3 Fragen an Robert Habeck, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN.

Foto von Dennis Williamson

Lieber Robert Habeck, ist unsere Erde noch zu retten?

Die junge Schwedin Greta Thunberg schwänzt die Schule, streikt vor dem Parlament und hält eine beeindruckende Rede auf dem Klimagipfel in Kattowitz: Was kann denn ich persönlich als Kind, als junger Erwachsener, für unsere Erde und gegen den Klimawandel tun? 

Was Greta Thunberg auf die Beine gestellt hat, ist großartig und beschämend zugleich. Großartig, weil sie so unglaublich viele junge Menschen europaweit ermutigt hat, für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen, damit die Klimakrise eingedämmt wird. Und beschämend, weil es überhaupt erst dazu kommen musste.

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Six things that happened 2018 that gives me hope in 2019: . 1. More and more leading scientists are speaking clearly about the emergency of the climate crisis. And people like the UN Secretary General, António Guterres, say that we are facing an existential threat. . 2. The IPCC report. Even though it’s a huge compromise and a lot of economic interests have much to say, it shows clearly that we need to change everything. “Limiting warming to 1.5°C is possible within the laws of chemistry and physics but doing so would require unprecedented changes”. . . 3. Emissions are still increasing. Sounds weird…but if the emissions would have gone down by, like, 0,1% everyone would think what we’re doing right now is enough, and then go back to sleep. . . 4. More and more reports are showing that 10% of the worlds richest people emits 50% of the CO2. And a few companies are responsible for enormous proportions of the greenhouse gas emissions. In Sweden for instance 3 companies, @hm , @electrolux and @inside_ericsson together emits more than the whole of Sweden – which moves the debate from the individual level. So that the really big polluters can’t get away with what they are doing. . 5. All the solutions are already out there. Even if they sometimes mean NOT doing things and simply giving up some of our habits. Like you do in a crisis… . 6. Movements of resistance are starting and growing everywhere. Like Extinction Rebellion, The Sunrise Movement and many, many others. . May 2019 be the year when we start to change everything. Happy new year!

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Die jungen Menschen, die freitags auf die Straße gehen, rufen uns Erwachsenen und vor allem Politikern entgegen: „Tut endlich etwas! Jetzt!“. Natürlich ist es nicht ok, die Schule zu schwänzen, aber ich kann nur jedem, der einen Eintrag ins Klassenbuch bekommt, mitgeben: Kopiert euch diesen Eintrag und hängt ihn als Ehrenurkunde für Zivilcourage an eure Zimmerwände! Mittlerweile sind die Proteste ja auch in Deutschland angekommen. Da kann ich eigentlich nur sagen: macht weiter so, organisiert und vernetzt euch, mischt euch ein! Das stärkt die Stimme all derer, die schon seit Jahren und Jahrzehnten für Klimaschutz kämpfen.

Der ökologische Fußabdruck: was bedeutet das überhaupt und was sagt der Fußabdruck aus? 

Der ökologische Fußabdruck zeigt jedem Menschen, wie viele natürliche Ressourcen er verbraucht. Auf der einen Seite bietet uns der Planet Wälder, Felder, Seen, Tiere und Meere. Auf der anderen Seite benutzen wir diese Ressourcen und verbrauchen sie in vielen Fällen dabei eben auch. Zum Beispiel werden pro Kilogramm Rindfleisch durchschnittlich über 16.000 Liter Wasser verbraucht, 15 Kilo CO2 in die Luft gestoßen – das ist so viel wie 100 Kilometer Auto fahren – und es wird doppelt so viel Getreide verbraucht, wie das Steak letztendlich an Gewicht auf den Teller bringt. Für die gleiche Menge Kartoffeln oder Wirsing braucht man deutlich weniger: nur 130 Liter Wasser und setzt nur 400 Gramm CO2 in die Luft. Die Weltbevölkerung, vor allem bei uns in den westlichen Industrieländern, verbraucht derzeit mehr Ressourcen als die Natur wiederherstellen kann.

Wie kann ich meinen ökologischen Fußabdruck ermitteln?

Den kann man zum Beispiel recht gut im Internet ermitteln. Wenn man danach googelt, kann man Tests machen und schauen, wie viele Ressourcen man verbraucht, ob der eigene ökologische Fußabdruck größer oder kleiner ist als der der Durchschnittsdeutschen und in welchen Bereichen man sich noch verbessern kann. Da werden dann zum Beispiel so Fragen gestellt wie „Wie oft isst du Fleisch und Fisch?“ Oder „Wie oft kaufst du Bioprodukte?“. Das ist dann natürlich nur eine Schätzung, aber jeder Schulweg mit dem Fahrrad anstatt im Auto der Eltern verringert den ökologischen Fußabdruck. Insofern kann jeder und jede versuchen, im Alltag, da wo es eben geht, Ressourcen zu sparen: Aber das Problem ist zu groß, als dass wir die Verantwortung, es zu lösen, dem Einzelnen zuschieben könnten und dürften. Wir können dem nur entgegenwirken, wenn die gewählten Regierungen und Parlamente Entscheidungen treffen, also zum Beispiel für einen Ausstieg aus der Kohle, einen Umbau der Wirtschaft oder für eine andere Landwirtschaft, in der zwar weniger Tiere, aber dafür mit mehr Platz gehalten werden. Wir Politiker dürfen uns da nicht aus der Verantwortung stehlen.

Weitere Informationen: https://www.robert-habeck.de https://www.gruene.de https://www.bundjugend.de/oekologischer-fussabdruck/