immer wieder mit Freude und Bewunderung gesehen, wie diese Konflikte im Lauf der Zeit so bearbeitet werden konnten, dass die Klassengemeinschaft am Ende stärker geworden ist. Das geht natürlich nur, wenn die Schüler lernen, ehrlich miteinander umzugehen. Aber diese Art der Auseinandersetzung ist mit das Wichtigste, was man in der Schule lernen kann.

Was war einer der spannendsten oder lustigsten Erlebnisse als Lehrerin?

Ich war mal so leichtsinnig, mit in den Hochseilgarten zu gehen, obwohl ich Höhenangst habe! Aber dank des freundlichen Verhaltens der Schüler, mit denen ich oben war, hat es geklappt.Ich bin mal auf einer Klassenfahrt zusammen mit Schüler*innen mit dem Paddelboot umgekippt. Es war nicht gefährlich, aber komisch war es schon. Und dann habe ich voller Spannung und Interesse erlebt, was Schüler im Landheim und auch in der Schule für leckere Sachen kochen können. Und sogar noch die Küche aufräumen, ganz selbständig, ohne Schimpfen von der Lehrkraft (Jedenfalls fast immer). Wow!

Was war als Schülerin dein Hass- und was dein Lieblingsfach?

Handarbeiten war mein „Hassfach“. Erstens bin ich nicht geschickt mit meinen Händen und kam nie richtig klar mit den Aufgaben. Und dann hatten die Jungen immer schon Schulschluss, wenn die Mädchen Handarbeiten hatten. Das war ja nur für Mädchen. Das hat mich geärgert. Meine Lieblingsfächer waren Philosophie, Religion, Mathe, Biologie und Geschichte.

Was ist dein Lieblingsbuch?

Bücher: Da gibt es einige. Besonders schön finde ich von Fritz Reuter das Buch: „Das Leben auf dem Lande“, von David Precht „Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?“. Die Bücher von Theodor Fontane mag ich alle und die von Selma Lagerlöf auch.

Welches Nahrungsmittel/Lebensmittel kannst du gar nicht leiden?

Ich mag überhaupt keine roten Beete. Sie sind gesund, ich weiß es ja, und darum probiere ich sie immer wieder mal. Bei anderen Lebensmitteln hat das geklappt, bei roten Beeten bleibt es dabei, dass ich sie nicht mag.

Danke an Irmgard Schulz, die trotz ihrer Rente sich die Zeit genommen hat, alle Fragen zu beantworten.

igsroschuelerzeitung

Schülerblog der IGS Roderbruch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s