Madeleine Gehrke ist ehemalige Schülerin der IGS Roderbruch und erzählt Leyla und Viki von ihren Erfahrungen und Erkenntnisse beim Berufseinstieg. Mit frischen Blick auf die Ausbildung als Medienkauffrau für Digital und Printmedien erzählt Madeleine von ihrer schulischen Vergangenheit, ihren Leistungskursen und wie diese sie auf ihre heutige Karriere vorbereitet haben. Sie teilt wertvolle Einblicke in die Fähigkeiten, die sie in der Schule erworben hat, und wie diese in ihrem beruflichen Alltag bei Heise zum Einsatz kommen. Darüber hinaus reflektiert sie über das, was ihr in der Schule gefehlt hat und gibt Ratschläge für Schüler, die am Anfang ihrer beruflichen Reise stehen.
Hallo liebe Madeleine, magst du dich mal vorstellen?
Ich bin Madeleine Gehrke, bin jetzt 21 Jahre alt und hab vor ein paar Jahren noch die Schulbank bei euch gedrückt. Zu mir, ich mache meine Ausbildung jetzt als Medienkauffrau für Digital und Printmedien, das ist ein relativ langer Name aber ich bin hier jetzt knapp ein halbes Jahr. Ich habe meine Ausbildung jetzt vor einem halben Jahr hier begonnen. Das wäre es glaube ich so weit zu mir.
Du warst ja noch vor ein paar Jahren auf unserer Schule, welche Leistungsskurse hattest du denn?
Ich hatte Deutsch LK, Englisch LK und Politik LK. Ich hatte das Sprachprofil bei Christina Gallus, ich weiß nicht, ob sie schon wieder irgendwelche Profile auf nimmt. Ja, ich hatte Politik, Deutsch, Englisch.
Und kannst du es empfehlen?
Ja, also man muss schreiben und pauken wollen. Das ist viel inhaltliches Zeug und an sich würde ich es aber glaube ich wieder so machen. Es kommt natürlich bisschen drauf an, was man für Fächerkombis mag und wo man auch irgendwie seinen Schwerpunkt hat oder was man gut machen kann, aber für mich bin ich mit dem Sprachprofil ganz gut durchgekommen.
Was vermisst du so an deiner Schulzeit?
Ich vermisse an der Schulzeit aktuell natürlich nicht so viel. Ich gehe ja wieder zur Schule, wir müssen ja die Berufsschulbank drücken, aber so ein bisschen hinten im Raum sitzen mit seinem lieblings Klassenkameraden, wo man irgendwie jahrelang zusammen zur Schule gegangen ist, so ein Feeling hat man natürlich in so einer Berufsschulklasse nicht mehr in dem Ausmaß. Man sieht sich ja auch nur einmal oder maximal zweimal die Woche, weil wir ja Tagesunterricht und kein Blog haben. Das fehlt mir so ein bisschen.
Ja, das kann ich auch nachvollziehen. Und was hat die Schule genau richtig gemacht?
Also, ich glaube genau richtig gemacht hat die Schule, dass wir häufig zusammengeführt wurden und eigentlich auch ganz gut drauf vorbereitet worden auf das spätere Leben, also es würde auch nicht so Verblühen. Man hat schon zum Ende hin auch den Ernst gespürt, dass man, wenn man jetzt auch den Abitur in der Tasche hat, das man halt schauen muss, wo man hingehen möchte, ob man studieren möchte, ob man eine Ausbildung machen möchte. Das fand ich ganz praktisch, dass das nicht so verblühend wird, denn das hilft einem tatsächlich im Arbeitsleben später nicht weiter, weil der Chef, der wird es dir nicht so sagen:“Ja ist kein Problem, lass dir Zeit. Entspann dich ruhig, du musst dich nicht so anstrengen.“ Ja, das ist tatsächlich nicht so. Lieber wird man direkt auf die Realität vorbereitet, als wenn man dann irgendwie so komplett ohne Plan da steht.
Gab es denn auch Kompetenzen, die du in er Schule gelernt hast und direkt bei Heise anwenden konntest?
Es gibt natürlich immer etwas, hier ist das z.B. Ganz gut ein bisschen Englisch zu können. Viele Begriffe kommen auch einfach vom englischsprachigen, weil wir hier auch viel mit Marketing oder Social-Media zu tun haben und da läuft es ja Hauptmäßig eigentlich auf Englisch ab. Deutsch, auch ganz wichtig, und fängt bei ganz niedrigen Sachen an; E-Mailing schreiben, Mailing schreiben, Pressemitteilung schreiben. An sowas muss man sich alles ein bisschen noch dran gewöhnen. Es ist für jeden aber auch erstmal ein bisschen befangen, wenn man so das erste E-Mailing schreibt. Mathe auch. Der Beruf ist sehr Mathe lastig tatsächlich. Wir haben viel Analysen und sowas, aber nur Formeln auswendig lernen. Man muss jetzt nicht krass rechnen. Ja genau, also das ist so das was ich vielleicht in der Schule anwenden konnte und Fleiß. Es ist ein relativ umfangreicher Beruf vom Kontext her, man musst halt nicht sich scheuen Lernzettel zu schreiben und sich hinzusetzen und das zu pauken.
Und welche Kompetenzen (inhaltlich und sozial) haben dir noch gefehlt? Gab es da irgendwas, was du jetzt nicht in der Schule gelernt hast?
Muss ich tatsächlich mal ehrlich überlegen. Ich glaube man lernt ja auch alles irgendwie beim do-ing, man muss sich erstmal dran gewöhnen, dass es auch mehr Teamarbeit ist als Einzelarbeit, dass man Aufgaben abgeben muss und das ich alles für mich selbst machen kann. Darauf wird man ja getriezt, nicht auf das Blatt von anderen gucken, sondern auch sein eigenes Blatt. Und jetzt ist es so ein bisschen so, dass man sagt, ok ich muss jetzt aber auch mal mein Blatt abgeben, weil der kann das zum Beispiel besser. Das ist ein bisschen schwierig und vielleicht die Vorbereitung, falls man auch doch studieren möchte von der Schule, wie man sich bei so einer Uni und sowas ein schreibt, das hätte man noch mehr thematisieren können tatsächlich. Also das hatten wir jetzt nicht so krass.
Wird das nicht gemacht? Ich wusste das gar nicht.
Also hätten wir uns alle gewünscht, wie schreibe ich mich bei Uni ein, wo drauf muss ich achten, was ist jetzt eigentlich vielleicht auch so beim Unibeginn wichtig oder sowas. Viele meiner Freunde die jetzt auch studieren, die haben das auch so Revue passieren lassen und da hätte mehr kommen können. Es ist nicht so, als dass wir gar nicht vorbereitet worden, aber ich glaube es ist auch ganz schön sich ein bisschen in Sicherheit für schwelgen, dass man thematisch alles weiß und nicht sonst ins kalte Wasser geworfen wird.
Die Frage verläuft jetzt bisschen in die Frage zuvor, aber worauf sollte die Schule vielleicht besser vorbereiten?
Ja, genau auf die Argumente davor würde ich sagen. Auch auf das Arbeitsleben. Ich finde, man sollte die Schüler auch etwas besser drauf vorbereiten, dass es okay ist, wenn man nicht studiert nach dem Abitur. Das ist überhaupt kein Problem, das sind beides Berufssachen und man hat nach beiden eine Qualifikation mit der man sein Arbeitsleben starten kann. Vielleicht auch dass man nicht nur so da drauf zielt: ok, Ihr werdet studieren, ihr seid die Elite. Ja, das Abitur ist der höchste Bildungsabschluss in Deutschland das ist so, aber es ist auch keine Schande, wenn man sich nicht für den Studienweg entscheidet, man kann das jederzeit immer noch machen. Also wir können ja dann auch nach berufsbegleitend studieren oder sowas, also nur weil man es vielleicht nicht nach dem Abi macht, ist das nicht so, dass die Chance dann ausgeschlossen ist und wenn man es gar nicht macht, ist das genauso ok, das ist ein qualifizierter Beruf. Jeder Ausbildungsprofil hier, der anerkannt ist. Und ich finde darauf kann man mehr vorbereiten, dass es keine Schande ist, wenn man sein Abitur nicht direkt nutzt.
Okay, und jetzt ein kleiner Themenwechsel: so ab von der Schule, kannst du vielleicht vom Bereich/ von der Abteilung erzählen, in der du arbeitest?
Also unser Beruf ist relativ weit gefächert. Wir durchlaufen ganz viele Abteilung, bestimmt 15 Stück. Ich habe jetzt auch schon vier hinter mir. Gestartet habe ich in der digital Magazine Produktion, also die beschäftigt sich mit der Übertragung von unseren Inhalten in Apps z.B. Wie läuft das? Die Abteilung ist sehr technisch tatsächlich, da geht’s viel um HTML Strukturen, CSS-Dateien und sowas. Ich bin dann tatsächlich in den eher Öffentlichkeitsarbeit Teil gestiegen mit Presse. Also Presse und Öffentlichkeitsarbeit, da ist man viel so was das angeht auch Pressemitteilung schreiben, Kontakte knüpfen und sowas natürlich. Auch die Marke/das Haus/das Unternehmen vorantreiben und nach außen repräsentieren. Das ist das wichtigste oder mit das wichtigste Gut was man auch so hat. Ich war dann bei Social Media und habe mich viel um unseren Heise Azubi Kanal gekümmert. Jetzt bin ich bei der Werbung und bin auch für die nächste Woche in einer ganz große Messe. Da dürfen wir auch alle vertreten sein. Dort geht’s um Security IT, wie schützt man sich? Auf mich wartet auch noch vieles; Sales, Außendienst, Buchhaltung müssen wir auch alle durch. Es ist aber ganz cool genau und dann kommen noch ganz ganz viele Unterabteilung, z.B. Redaktions Assistent. Also, es ist sehr sehr vielfältig und hat wirklich nette und vielfältige Aufgaben.
Und wie bist du auf Heise gestoßen?
Das führt mich auch zurück auf unsere Schule. Ich glaube als in der zwölften Klasse war, Heise arbeitet ja mit der IGS Roderbruch zusammen, hatten wir so eine Vorstellung oder so eine Orientierung. Dort hatten sich mehrere Ausbildungsberufe vorgestellt, darunter auch Heise. Ich fand das damals gar nicht interessant, weil ich wollte unbedingt studieren, weil ich dachte das ist der einzige Weg nach dem Abitur. Nach dem Abitur habe ich dann aber angefangen zu arbeiten und dachte, vielleicht ist das auch gar nichts für mich und bin dann auf Heise tatsächlich zurückgekommen. Dann habe ich mich hier damit beworben. Ich habe vor drei Jahren tatsächlich schon mein Abi gemacht oder zwei. Ich hatte noch ein bisschen Zweit dazwischen, wo ich noch gearbeitet habe und bin dann darauf zurückgekommen, weil ich dachte, das war relativ prägnant und einprägsam und ist doch eigentlich was ganz cooles was sich auch mal abhebt von der Standard Bankkauffrau/Industriekauffrau und sowas. Genauso bin ich zu Heise gekommen.
Wir sind ja gerade in der 11ten Klasse, was würdest du uns Schülern als Tipp oder Beratung für die Zukunft geben?
Ganz wichtig ist manchmal, obwohl man sich viel vorbereitet hat und schlechtere Ergebnisse erzielt hat, sich nicht niederschlagen zu lassen. Halt einfach da dran fest, versuch dein bestes. Das wird sich sicher auszahlen, auch wenn man mal schreibt eine 4 schreibt, oder ein Unterkurs hat. Das kann mal passieren, auch wenn man sich gut vorbereitet hat. Aber wenn man sich selbst sagt, ich habe mich gut vorbereitet, ich habe mich damit beschäftigt, dann hat man sich selbst nicht vor zu werfen. Es ist ok sich für andere Wege zu entscheiden als der ganz normale Strang, dass ist auch ok, man muss das nicht haben. Klar, man hat auch Ansprüche an sich selbst, aber manchmal klappt das auch alles nicht so und das ist ok. Genau, ich glaube das sind so die ratsamsten Sachen, die ich auch so von meiner Abizeit Revue passieren lassen kann, manchmal man sich so geärgert. Man hat stundenlang gelernt und dann hat es doch irgendwie nicht geklappt. Das ist ok, das kann passieren. Manchmal hat man nicht den Tag, so ist es bei der Führerscheinprüfung oder überall im Leben. Setzt euch nicht so unter Druck. Findet da ein Mittelweg für euch, aber habt doch noch ein bisschen Freizeit, lebt auch eure Hobbys aus und lebt nicht nur für die Schule. Das ist auch viel gesünder für die mentale Gesundheit.
Dann haben wir noch eine etwas abschweifende Frage, und zwar, weißt du denn den Unterschied zwischen einem Familienunternehmen und einem normalen Unternehmen?
Sie unterscheiden sich so halb viel und so wenig viel. Ich will mich da ja auch nicht so drauf festnageln lassen, aber natürlich ist es so bei Familienunternehmen, das es Familien geleitet ist. Es geht durch mehrere Generationen. Gerade ist es die vierte Generation mit Johanna Heise. Hier merkt man das es vor allem wirklich sehr Familiär untereinander ist. Wir haben hier auch eine Duz-Kultur, also zum Beispiel unseren Geschäftsführer, den duzen wir genauso wie z.B. ich meine Mitazubis. Hier wird jeder geduzt, jeder miteinander. Natürlich nach außen hin siezt man erstmal er aber so ist das prinzipiell. Hier wird viel getan für das Employer Branding, also das Unternehmen auch attraktiv für Außen zu machen. Wir haben kostenloses Mittagessen, wir haben für den Ausbildungs Start und für die Ausbildungsdauer einen E-Roller bekommen oder ein Deutschland Ticket. Aber der größte Unterschied von einem Familienunternehmen zu einem normalen Unternehmen ist, dass es familiengeführt ist. Die Gründung hier war von der Heise Familie und so wird es auch weitergeführt, aber hier vor allem merkt man das auch, dass das wirklich mit Herzen ist und dass die Kollegen und Kolleginnen untereinander auch oftmals zu Freundin oder fast gewählter Familie werden.
Das ist ja schon cool mit dem duzen, das ist ja auf unserer Schule genau so.
Ja, das stimmt. Es ist schon schön, also die Autorität und der Respekt geht dadurch ja nicht verloren. Das hat was, was oftmals die Barriere jemanden anderen anzusprechen ausnimmt.
