Christoph Dürkes: Latein seit ’84

Ein Interview mit Christoph Dürkes von Julius und Tim.

 Seit wann bist du Lehrer auf der IGS Roderbruch?

Seit dem 1. Oktober 1984 bin ich hier als Lehrer tätig.

Weshalb hast du dich für die IGS Roderbruch entschieden?

Die Auswahl war damals sehr gering, in dieser Zeit herrschte eine große Lehrerlosigkeit, man   müsste froh sein überhaupt eine Stelle zu bekommen.

Welche Fächer unterrichtest du an unserer Schule?

Ich unterrichtete Latein, Erdkunde und Werte und Normen. Meine studierten Fächer sind Erdkunde und aLatein, später habe ich eine Zusatzausbildung für Werte und Normen gemacht.

Macht dir das Unterrichten nach wie vor Spaß?

Ich komme gerne hier zur Schule, des Weiteren arbeite gerne mit jungen Leuten zusammen. Im Laufe der Zeit fallen mir aber die Korrekturen nicht mehr so leicht, dass ist das einzige was mich ein bisschen belastet.

Warst du schon immer Klassenlehrer?

Ich war immer nur Klassenlehrer in der Oberstufe, also in Klasse 11,12 und 13. Früher war ich Klassenlehrer nur in Klasse 11, in Klasse 12 und 13 war ich Tutor.

Ist der Lehrerberuf schon immer dein Traumberuf gewesen?

Es hat sich nach meinem Abitur schnell herauskristallisiert, dass ich Lehrer werden möchte, da es in meiner Familie Tradition ist und meine Eltern und Tante auch als Lehrer tätig waren. Dadurch bin auch ich in die Lehrer Spur geraten.

Wird im Lehrerzimmer viel über Schüler geredet?

Nein, gar nicht: es ist ein absolutes Tabuthema im Lehrerzimmer über Schüler zu sprechen (Scherz!). Ja natürlich wird darüber gesprochen, da es auch legitim und notwendig ist.

Um einen Schüler gerecht zu werden braucht man auch verschiedene Perspektiven.

Wichtig ist es auch den Schüler als Gesamtperson zu sehen um zu sehen, wie er sich in den einzelnen Unterrichtsfächern verhält.

Es ist aber selbstverständlich alles anonym.

Was machst du in deiner Freizeit gerne?

Ich lese gerne, fahre gerne Fahrrad, wandere gerne und bin ehrenamtlich in der Kirche tätig.

Des Weiteren reise ich sehr gerne um die Welt.

Was war dein lustiges Erlebnis in deiner gesamten Schullaufbahn?

Es war auf einer Fahrt nach Rom, dort haben wir unser Hotelzimmer bezogen und mein Kollege und ich wollten dass es los geht, um die Stadt zu erkunden. Wir haben in ein Zimmer geschaut, aber es war alles sehr dunkel und die Schüler haben „die Simpsons“ geschaut. Nach langer Überredungskunst sind dann die Schüler mit uns mit in die Stadt gekommen.

Wie haben sich die Schüler während deiner Lehrer Laufbahn verändert?

Eine ganz entscheidende Veränderung ist als ich damals anfing, dass es noch so genannte Kollegiaten gab. Das sind erwachsende Schüler, die eine abgeschlossene Berufsausbildung haben und mehrere Jahre in dem Beruf tätig waren. Sie haben sich überlegt das Abitur nachzumachen. Die meisten hatten hauptsächlich einen Hauptschulabschluss oder eine mittlere Reife und kamen dann an unserer Schule. Wir hatten viele Kollegiaten, die sind im Jahrgang elf eingestiegen und waren zwischen 20 und 22 Jahre alt und haben mit 15 bis 17-jährigen im Klassenraum gesessen.

Davon haben diese natürlich profitiert und es war ein gutes und anspruchsvolles Arbeiten.

Wie haben sich die Schüler in ihrer Arbeit verändert?

Die Schüler sind sehr fahrig geworden und man muss öfter einen Methodenwechsel einbringen, gerade bei jüngeren Schülern, die sich nicht länger als 20 Minuten konzentrieren können.

In der Oberstufe ist eine Veränderung nicht so deutlich.

Die sprachlichen Fähigkeiten haben sich auch stark verändert, die Grammatik, Zeichensetzung und Ausdrucksweise haben sich nicht so weiterentwickelt wie man es sich vorgestellt hat.

Bei vielen Klausuren gibt es Punktabzug, Weil es gegen die Sprachrichtigkeit verstößt. Dies ist ein Hinweis darauf, dass es noch nicht ganz funktioniert.

Wie ist das Sozialverhalten der Schüler?

Damit habe ich keine großen Probleme und es gab auch keine einschneidenden Erlebnisse.

Auch schon vor 30 Jahren gab es Schwierigkeiten, die es heute noch gibt. Wie zum Beispiel bei Klassenfahrten. Auch Schüler wollen sich entziehen und ihr eigenes Ding machen.

Was warst du früher für ein Schüler in der Schule?

Ein nicht so besonders guter Schüler, es war abhängig von den Lehrern und es kam auf die verschiedenen Unterrichtsfächer drauf an.

Was würdest du den Schülern für ihren weiteren Werdegang raten?

Dass sie begreifen müssen, dass es um ihren Werdegang geht und sie selbst was daraus  machen sollten. Derjenige, der bessere Leistungen im Unterricht bringt, hat auch bessere Chancen in seinem weiterem Leben. Auch räumlich müssen wir flexibel sein. 

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