Zwei Minuten. Eine Kurzgeschichte.

#CORONA #STAYHOME #ESGEHTWIEDERLOS #FREUNDEFEHLEN #WICHTIGIST #MACHTTEXTE

Von Anonym (9/1)

Habe ich auch wirklich alles eingepackt? Ich sehe noch mal nach – Ja! Ich öffne das Fenster und springe aus dem ersten Stock hinaus. So etwas Gefährliches und Dummes habe ich noch nie gemacht, aber ich halte es zu Hause einfach nicht mehr aus. Nachdem ich gelandet bin, schaue ich mich kurz um und renne los. Es sind genau 20 Minuten, die ich laufen muss, bis ich meine Freunde nach über zwei Jahren endlich wiedersehen werde. Aber 20 Minuten durch eine leere Stadt zu laufen, ohne von der Polizei, die einzigen die zusammen mit den Lebensmittelhändlern und Ärzten noch arbeiten dürfen, erwischt zu werden, ist nahezu unmöglich. Bislang sieht es aber ganz gut aus. Es ist stockdunkel und ich habe noch kein einziges Auto gesehen. 

Heute Nacht werde ich mit meinen Freunden die Grenze überqueren und darauf hoffen dort ein besseres Leben führen zu können. Ob es dort wirklich besser wird, wissen wir nicht, da selbst die Medien nicht mehr berichten können, die sitzen nämlich genau wie jeder andere Mensch gerade zu Hause in Quarantäne. Das Einzige worüber berichtet wird, sind die Zahlen der Infizierten, Genesenen und die neuen Richtlinien.

Ich muss einfach von zu Hause weg. Ich bin allein, seit vor zwei Jahren die zweite Welle mit über 2 Millionen Toten in Deutschland ausgebrochen ist. 

Nur noch zwei Minuten, dann bin ich da. Ich bin immer noch in Gedanken, wie sich mein Leben in den letzten Jahren verändert hat, als ich um die Ecke biege und genau auf ein Auto zulaufe. Meine Freunde werden wohl lange auf mich warten müssen, denke ich noch.

Der Polizist steigt aus: „Was machen Sie hier draußen? Es ist verboten das Haus zu verlassen!“ Ich gehe nicht auf seine Frage ein und sage: „Wissen Sie eigentlich, wie viele Suizide es die letzten Tagen gab und wie viele Menschen im Vergleich dazu an Corona sterben?“, der Polizist guckt mich etwas verwirrt an, wiederholt aber nur seine Frage, „Nein, Sie wissen es nicht, weil überall nur davon gesprochen wird, wie schrecklich das Coronavirus ist, aber es wird nicht über die schrecklichen psychischen Folgen gesprochen, die durch die Ausgangssperre verursacht werden. Die Selbstmordrate ist in den letzten zwei Jahre um 52% gestiegen, es gibt 42 Millionen Arbeitslose und die Wirtschaft ist komplett zusammengebrochen. Und um nun zu ihrer Frage zu kommen – ich muss einfach weg von zu Hause, sonst… . Ich muss zu den einzigen noch lebenden Menschen, die ich kenne und mit ihnen die Stadt verlassen.“ Ich atme tief durch und warte darauf, verhaftet zu werden. Der Polizist geht zu der Beifahrertür und öffnet sie: „Wo musst du hin?“

#SEIKREATIV
Du willst auch eine Kurzgeschichte zu den oben genannten Hashtags schreiben und sie hier veröffentlichen lassen? Nur zu! Beachte dabei die Merkmale von Kurzgeschichten. Die findest du meist in deinem Deutschbuch oder im Netz. Dein Text sollte zudem nicht länger als eine DIN-A4 Seite (Arial, pt12, 1,5-zeilig) sein. Deine Geschichte schickst du dann einfach an felix.rumpf@igs-roderbruch.de. Die gelungensten Einsendungen werden ausgewählt und landen hier auf YELLOW POST.

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