Künstliche Intelligenz: Zwischen Genie und Wahnsinn – Wenn der Algorithmus das Denken übernimmt

Ein Text von Cennet, Franzi und Nisa.

Am Freitag, den 25. Oktober 2024, fand bei Heise eine Podiumsdiskussion statt, in der detailliert über das Thema „Künstliche Intelligenz“ diskutiert wurde.

Gäste:

Zu den Gästen zählten Bernd Lange, EU-Parlament Abgeordneter, Prof. Dr. Judith Möller, Professorin an der Universität Hamburg für Empirische Kommunikationsforschung in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Medienforschung, Prof. Dr. Dagmar Monett Díaz, Professorin für Informatik und Mitbegründerin des Instituts für datengetriebene digitale Transformation, sowie Prof. Dr.-Ing. Lars Baumann.

Vorstellung

Die Podiumsdiskussion begann mit einer Einführung und Vorstellung durch Beate Gerold und Prof. Dr.-Ing. Lars Baumann. Eva-Maria Weiß führte durch die Diskussion und lenkte die Aufmerksamkeit auf Themen wie die Erkennung von KI, ihre Fehlerquote und den Einfluss von Algorithmen. Dabei wurde auch Bezug auf Hannah Arendt genommen.

Der Abend startete mit einer Frage ans Publikum: „Wer benutzt alles KI?“ Die Mehrheit des Publikums meldete sich. KI ist bereits ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft, aber welche Nachteile bringt sie mit sich? KI in Form eines Chatbots sammelt persönliche Daten, um zu lernen. Problematisch kann es werden, wenn die KI, die kein Empfinden hat, auch falsche Informationen wie antisemitische Inhalte verinnerlicht.

Bernd Lange wurde gefragt, wie das EU-Parlament mit der KI-Verordnung umgeht. Er erklärte, dass man prüft, welche Unternehmen Produkte in die EU einführen möchten und notfalls eingreifen muss, um die Bürger zu schützen. Google etwa lehnt die neue EU-Richtlinie ab.

Wofür ist der Algorithmus da?

Prof. Dr. Judith Möller erklärte, dass der Algorithmus dafür sorgt, dass KI funktioniert. Als Wissenschaftlerin analysiert sie Algorithmen, um nachzuvollziehen, wie KI gestaltet wurde. Bekannt wurde KI in Form eines Chatbots durch ChatGPT Ende 2022, aber KI existiert bereits seit 50 Jahren, beispielsweise als Spam-Filter. Die erste KI entstand 1964.

Wie verlässlich sind die Antworten eines Chatbots, und kann man einer KI vertrauen?

Eine KI antwortet basierend auf dem, was sie im Internet gelernt hat, ohne zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Sie hat eine Fehlerquote von 10 bis 20 %. Menschen vertrauen KI jedoch oft schnell, da sie sie wie eine Person betrachten und dabei vergessen, dass es sich nur um eine Maschine handelt, wie Prof. Dr. Dagmar Monett Díaz verdeutlichte.

Nimmt uns die KI die Möglichkeit, frei zu denken?

Diese Frage stellte man Prof. Dr. Dagmar Monett Díaz. Sie antwortete, dass wir zunehmend das eigenständige Denken verlernen, da wir uns auf KI verlassen. Als Gesellschaft machen wir uns zunehmend abhängig von der Technologie.

Welche Auswirkungen hat KI auf Social Media?

Prof. Dr. Dagmar Monett Díaz und Prof. Dr. Judith Möller beleuchteten die Rolle der KI in sozialen Medien. Sie betonten, dass Social Media scheinbar „sozial“ sei, aber oft das Gegenteil bewirke, indem es uns mehr isoliert. KI-basierte Features ziehen uns stärker in den Bann, und ein „Like“ wird schnell zur Zustimmung, obwohl es lediglich eine oberflächliche Interaktion darstellt.

Zum Schluss wurde gefragt, wie wir verhindern können, der KI ausgeliefert zu sein. Die Antwort war simpel: So wenig wie möglich Social Media nutzen, eigenständiger agieren, lesen und soziale Kontakte pflegen. Der bewusste Umgang mit KI wurde als Schlüssel genannt.

Der Abend endete mit einer Fragerunde aus dem Publikum. Die Diskussion machte deutlich, dass Künstliche Intelligenz Potenziale und Herausforderungen birgt. Sie zeigte, wie KI unseren Alltag bereits durchdringt und dass ein kritisches Bewusstsein für ihre Grenzen notwendig ist. Die Experten empfahlen, KI nicht blind zu vertrauen, sondern sie als Werkzeug zu nutzen, ohne die eigene Verantwortung abzugeben. So können wir eine Zukunft gestalten, in der Mensch und Maschine harmonisch koexistieren.

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