Zuhause. Eine Kurzgeschichte.

#CORONA #STAYHOME #ESGEHTWIEDERLOS #FREUNDEFEHLEN #WICHTIGIST #MACHTTEXTE

Von Marie Steggewentze (9/1)

Er sitzt zu Hause auf dem Sofa. Er schaut sich um. Ein Bücherschrank, ein Esstisch, Stühle, ein Fernseher, der nicht eingeschaltet ist, und eine Zimmerpflanze. Stille. Er greift nach seinem Mobiltelefon und wählt eine Nummer. Im nächsten Moment legt er es wieder zur Seite. Niemand ist rangegangen. Einsamkeit steht ihm ins Gesicht geschrieben. Rausgehen, Bekanntschaften treffen, Freude erleben. Das fehlt ihm.  Er blättert durch die Tageszeitung. Dabei weiß er gar nicht genau, wie er empfinden soll. Jede Seite der Zeitung dasselbe Thema. Keine positiven Neuigkeiten. Er blättert weiter in der Hoffnung, etwas Anderes und Freudiges lesen zu können. 

Seine Freunde und Familie vermisst er. Er steht auf, geht zum Fenster und schaut hinaus. Leere Straßen. Nur einzelne Menschen mit Masken laufen an ihm vorbei. Er denkt nach. Was machen. Aufräumen will er. Sein Esstisch steht voll. Taschentücher, eine Blume, Servierten, Gläser, sein Inhalator und ein Teller mit Süßigkeiten. Keine Kraft und keine Motivation zum Aufräumen. Er geht wieder zum Sofa und setzt sich hin. Er denkt nach, wie er sich aufmuntern kann. Dabei denkt er an seine Enkelkinder, die ihm regelmäßig gemalte Bilder und Briefe in den Briefkasten stecken oder vor die Tür legen. Der letzte Brief bedeutet ihm sehr viel. Sie schreiben darin, wie sie von zu Hause aus zur Schule gehen und die Familie mehr Zeit füreinander hat. Brettspiele und Videospiele spielen. Es steht aber auch darin, wie sehr sie ihn vermissen und hoffen, dass sie ihn bald wiedersehen können. Sie rufen ihn auch regelmäßig an. Nur digitalisierte Anrufe versteht er einfach nicht. Seine Kinder bringen ihm den Einkauf bis vor die Tür. Wenn er die Tür aufmacht, um den Einkauf reinzuholen, sind seine Kinder schon weg. Er sieht sie nur vom Fenster aus. Es freut ihn dennoch. 

In solchen Momenten vermisst er Hildegard besonders. Jeden Tag muss er an sie denken. Gerade jetzt, wo er sich noch einsamer fühlt. Die Wohnung ist voll mit ihren Bildern. Selbst gemalt. Er liebte es ihr beim Malen zuzuschauen. Wie sie sich dabei freute ein Gemälde zu kreieren und Stunden damit verbrachte. Es steht immer noch eine leere Leinwand in der Wohnung. Er starrt sie ständig an. Ein Porträt von Hildegard hängt über dem Sofa, ein anderes kleines Bild steht auf seinem Nachttisch. Bevor er schlafen geht, schaut er es sich immer ganz intensiv an und verspricht ihr, dass sie sich irgendwann wiedersehen. Er will nicht nur alles negativ sehen und hofft, dass er bald wieder seine Kinder und Enkelkinder treffen darf. Er greift zur Fernbedienung und schaltet den Fernseher ein. Eine Eilmeldung in den Nachrichten. Er ist ganz still und hört aufmerksam zu.

#SEIKREATIV
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