Jugend und Corona: Mein Leben in der Pandemie. Nerv nicht!

Von Selin.

„Ich habe einfach kein Bock mehr“, diesen Worten meiner Freundin kann ich mich nur anschließen.

Normal oder gewöhnlich kann man meinen Alltag nicht mehr nennen. Als wäre eine graue dunkle Wolke über mir, die mich den ganzen Tag verfolgt. Jeder Tag ist gleich, es geht jedes mal von vorne los. 2020 ist so langweilig wie noch nie. Wie lange das wohl noch so weiter geht?!

Fangen wir mal bei meinem Tag an. Ich stehe um 7 Uhr auf und wecke meine Schwester. Ich mache mein Bett, putze mir die Zähne , wasche mein Gesicht, ziehe mich an und packe alle meine Sachen ein damit ich mich auf den Weg zur Schule machen kann.

Zurzeit eines  der wichtigsten Sachen in meinem Leben – die MASKE – die ich nicht vergessen darf. Bevor ich die Schule betreten kann, muss ich mir die Hände desinfizieren. Dann fängt die alltägliche Routine an. Alles hat sich verändert, ich muss durchgehend die Maske tragen, Abstand zu meinen Freunden halten, wobei ich mich da nicht immer dran halte, das tut aber auch nicht jeder hier. Mir kurz einen Stift ausleihen ist auch tabu, wobei das auch jeder gefühlt trotzdem tut. Alles ist komplizierter, da kommt wieder ein Lehrer und nervt mich voll, weil ich die Maske nicht richtig anhabe. Immerhin ist Mathe jetzt auch durch, ich darf jetzt endlich in die Pause. Es ist nicht mehr wie vorher, ich darf mich nur noch in  bestimmten Bereichen aufhalten. Die Pause ist nun auch vorbei, jetzt gehts ab zu Spanisch. Wenigstens dürfen wir noch Präsentationen machen. Leider nicht mehr mit Freunden – sondern alleine, wenn dann natürlich mit Abstand, wie immer.

Nach dem Vokabeltest ist um 14:30 Uhr Mittagspause. Jetzt kann ich endlich mit meinen Freunden die Pause verbringen. Mittlerweile ist es erlaubt das Schulgebäude zu verlassen , dort haben wir die Möglichkeit, das zu machen was Spaß macht. Die Maske endlich abzusetzen fühlt sich so komisch an, ich habe mich so daran gewöhnt: Es fühlt sich so an, als würde man ein Teil des Gesichts abziehen. Nach den letzten Stunden habe ich endlich Schluss. In Sport  können wir die Masken Gott sei Dank abnehmen und was in Gruppen machen .  Manchmal hat man kein Bock auf Sport vor allem nicht in den letzten Stunden, es sei denn es ist nichts Anstrengendes. Bei uns ist das Thema jetzt aber ganz entspannt. Nachdem ich die Bank weggebracht habe, ist dann Schluss. Das wars  leider noch nicht. Ich muss mich jetzt auf den Weg zur Nachhilfe machen, um für die Tests zu lernen. Um 17:30 Uhr bin ich damit durch.

Trotz Corona schreiben wir ganz viele Arbeiten. Hier muss man sich genauso an die Regeln halten. Das Lernen macht dadurch kein Spaß mehr, man hat einfach keine Motivation oder Lust. Jetzt geht es endlich nach Hause die Hände waschen und was essen. Danach lerne ich noch bis 20:00 Uhr. Ich habe jetzt noch Zeit und  mache mich fertig. Ich treffe mich mit meiner besten Freundin und darf die Maske nicht vergessen. Also bei uns  gibt es immer eine Umarmung, das Leben muss langsam normal weiter gehen. Um 21:15 Uhr bin ich zuhause. Ich packe meine Sachen für den nächsten unnormalen Tag. Maske hinlegen, damit ich sie nicht vergesse. Abends verbringe ich noch Zeit mit meiner Kernfamilie. Es ist schade,  dass man nicht mehr die restliche Familie besuchen darf, die vermisst man ja nach so langer Zeit auch. Zähne putzen, Haare machen, Schulbücher einpacken und versuchen einzuschlafen.
 
Ein ganz langer anstrengender Tag. So etwas Außergewöhnliches ist uns noch nie passiert. Es fühlt sich echt so an, als wäre man in einer Seifenblase eingesperrt und findet keinen Weg heraus. Ich hoffe, dass ein Tag kommen wird, wo man das alte Leben zurück bekommt.

igsroschuelerzeitung

Schülerblog der IGS Roderbruch

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