René Mounajed: „Ich schreibe mit rechts, aber alles andere mache ich mit der linken Hand.“

Ein Interview von Sara und Sophie.

Wir haben unseren ehemaligen stellvertretenden Schulleiter René Mounajed und seine Tochter Milena interviewt. Seit dem jetzigen Schuljahr ist er der Schuldirektor der Robert Bosch Gesamtschule in Hildesheim.

Wie alt bist du?

Ich bin 42 Jahre alt.

Hast du Kinder?

Ja, ich habe zwei Töchter. Sie sind 10 und 12 Jahre alt und gehen auf die IGS Roderbruch in die 5. und 7. Klasse.

Welche Adjektive passen zu dir bzw. beschreiben dich?

Ich bin ehrgeizig, nachdenklich und fröhlich.

Wann hast du Geburtstag?

Mein Geburtstag ist am 13. Juni. 

Was inspiriert dich?

Mich inspiriert die Natur, da mir beim Laufen viele tolle neue Ideen einfallen.

Wie lautet dein Lebensmotto? 

„Mut haben Dinge zu verändern und die Veränderung immer als Chance zu sehen“

Was fällt dir schwerer als anderen?

Ich kann mich nicht für den Mannschaftssport begeistern. Ich mag es überhaupt nicht. 

Bist du ein Links- oder ein Rechtshänder?

Ich schreibe mit rechts, aber alles andere mache ich mit der linken Hand.

Wie war deine Fahrprüfung?

Ich habe bei der praktischen Fahrprüfung zwar fast ein Vorfahrtsschild übersehen, habe aber trotzdem bestanden. Dennoch fahre ich aus ökonomischen Gründen kein Auto, sondern benutze das Fahrrad, oder ich fahre mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Welche Eissorte isst du am liebsten? 

Am liebsten esse ich Schokoladeneis. 

Milena: Ich esse sehr gerne Stracciatella, da es Schokolade und Vanille in einem ist. 

Wie hoch ist das höchste Sprungbrett, von dem du ins Wasser gesprungen bist?

Das höchste war 5 Meter. Ich stand auch schon mal auf einem 10 Meter Brett, von dort habe ich mich allerdings nicht getraut herunter zu springen.

Bist du ein Morgenmuffel oder ein Frühaufsteher?

Ich bin schon immer ein Frühaufsteher gewesen. Ich genieße die frische Luft und die Sonne am Morgen. Ich nutze die Zeit und laufe um den Maschsee. Das ist immer wunderschön, weil um diese Uhrzeit da noch so gut wie keiner ist.

Wenn du für einen Tag unsichtbar wärst, was würdest du tun?

Am Morgen laufe ich wie gewohnt um den Maschsee und erschrecke die Enten. Am Vormittag würde ich dafür sorgen, dass Donald Trump sich aus seinem Amt zurückzieht und auf irgendeiner einsamen Insel landet. Gegen Nachmittag würde ich die Queen in England besuchen und ihr ihren Tee weg trinken und danach zu der Bundestagsdebatte gehen und den Politikern einen Streich spielen. Das wäre bestimmt lustig. Als Abschluss würde ich am Abend Theresa May unterschreiben lassen, dass der Brexit eine total dumme Idee war und die Briten selbstverständlich und gerne in der Europäischen Union bleiben können. 

Milena: Ich würde mir von allen amerikanischen Schauspielern Autogramme geben lassen.

Wie findest du deine neue Schule?

Ich finde meine neue Schule sehr interessant. Sie hat mal den deutschen Schulpreis gewonnen. Das ist eine sehr renommierte Auszeichnung, die sich auch im Schulleben widerspiegelt. Was ich an der Schule toll finde, ist, dass die Eltern selber unterrichten. Die Eltern werden gebeten, im Nachmittagsbereich eigenen Unterricht für die Schüler anzubieten. Somit sind die Eltern nah am Schulleben. Ich gehe aktuell als Schulleiter und mit Kollegen durch die Jahrgänge und rede mit Lehrern, die dort unterrichten, Schülern und Eltern. Wir schauen was baulich noch zu verbessern ist. Außerdem hat unsere Schule in Afrika eine Krankenstation aufgebaut, wo wir jedes Jahr einige Schüler hin schicken. Sie machen dort ein Praktikum oder dienen als Entwicklungshilfe. Wir haben eine Sommerschule in Dänemark (Arö), wo die neunten Klassen hinfahren, um Naturunterricht vor Ort zu machen. Des weiteren sind wir eine UNESCO Projektschule. Wir engagieren uns also immer für soziale Fragen. Und vieles mehr….

Was findest du an deiner jetzigen Schule besser und was an der IGS Roderbruch?

Meiner Meinung nach habe festgestellt, dass man Schulen sehr schlecht vergleichen kann. Was ich bei beiden Schulen toll finde, ist, das kollegiale Miteinander der Lehrer und Lehrerinnen. Es ist  immer gut, wenn man miteinander klar kommt und die Bereitschaft auch vorhanden ist. An meiner jetzigen Schule finde ich gut, dass wir ein hoch motivierendes Kollegium haben mit vielen eigenen Ideen, die sich auch frei entwickeln. Was sich daraus entwickelt hat ist zum Beispiel, dass wir einen eigenen Schulhund haben.  Er heißt Batman und erfreut alle mit seiner Anwesenheit. Was ich an der Robert Bosch gut finde ist, dass wir ein anderes Klassensystem haben. Es gibt zwei Lehrerteams. Das eine „Team“ unterrichtet die Klasse von Klasse 5 bis 7. Das andere Lehrerteam unterrichtet dann die Klasse von 8 bis 10. Die Schüler bekommen durch den Wechsel neue Lehrer, eine neue Leiterin und einen neuen Klassenraum. Die Klasse bleibt die gleiche. Die Schüler bekommen somit eine neue Chance, sich bei den neuen Lehrern zu beweisen.

An der IGS Roderbruch finde ich toll, dass die Schule auch Schüler, die körperliche Beeinträchtigungen haben, aufnimmt. Unsere Schule lässt dies leider noch nicht aus baulichen Gründen zu. Das ist eine große Stärke der IGS Roderbruch. 

Was hat sich als Schulleiter in deinem Alltag verändert?

Meine Kommunikationskreise sind größer geworden, was meinen Alltag viel bunter macht. Ich mache keine Stundenpläne mehr, sondern schaue mir die Unterrichte an. Natürlich gehören auch Krisengespräche dazu. Mein Arbeitsfeld ist spannender und abwechslungsreicher geworden. Ich trage auch mehr Verantwortung. Ich habe schon immer viel gearbeitet, daran hat sich auch nicht viel verändert. Manchmal bin ich später zuhause, weil ich regelmäßig auf Abendveranstaltungen eingeladen bin, die ich wahrnehmen muss. 

Könntest du dir vorstellen an die IGS Roderbruch zurück zu kehren?

Klar, die Schule ist toll. Ich habe immer gerne bei euch gearbeitet. Der Abschied ist mir auch sehr schwer gefallen. Dennoch sagte mir eine Kollegin mal, dass es wichtig ist, sich systematisch zu verändern. 

Meine Einstellung ist, wenn ich von irgendwo weggegangen bin, dass ich nicht mehr zurückkehre. Man weiß allerdings nie was die Zukunft so mit sich bringt. Geplant ist meine Rückkehr nicht. Ich hoffe, dass ich lange an der Schule in Hildesheim bleiben  kann. 

Wie war es als dich deine Schüler auf einmal wieder gesiezt haben?

Es war sehr komisch für mich, wenn mir die Schüler E-Mails geschrieben haben und ich nicht mehr mit „LG René“ unterschreiben konnte. Mündlich konnte ich mich schnell wieder umstellen. Das Siezen führt zu einer gewissen Distanz zwischen Lehrern und Schülern.