Carola von Mitschke-Collande: Musik Musik Musik

 Interview mit Carola von Lukas und Deniz

Wer bist Du? 

Ich heiße Carola von Mitschke-Collande und bin seit 6 Jahren an dieser Schule. Ich unterrichte Geselle, also Geschichte in der Oberstufe und Musik sowieso. Ich bin auch die Fachbereichsleiterin Musik seit 5 Jahren und bin Klassenlehrerin der 6/5, der zweiten Rockbandklasse, die wir an dieser Schule haben. Ich wohne in Hannover, bin verheiratet und habe noch keine Kinder, aber zwei Katzen.

Als nächstes haben wir ein paar Fragen zu Deiner Kindheit. Warst Du in der Schule eine Überfliegerin und fiel Dir das Abi leicht?

Eine Überfliegerin würde ich nicht sagen, aber mir fiel Schule immer relativ leicht und erst in der Oberstufe wurde es ein bisschen schwieriger. Für das Abi hab‘ ich normal viel gemacht und das ist auch ganz gut geworden, aber auch nicht mega super. Ich hätte bestimmt ein bisschen ehrgeiziger sein können, aber ich war halt auch mit anderen Dingen noch beschäftigt. Schulzeit war kein Problem für mich, aber es war auch nicht so, dass ich nur Einsen hatte.

Was war Dein Traumberuf, als Du noch ein Kind warst?

Das hat monatlich gewechselt. Ganz ursprünglich wollte ich Archäologin werden, dann Stewardess und danach Architektin. Das sind so die drei Hauptsächlichen gewesen.

Hattest Du als Kind schon Haustiere und würdest Du Dich als Tierfreund bezeichnen?

Ein Tierfreund bin ich auf jeden Fall, das bin ich aber erst ein bisschen später geworden. Ich habe meine Mutter so lange genervt, bis ich ein Kaninchen bekommen habe, mehr war da aber nicht drin, weil meine Mutter nicht so tieraffin ist und sie musste sich im Nachhinein um das arme Vieh kümmern und irgendwann wollte mein Bruder auch noch eins haben. Dann hatten wir zwei und dachten bei beiden, es wären Weibchen, aber eigentlich waren es beides Männchen. Das war dann ziemlich kompliziert die beiden kastrieren zu lassen. Mittlerweile bin ich schon ein großer Tierfreund, weil ich ja die zwei Katzen habe, mich auch für´s Tierheim engagiere und wir haben ja auch eine Katze aus dem Tierheim adoptiert, als unser Kater gestorben ist und Hunde mag ich auch sehr gern.

Bist du dann auch Vegetarierin?

Ich bin Flexitarierin. Das heißt ich esse wenig Fleisch und wenn, dann nur Bioprodukte und möglichst Fair-Trade-Produkte.

Hast Du als Kind viel gelesen oder womit hast Du dich so beschäftigt?

Ich habe total viel gelesen. Am liebsten natürlich die Mädchenromane, wie Hanni und Nanni. Ich habe auch viel Kassette gehört, zum Beispiel Bibi Blocksberg oder Benjamin Blümchen. Entsprechend meiner jetzigen Berufung habe ich auch viele Instrumente gelernt und hatte immer super viele Freizeitaktivitäten.

Widmen wir uns jetzt Deinem Beruf als Lehrerin. Wie kam es dazu, dass Du Lehrerin geworden bist?

Ich wollte unbedingt Lehrerin werden und habe mir dann überlegt, welche Fächer ich machen will. Es war jetzt nicht so klassisch, dass ich mir gedacht hab, dass ich die Fächer nehme, in denen ich sowieso gut war. Anfangs wollte ich Grundschullehrerin werden und habe dann erstmal Musik und Mathe studiert und in Oldenburg Grundschullehramt. Darauf hatte ich dann aber doch nicht mehr so viel Lust, weil die Schüler so klein gewesen wären, bin dann aus privaten Gründen wieder nach Hannover gezogen und habe dann Gymnasiallehramt studiert, weil das mit Musik hier nur geht und habe dann noch Geschichte genommen, weil Mathe für Gymnasiallehramt viel zu schwer war. Man sitzt da ja mit Ingenieuren in einem Kurs und das war insgesamt eine gute Entscheidung.

Worin siehst Du die größte Herausforderung bei der Arbeit mit Kindern?

Die Nerven zu behalten. Das liegt vielleicht daran, dass ich gerade Klassenlehrerin bei meiner Sechsten bin. Viele Grüße an Euch bei dieser Gelegenheit! Diesen Spagat hinzukriegen, dass man sich nicht völlig verausgabt, weil man alles richtig machen will und will, dass die Schüler zufrieden sind. Das ist eigentlich nicht möglich, denn Schüler können in der Schule nicht immer mit allem zufrieden sein, das gehört einfach dazu und das macht es schwierig, den Unterricht trotzdem gut hinzukriegen. Ich glaube, mir gelingt das ganz gut, aber als Lehrer hat man halt immer die Herausforderung, den Spagat zwischen Sachen, die den Schülern Spaß machen, und dem Lehrplan zu schaffen.

Was würdest du grundsätzlich am Beruf Lehrer/In verändern?

Ich würde erstmal kleinere Klassen machen. Zunehmend wird ja gesagt, dass Lehrer auch immer mehr die Erziehungsaufgabe übernehmen und weniger Fachliches stattfindet, sondern mehr Drumherum. Man könnte sich als Lehrer viel besser um den einzelnen Schüler kümmern, wenn man nicht so viele auf einem Haufen hätte, sondern nur ungefähr 20.

Ist das Schulsystem für Dich verbesserungsfähig und wenn ja, inwiefern?

Ich bin eigentlich auch Anhänger der Theorie, dass es nicht so sinnvoll ist, jede Woche 10-12 Fächer zu unterrichten. Man sollte es eher wie in den USA machen, dass man ein Jahr lang 5-6 Fächer etwas intensiver unterrichtet und sich da mehr reinkniet, damit man sich als Schüler nicht alle zwei Stunden in ein neues Themengebiet reinfuchsen muss.

Kommen wir jetzt zum Privaten und der Zukunft. Da wir uns ja jetzt Silvester annähern, bietet sich natürlich die Frage: Hast Du Vorsätze für 2019?

Nein, eigentlich nicht. Wir ziehen gerade um und haben sowieso mega viel zu tun und das alleine reicht schon für die guten Vorsätze.

Weihnachten steht natürlich auch noch an. Was wäre die perfekte Weihnachtsgeschenkidee?

Ich glaube, dass es immer schön ist, was zu schenken, was der Andere gerne macht. Also irgendeine Aktion und zwar etwas, das wirklich besonders ist und nicht Kinogutscheine oder sowas. Ich hatte immer die Idee, Fallschirmspringen zu gehen und wenn mir das jemand schenken würde, wär das echt cool.

Also stehen bei Dir Erinnerungen über materiellen Dingen?

Ja, so kann man das sagen.

Dein Beruf hat natürlich viel mit Musik zutun und das hat sich uns die Frage gestellt, was Du privat für Musik hörst und ob Du die alte Musik lieber magst als die neue?

Ich höre, natürlich, die Musik aus meiner Jugend, also aus den Neunzigern vor allem. Ab und zu schalte ich auch mal das Radio ein, weil ich gerne Aktuell bleiben möchte, aber dann merke ich schon, dass die gegenwärtigen Trends, vor allem Rap, absolut nicht meinem Geschmack entsprechen.

Wo siehst Du Dich in zehn Jahren? Hast du Träume oder Ziele, die Du noch verwirklichen möchtest?

„Ach, eigentlich gar nicht so wahnsinnig anders als jetzt. Ich hoffe, bis dahin haben wir Nachwuchs und sind fertig mit dem Hausumbau. Hoffentlich bin ich dann noch hier und habe immer noch eine Klasse. Und natürlich möchte ich möchte ich noch mehr im Musikfachbereich reißen.“

Was möchtest du uns als Schülern auf den Lebensweg mitgeben?

„Einerseits sagt man immer, dass ihr so bleiben sollt, wie ihr seid und das ist auch total wichtig. Allerdings würde ich mich freuen, wenn alle etwas mehr Engagement bei allen Sachen zeigen würden. Also kommt aus eurem Schneckenhaus raus!“ 

Vielen Dank für das Interview!

„Sehr gerne.“

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