Lehrerinterview mit Regina Dau-Pohl „An der IGS mache ich viele neue Erfahrungen“

Regina ist seit dem Sommer an der Schule und unterrichtet auch an dem Schiller Gymnasium.

Ein Interview von Ronja und Lisa.

Welche Fächer unterrichtest du?

Ich unterrichte die Fächer Englisch und Politik-Wirtschaft und habe an der Schiller Schule auch das Fach Theory of knowledge, was sowas die Erkenntnistheorie ist und geht mehr in die ethische Richtung. Außerdem betreue ich auch im Internationalen Abitur die Facharbeiten, sowie soziale und kreative Projekte, aber auch sportliche Projekte.

Das Fach „Theory of knowledge“ wird in Deutschland nur an wenigen Schulen Angeboten und wird auch als IB-Diploma bezeichnet. Es wird neben dem Abitur an Schulen angeboten und soll Schüler auf die universitäre Arbeit vorbereiten. http://www.herderschule-giessen.de/wp-content/uploads/2014/11/Was_ist_IB_V2.pdf

Was wolltest du als Kind werden?

Ich wollte schon immer Lehrerin werden. In der 8. Klasse hatte ich Lehrerinnen, die fand ich sehr toll, besonders meine Englisch Lehrerin, die war streng, jedoch menschlich sehr nett und da war der Wunsch gekommen auch Lehrerin zu werden.

In welchen Fächern warst du früher gut?

Mein bestes Fach war Sport. Englisch mir auch sehr viel Spaß gemacht, sowie Politik. Früher hieß es aber noch Gesellschaftslehre. Weniger Spaß gemacht haben mir die Naturwissenschaftliche Fächer. Meine einzige sechs in meinem Schülerleben habe ich in Physik geschrieben.

Bist du gerne zur Schule gegangen?

Grundsätzlich ja, ich hatte natürlich auch eine Zeit so im 10. und 11. Jahrgang, wo ich viele andere Interessen hatte. Ich habe Handball und Tennis gespielt und Leichtathletik gemacht. Eine Freundin von mir hatte ein Pferd und ich durfte dann auch mit reiten, also da gab es viele Dinge die mir doch wichtiger waren als Schule.

Wo und wann hast du studiert?

Ich bin nach der Schule nach England gegangen als Au-Pair und war dann in Sheffield bei einer Familie, die eigentlich keine kleinen Kinder mehr hatte und hab dann mehr im Haushalt geholfen und sauber gemacht. Jedoch sehr viel zu tun hatte ich nicht, weshalb ich neben bei schon anfangen konnte Studiengänge zu besuchen. Nicht ganz offiziell, doch ich konnte schon ein bisschen Uni Luft schnuppern. Das war ende der 80er Jahre und ich habe danach angefangen in Hannover zu studieren und habe dort das erste Staatsexamen gemacht und habe anschließend mein Referendariat in Ost Friesland gemacht. Die Situation war dann, dass Einstellungsstop war in Niedersachsen. So kam es, dass ich dann keine Stelle bekommen habe. Danach bin ich in die Erwachsenenbildung gegangen und habe Wirtschaftsenglisch unterrichtet. Zusätzlich habe ich eine Kaufmännische Ausbildung gemacht. In England habe ich dann für ein Jahr eine Sprachenschule geleitet, als ich zurück kam habe ich auch noch eine Heimleiter Ausbildung angefangen. Letztendlich bin ich doch nicht in den Beruf gegangen, weil ich dann die Möglichkeit hatte für ein Unternehmen in der Personalabteilung den Bereich Personalentwicklung zu übernehmen. Dieses Angebot habe ich schlussendlich angenommen und so ging es dann weiter, dass war so in den 90er. Dann Anfang 2000 konnte ich als Feuerwehrlehrkraft in die Schule kommen und war erst an der IGS in Langenhagen, anschließend an einem Gymnasium in Nienburg und dann bin ich im Jahr 2004 an die Schiller Schule gekommen und jetzt seit 2018 an der IGS Roderbruch.

Au-pair nennt man junge Erwachsene oder in manchen Staaten auch Jugendliche, die gegen Verpflegung, Unterkunft und Taschengeld bei einer Gastfamilie im In- oder Ausland tätig sind, um im Gegenzug Sprache und Kultur des Gastlandes bzw. der Gastregion kennenzulernen. https://www.culturalcare.de/ich-bin-ein-au-pair?

Der Einstellungsstopp von Lehrern fing nach 1980 an und wurde über die Jahre immer schlimmer. Es gab tausende Ausgebildete Lehrer die keine Anstellung bekamen und andere Wege finden mussten Geld zu verdienen. Häufig mussten sie für einen anständigen Beruf eine weitere Ausbildung absolvieren. http://www.rboelling.de/download/apz_1987.pdf http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513522.html

Unterrichtest du an der Schiller Schule auch untere Jahrgänge, also mehr Sek I?

Hab ich auch, dass macht mir auch spaß, nur ist es so, dass sich mein Schwerpunkt im Laufe der Zeit mehr auf die Sek II gelegt hat, weil ich durch das internationale Abitur dort auch meinen Schwerpunkt vorwiegend habe. Mittlerweile geht es mir so, dass mir die Unterrichtsstoffe in der Oberstufe mehr Spaß machen.

Welche Schule findest du persönlich besser vom Klima in den Klassen und in der Schule allgemein?

Wir sind ingesamt fünf Kollegen/innen die von der Schiller Schule abgeordnet wurden und ich habe mich mit drei von ihnen über diese Frage unterhalten und wir haben gesagt, wir würden gerne von der Atmosphäre, welche hier an der IGS unter den Schülern und in der Schule insgesamt herrscht, was mit zur Schiller Schule nehmen, weil in der Klasse eine sehr ruhige und soziale Atmosphäre vorhanden ist und ein sehr nettes miteinander. Außerdem denke ich, dass der Leistungsdruck an der Schiller Schule etwas höher ist, dass die Schüler sich selber und gegenseitig mehr unter Druck setzen, auch wird da hinter vermutlich eine Elternschaft stehen die höhere Erwartungen an ihre Kinder haben.

Worin siehst du die größte Herausforderung bei der Arbeit mit uns Jugendlichen?

Eine ganz große Herausforderung ist, euch zu motivieren, bei den vielen Sachen die um euch herum passieren. Jetzt bei euch in der elften gibt es auch Schüler von der Realschule und da ist es schwierig eine gemeinsame Basis zu finden. Auch ist es eine große Herausforderung die Gratwanderung zu finden zwischen strenge zeigen und den Stoff vermitteln, aber gleichzeitig auch euch menschlich mitzunehmen.

Wenn du uns Schülern einen Rat geben müsstest, was wäre das?

Was ich auch besonders bei euch in der Klasse sehe, ist eure soziale Kompetenz. Ihr habt hier einen Grundstein gelegt bekommen, der vieles vereinfacht und dass ist sehr wichtig und je länger ich im Beruf bin denke ich, dass Schule auch wichtig ist, aber auch im Leben zu stehen und zu wissen was ist euch wichtig und authentisch und ehrlich zu sein.

Was findest du ist das Beste daran, älter zu werden?

Wenn ich das auf Schule beziehe, ist es gelassener zu werden, ich bin nicht mehr so fokussiert dass nur ein Weg der richtige ist, sondern es führen viele Wege zum Ziel und ich denke, dass kommt mit Erfahrung und Reife.

Was fällt dir schwerer?

Mir fällt es manchmal schwer ruhig zu bleiben, also ich werde schneller unruhig mit Menschen die Inhaltlich nichts zu sagen haben, aber meinen überall mitreden zu wollen, die mehr präsentieren wollen als inhaltlich dahinter steckt.

Was war etwas, dass du neu gelernt hast und es als hilfreich empfunden hast?

Ich denke ich bin grundsätzlich offen für neue Dinge und ich fand es heute sehr schön zu lernen was Neuseeland auf deren Landessprache heißt.

Hast du manchmal das Gefühl von uns Schülern zu lernen?

Ja auf jedenfall, von euch hier lerne ich Dinge anders zu sehen, wie ihr Dinge bearbeitet unterscheidet sich teilweise etwas, ihr seid kreativ und seid es gewohnt eigenständig zu arbeiten, was ihr auch im Unterricht immer wieder einbringt, was euch vermutlich nicht bewusst ist. Was mir auch aufgefallen ist, dass ihr Lehrer mehr seht als Menschen die euch unterstützen und begleiten und diese Erfahrung, die Wertschätzung die ich als Lehrerin bekomme, empfinde ich als sehr positiv.

Viele Lehrer erzählen uns Schülern, dass ihnen das Unterrichten sehr viel Spaß macht und sie immer wieder neue Dinge dazu lernen. Außerdem erfreut sie der Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Auch gilt der Beruf Lehrer als sehr sicher und man verdiene ausreichend. Warum also herrscht an so vielen Schule dann Lehrermangel? Falls es euch interessiert könnt ihr das gerne nachlesen und euch darüber informieren. https://www.netmoms.de/magazin/kinder/schule/lehrermangel-an-schulen-woran-liegt-das-