Ein Beitrag von Jenna Buchholz aus der Klasse 11-1.
Schon seit Jahren war es mein Traum, ein Auslandsjahr zu machen. Als sich die Möglichkeit ergab, für fünf bis sechs Monate nach Australien zu gehen, musste ich nicht lange überlegen.
Mein Ziel war Melbourne in Victoria, wo meine Tante, mein Onkel und meine zwei Cousins leben. Diese Zeit hat mein Leben auf so viele Arten bereichert und bleibt eine der prägendsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Leben in Australien Australien ist ein unglaublich faszinierendes Land, das voller Gegensätze steckt.
Besonders begeistert hat mich das Leben der wilden Tiere, das ich vorher nur aus Dokus kannte. Es war unbeschreiblich, Koalas und Kängurus aus nächster Nähe zu sehen – und das nicht nur in Zoos, sondern auch in der freien Natur. Ein Highlight war, Krokodile in sicherer Entfernung zu beobachten, was unglaublich aufregend war. Obwohl Australien ja bekannt ist für seine gefährlichen Tiere, hatte ich in meiner Region großes Glück. Schlangen habe ich nur sehr selten gesehen, und vor den riesigen Spinnen, die so viele abschrecken, blieb ich zum Glück komplett verschont.







Neben der Tierwelt hat mich auch das Essen dort überrascht. In Australien gibt es unglaublich viele zuckerhaltige Snacks, die mich anfangs neugierig gemacht haben, die ich aber nicht immer gut fand. Trotzdem waren sie oft schwer zu vermeiden, weil sie wirklich überall angeboten wurden. Mein absoluter Lieblingssnack vor Ort waren die TimTams, eine Art Schokokeks, den ich dort beinahe täglich gegessen habe. Aber Australien hat nicht nur Süßigkeiten zu bieten – ich hatte sogar die Möglichkeit, Känguru- und Krokodilfleisch zu probieren. Das war zuerst ungewohnt, aber total spannend, weil man so etwas in Deutschland kaum findet.
Schule in Australien
Der Schulalltag in Australien war für mich eine völlig neue Erfahrung. Ich war auf einer reinen Mädchenschule, was am Anfang ziemlich ungewohnt war. Leider gab es dort oft Zickenkrieg, was die Stimmung manchmal angespannt machte. Trotzdem habe ich mich schnell daran gewöhnt und es geschafft, gute Freundschaften zu knüpfen, die bis heute bestehen.
Ein großer Unterschied zu Deutschland war, dass die Schule erst um 8:45 Uhr begann. Ich hatte also morgens viel mehr Zeit, um entspannt in den Tag zu starten. Ein weiterer Vorteil war, dass ich mir nie Gedanken über mein Outfit machen musste, da wir dort Schuluniformen trugen. Auch wenn ich anfangs skeptisch war, habe ich das später wirklich geschätzt, weil es den ganzen Stress mit der Kleiderwahl einfach eliminierte.
Die Unterrichtszeiten waren ebenfalls sehr strukturiert. Von Montag bis Freitag begann die Schule jeden Tag um 8:45 Uhr, allerdings endete sie nicht immer zur gleichen Zeit. Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag ging die Schule bis 15:15 Uhr, während sie mittwochs schon um 13:20 Uhr endete. Der Mittwoch war für die Schule besonders wichtig, da die Schüler an diesem Tag Zeit für sich und ihre Erholung haben sollten. Diese Balance fand ich wirklich angenehm und sehr durchdacht. Die Stunden waren klar eingeteilt: Die erste Stunde begann um 8:45 Uhr und dauerte bis 9:45 Uhr, gefolgt von der zweiten Stunde von 9:50 Uhr bis 10:50 Uhr. Danach hatten wir eine 25-minütige Pause. Die dritte Stunde ging von 11:15 Uhr bis 12:15 Uhr, und die vierte Stunde, die letzte vor der Mittagspause, dauerte von 12:20 Uhr bis 13:20 Uhr. Nach der Mittagspause, die um 13:20 Uhr begann, hatten wir von Montag bis Freitag die letzte Stunde des Tages, die um 15:15 Uhr endete – außer mittwochs, da war bereits Schluss.
Auch die Hausaufgaben waren sehr unterschiedlich und hingen stark von den Lehrern ab. Da ich die 11. Klasse besucht habe, hatte ich die Möglichkeit, neben den „normalen“ Fächern wie Mathematik, Englisch, Physik und Biologie auch spezielle Fächer wie Psychologie zu belegen. Psychologie wurde schnell zu meinem Lieblingsfach, da die Themen spannend und praxisnah waren.














Was ein Auslandsjahr bringt
Ein Auslandsjahr ist so viel mehr als nur eine Reise in ein anderes Land. In den ersten Wochen war ich beim Englischsprechen oft noch unsicher, aber mit der Zeit wurde ich immer besser, bis ich schließlich flüssig und sicher sprechen konnte. Besonders spannend war es, den australischen Akzent kennenzulernen, der am Anfang wirklich ungewohnt war, aber irgendwann seinen ganz eigenen Charme für mich hatte. Noch wichtiger als die Sprache war für mich aber die Möglichkeit, so viele neue Leute kennenzulernen. Ich habe nicht nur in der Schule tolle Menschen getroffen, sondern auch außerhalb – in der Nachbarschaft, beim Sport oder bei Freizeitaktivitäten. Dabei habe ich auch Sportarten wie Netball und Cricket ausprobiert, die in Australien total beliebt sind, bei uns in Deutschland aber kaum eine Rolle spielen. Besonders Netball hat mir richtig Spaß gemacht, und ich finde es schade, dass diese Sportart bei uns nicht bekannter ist.
Neben all diesen Erfahrungen hat mir das Auslandsjahr vor allem eines gebracht: mehr Selbstbewusstsein. Es war am Anfang nicht leicht, in einem völlig neuen Land ohne meine Eltern oder engen Freunde zurechtzukommen. Doch genau das hat mich unabhängiger gemacht und mir gezeigt, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann.
Kosten und Stipendien
Die Kosten für mein Auslandsjahr waren zum Glück nicht so hoch, da ich bei meiner Familie vor Ort wohnen konnte. Dadurch habe ich unglaublich viel Geld gespart, weil Unterkunft und Verpflegung größtenteils abgedeckt waren. Am Ende meines Aufenthalts sind meine Eltern dann auch nach Australien geflogen, und wir haben gemeinsam einen zweiwöchigen Roadtrip gemacht. Dabei sind wir durch wunderschöne Nationalparks gefahren und haben die Vielfalt des Landes noch besser kennengelernt.
Ein Stipendium hatte ich selbst nicht, da ich durch meine Familie vor Ort bereits finanziell abgesichert war. Eine Freundin von mir, die ihr Auslandsjahr in den USA verbracht hat, hatte jedoch ein Stipendium, das fast alle Kosten abgedeckt hat. Sie musste nur die Ausgaben vor Ort, wie Essen oder Ausflüge bezahlen. Dieses Stipendium hat sie bekommen, weil sie im Cheerleading sehr talentiert ist und ihre amerikanische Schule auf Sport spezialisiert war. Wenn man ein Auslandsjahr plant, lohnt es sich, frühzeitig nach Stipendien zu suchen, da es viele Möglichkeiten gibt, die je nach Talent oder schulischen Leistungen vergeben werden.
Meine persönliche Erfahrung/Meinung
Mein Auslandsjahr in Australien war eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Es hat mich nicht nur sprachlich und kulturell bereichert, sondern mir auch geholfen, mich persönlich weiterzuentwickeln. Ich habe neue Freunde gefunden, mich in einer völlig anderen Kultur zurechtgefunden und gelernt, offener für Neues zu sein. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie viel man erreichen kann, wenn man bereit ist, sich auf Unbekanntes einzulassen. Wenn du die Chance hast, ein Auslandsjahr zu machen, dann ergreif sie – es ist eine Zeit, die du nie vergessen wirst!
