Über die Kunst eine Facharbeit zu schreiben- Teil 3

Da die ersten Facharbeiten heute zurückgegeben wurden und daher auch die ersten Noten durchsickerten, habe ich mich dazu überreden lassen, meinen dramatischen Bericht über den Verlauf meiner Blockwoche zu Ende zu bringen: der Tragödie dritter Teil.

Es folgt ein Bericht über den Verlauf meiner Blockwoche. Die Woche die wir Schüler des 12. Jahrgangs freigestellt werden um unsere Facharbeit zu erarbeiten. Natürlich wurde uns geraten schon vor dieser Woche damit anzufangen.

Donnerstag: Schon vor dem Klingeln meines Weckers bin ich wach. Heute muss richtig was geschafft werden. Bis zum Termin mit meiner Fachlehrkraft sind es noch genau 4 Stunden…                                           Nur allzu gern würde ich an dieser Stelle berichten, wie ich innerhalb dieser 4 Stunden über mich hinausgewachsen bin, dass die Botschaft nicht nur eine englische sondern auch eine deutsche Version der Verfassung geschickt hat und ich damit in einem Rutsch 8 Seiten runter geschrieben habe, die Platon und Kant das Wasser reichen können. Sodass ich dann pünktlich zu meinem Termin mit einer fast fertigen, brillanten Facharbeit aufgeschlagen bin. Doch die Realität ist wesentlich ernüchternder. In diesen 4 Stunden schaffte ich es lediglich zu frühstücken, zwei erneut erfolglose Telefonate mit zwei verschiedenen Abteilungen der Botschaft zu führen und mein E-mail Postfach aufzuräumen.  So ging ich also mit etwa zweieinhalb Seiten zu der Besprechung bei der „abschließende Fragen“ geklärt werden sollten. Ich hatte nur eine Frage: Wie oder besser über was sollte ich diese Facharbeit denn nun schreiben?

Natürlich frage ich das nicht. Sondern berichte von der bisherigen Arbeit, sage wie interessant und vielseitig das Thema doch ist, erwähne dann aber doch, dass die Materiallage recht verheerend ist. Daraufhin bekomme ich noch den Link für eine 30ig seitige Abhandlung über die Verfassungsreform in Marokko. Ein Lichtstreif am Horizont. Denn wie ich feststellen muss, verweist die Autorin stets nur auf eine französische Version der Verfassung (merde!). Als ich wieder zuhause bin, beschließe ich eben noch die Aufräumarbeiten in meinem Mail-Postfach fertigzustellen, bevor ich mich in meine neue Lektüre vertiefe. Doch dazu sollte ich nicht mehr kommen, denn in meinem Postfach finde ich eine neue Mail von einer Mitschülerin, die auch einen Link zu einer tatsächlich aktuellen, englischen Version der Verfassung enthält(An dieser Stelle nochmal vielen Dank!). Das ist mehr als ein Lichtstreif am Horizont. Das ist die Sonne die über der kahlen Wüste meiner leeren Seiten aufgeht und mich aus meinen Schlaf der Untätigkeit reißt. Alles was ich brauche um mit meiner Arbeit endlich loszulegen liegt nun vor mir; in 50ig Seiten Gesetzestext. Schade. Ich hätte mich an die Rolle des unfreiwilligen Faulenzers gewöhnen können.

Freitag: Um diesen Tag zu beschreiben reicht ein Sprichwort, dass es so bestimmt auch in Marokko gibt: Arbeit macht Arbeit darum heißt sie ja so!

Aber dennoch habe ich natürlich nicht meine komplette Facharbeit an diesem Tag fertiggestellt sondern noch das Wochenende über am Schreibtisch gesessen um in mühseliger Kleinarbeit Paragraf für Paragraf durchzugehen, welche ich bis tief in die Nacht hinein versuchte zu einem Fließtext verarbeitete, um auch hastig noch ein Deckblatt zu entwerfen und die sonstigen Formalien einzuhalten, nur um einen Tag vor Abgabe in den Druckerladen zu hetzen, dort zwei meiner Mitschüler zu treffen; die ein ähnliches Schicksal ereilte; um schlussendlich am Abgabetag übernächtigt nicht viel mehr zustande zubringen als das Produkt meiner Arbeit pünktlich abzugeben. Ich rate also jedem das ,was mir schon von Anfang an klar war: fangt früher an. Ja, noch früher.

*Anmerkung: sollte mein Fachlehrer das lesen: alle hier geschilderten Geschehnisse, insbesondere über den Fortschritt meiner Facharbeit, sind komplett fiktiv. Alle Ähnlichkeiten zu realen Gegebenheiten sind rein zufällig. (naja fast)

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