Hinter den Zäunen: Die Vorteile und Nachteile von Zoos

Ein Text von Darja.

Der erste moderne Zoo, der gegründet wurde, ist der Londoner Zoo, der 1828 eröffnet wurde. Sein ursprünglicher Zweck war die Förderung der Wissenschaft, weshalb er erst ab 1847 für die Bürger zugänglich gemacht wurde. Heutzutage haben moderne Zoos die wichtigen Aufgaben, bedrohte Tierarten durch gezielte Nachzucht zu bewahren und Menschen für Natur- und Umweltschutz zu sensibilisieren und zu begeistern. Darüber hinaus werden Zoos auch für wissenschaftliche Untersuchungen genutzt.

Ein großer Pluspunkt von Zoos ist, dass diese Kindern Wissen vermitteln. Kinder können Tiere unmittelbar erleben und durch direkte Begegnungen, Infotafeln an den Gehegen, kommentierte Fütterungen sowie Angebote außerschulischer Lernorte mehr über diese erfahren. Auf diese Weise können Zoos die Begeisterung von Kindern wecken, sowohl auf emotionale als auch auf interaktive Weise und unter Ansprache aller Sinne.

Der Artenschutz ist ebenfalls einer der positiven Aspekte eines Zoos. Seltene Tierarten können durch Erhaltungszucht geschützt werden. Auf diese Weise kann ein Zoo helfen, dass die Tiere unter menschlicher Obhut überleben können. Dies passiert gemäß den Richtlinien der IUCN, der International Union for Conservation of Nature, und soll helfen, Arten vor dem Aussterben zu retten. Anschließend ist es möglich, Tiere aus dem Zoo auszuwildern. Darüber hinaus leisten Zoos einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz, indem sie diesen finanziell unterstützen.

Allerdings gibt es neben diesen Vorteilen auch Kritik. Ein Thema sind Überschusstiere. Hierbei handelt es sich um gesunde Tiere, welche wegen Platzmangels oder fehlender Verwendung im Zuchtprogramm eines Zoos in einen anderen Zoo vermittelt oder sogar getötet werden. In Nordeuropa und Mitteleuropa wird die Zahl der getöteten Tiere laut EAZA auf rund 3.000 bis 5.000 pro Jahr geschätzt.

Im Zusammenhang mit Zoos wird auch die Frage nach Tierquälerei behandelt. Bei vielen Tieren entstehen Verhaltensstörungen wie Hin- und Herlaufen oder Kopfschütteln. Chronische Langeweile, Frustration oder die fehlenden sozialen und körperlichen Herausforderungen können als mögliche Ursachen angeführt werden. So können sich gleichförmige, wiederholte Bewegungen ohne einen erkennbaren Sinn oder Zweck entwickeln.

Alternativen zu einem Zoobesuch wären zum Beispiel Lebenshöfe, Auffangstationen, Naturparks oder geführte Touren durch den heimischen Wald.

Zoos haben also sowohl positive als auch negative Aspekte. Wissen an Kinder weitergeben, Menschen für Tiere begeistern und so zum Artenschutz beitragen: Das alles können sie. Kritik an Überschusstieren, der Tierhaltung und möglichen Verhaltensstörungen wird jedoch gleichzeitig lauter.

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