Von Hexen und Gespenstern

Im Rahmen der Hexen-Gespenster-Werkstatt sind in der Stammgruppe 3/4 wunderbare Geschichten entstanden. Hier eine von ihnen: eine schöne kleine Geschichte über „HUIBUH“ von der Viertklässlerin Hanna Masur.

Huibuh war kein Mensch, sondern ein Gespenst, aber kein blutrünstiges Gespenst, sondern ein ängstliches Gespenst. Obwohl er das nicht zugeben wollte. Aber er war nicht nur für seine Ängstlichkeit bekannt, sondern auch für seine Frechheit! Ich erzähle euch erstmal, wie Huibuh überhaupt ein Gespenst wurde.

Es war die Zeit der Könige, Königinnen, Ritter, Burgen und Schlösser, Huibuh, der als Mensch Ritter Balduin hieß, war damals 20 Jahre alt und streifte mit seinem Pferd Otto durch den Wald. Dort hörte er ein fürchterliches Gebrüll. Es klang, wie von – von – von  eieinem DraDraDrachen!!! Ritter Balduin wollte flüchten, aber er hatte doch eine menschliche Stimme gehört. Er riss sich zusammen und trieb sein Pferd Otto an. Nach zweihundert Metern war er an der Stelle, woher die Schreie und das Gebrüll kamen. Dort sah er einen Prinzen. Ritter Balduin hätte wahrscheinlich doch due Flucht ergreifen sollen, wäre da nicht die Sonne gewesen…denn ohne sie hätte Ritter Balduin niemals den Drachen aus Versehen blenden können. Aber das wollte er lieber nicht zugeben.

Fünfzehn Jahre später: Alle Ritter saßen an der festlich gedeckten Tafel im Festsaal des Königs Julius. Er war der junge Prinz gewesen, den Ritter Balduin vor fünfzehn Jahren gerettet hatte. König Julius verkündete: “Ich habe eine Neuigkeit. Es wird ein Turnier geben, das auf unserem Schloss Barkeck stattfindet, Der Gewinner darf so lange er lebt hier wohnen und kriegt die Prinzessin zur Frau!“ Alle Ritter waren begeistert und wollten sofort mit dem Turnier anfangen, aber ein Ritter wollte nicht. Nämlich Ritter Balduin, denn er wusste, dass er nur mit Tricks gewinnen konnte und dafür gab es die Todesstrafe!

Drei Tage später: Das Turnier stand vor der Tür und alle Ritter freuen sich, außer Ritter Balduin. Ängstlich ließ er sich von seinem Knappen Jo die Rüstung anziehen. Im nächsten Moment rief einer der Ansager des Turniers: „ Jetzt tritt Ritter Balduin von Schloss Barkeck gegen Ritter Ole von Burg Hohenstein an!“ Die Fanfaren ertönten und die beiden Ritter stiegen auf ihre Pferde und warteten auf das Signal zum Start. Ritter Balduin schickte seinen Knappen trotz des Verbots zu Ritter Ole. Der Knappe musste dem Ritter gehorchen und das Juckpulver heimlich in  Ritter Oles Harnisch kippen. Damit hatte Ritter Balduin geschummelt. Nun war es soweit die beiden Ritter ritten zur Startlinie. „START!“, rief der Ansager. Ritter Balduin riss sich zusammen und trieb Otto an. Doch gerade als Ritter Ole die Lanze heben und Ritter Balduin von Otto runterstechen wollte, musste er sich fürchterlich kratzen – ihr wisst schon warum!! Ritter Ole verlor das Gleichgewicht und fiel runter. „Das Turnier ist entschieden, Ritter Balduin hat gewonnen und ist eine Runde weiter!“, rief der Ansager. Aber Ritter Ole legte Einspruch ein und rief über den ganzen Turnierplatz: „Ritter Balduin ist ein unehrenhafter Ritter, er (oder sein Knappe) hat mir Juckpulver in den Harnisch gefüllt.“ Alle sprangen von ihren Plätzen auf und guckten erschrocken. „Aber, aber – ich, Ritter Balduin, würde so etwas niemals machen! Und meinem Knappen würde ich das niemals befehlen!“ Die Menge setzte sich langsam wieder hin. Nacheinander treten alle Ritter an. Witziger Weise mussten sie sich alle jucken….

Am Ende steht fest, dass Ritter Balduin mit großem Vorsprung gewonnen hat. Er freute sich so sehr, dass er eine Ehrenrunde im gestreckten Galopp auf Otto machte. Alle jubelten ihm zu. Zwei Tage später ließ König Julius Ritter Balduin zu sich rufen. Als Ritter Balduin bei ihm war, sprach der König: „ Ritter Balduin, du bist mein bester Freund, aber man hat leider herausgefunden, dass du geschummelt hast!“ „Aber,“ fiel ihm Ritter Balduin ins Wort, „meine Majestät, bitte, bitte töten Sie mich nicht, aber ich verliere sonst immer und ich wollte doch nur ein einziges Mal gewinnen. Bitte verstehen Sie mich!“ „Ich habe noch nicht fertig,“ sagte der König, „du kriegst nicht die Todesstrafe, aber du musst gegen Ritter Ardular Karten spielen und gewinnen. Solltest du verlieren, darf dich Ardular verfluchen, egal war es sei!“ „Danke, mein König!“, sagte Balduin, Fünf Tage später: Balduin hat nicht nur Pech gehabt, dass er überhaupt Karten spielen musste, sondern auch damit, dass der Tag an dem das Spiel stattfinden sollte ein Freitag, der 13. War. Das Kartenspiel war im vollem Gange, als Ritter Ardular etwas im Ärmel von Balduin fand. Es waren alle schlechten Spielkarten. Balduin hatte wieder geschummelt. Damit durfte Ardular ihn verfluchen und er sprach: „Du sollst von einem Blitz getroffen werden!“ Und so geschah es, aber Balduin war nicht tot, sondern ein Gespenst auf Schloss Barkeck und rief immer in der Geiserstunde: „HUIBUH!“

 

 

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