Warum die Schule stresst und mir die Zeit für Hobbys und Freizeit klaut

Eine ehrliche Rückschau auf eine ganz normale Schulwoche.

Es ist halb sieben wenn mein Wecker in der Woche morgens klingelt. Hoch motiviert stehe ich selbstverständlich gleich beim ersten Klingeln auf. Denn ich liebe Montage, endlich wieder Schule. Das Wochenende war doch ziemlich lang. Es folgt die morgendliche Routine: Anziehen, Frühstück, Zähneputzen, Wimpern tuschen. Spätestens um halb acht los zur Schule. Montags steht in den ersten Stunden Englisch an, danach Musik, Politik und Geschichte. Natürlich bin ich von der ersten bis zur letzten Sekunde aufmerksam dabei.

Selbstverständlich frage ich mich nie wann die Stunde endlich vorbei ist. Schließlich sind das alles hoch wichtige Dinge, die ich jeden Tag meines Lebens anwende.
Komme ich nach neun Stunden Schule nach Hause gibt es natürlich nichts Schöneres als umgehend mit den Hausaufgaben zu beginnen.

Jetzt kurz nach den Osterferien hält sich der Stress und die Menge an Hausaufgaben noch in Grenzen. Es steht auch nur noch eine Klausur aus, da ich Glückspilz während der Facharbeitsphase und auch direkt vor den Ferien schon die meisten Klausuren schreiben durfte. Doch es wird sicherlich auch wieder Tage geben, an denen ich außer essen und Hausaufgaben erledigen zu nichts anderem kommen werde. Das sind doch immer noch die schönsten Tage.

Wobei einige vielleicht sagen würden, die ist ja schön doof. Macht immer noch sämtliche Hausaufgaben. Allerdings sind diese Hausaufgaben oftmals dazu da, bereits Erlerntes zu festigen oder um besser im Unterricht mitarbeiten zu können.

Wow, dieser Satz hätte so wohl auch von einem Lehrer oder einer Lehrerin sein können.

Da sollte ich mir vielleicht auch mal Gedanken zu machen. Mal davon abgesehen gibt es ja auch noch Lehrer die kontrollieren, ob die Hausaufgaben gemacht wurden. Da würde ich mir nur selber schaden, denn ob nun legitim oder nicht, wenn ein Lehrer denkt, dass man die Hausaufgaben aus Prinzip nicht macht, könnte sich das früher oder später in der Note widerspiegeln. Wenn man dann auch noch zu den Personen gehört, die wie ich teilweise etwas stiller sind, ist das erst recht ungünstig.

Die Zeit mich darüber zu ärgern, hab ich durch die langen Unterrichtszeiten und die in einigen Fällen umfassenden Berge von Hausaufgaben nun wirklich nicht. Daher stellt sich mir überhaupt nicht die Frage, ob ich die Hausaufgaben jetzt mache oder nicht. Während viele Hausaufgaben nicht machen, weil sie sie für sinnlos halten muss ich gestehen, dass ich eine chronische Hausaufgabenmacherin bin. Ich kann leider nicht anders. Auch wenn ich mir selbst des Öfteren die Frage nach der Sinnhaftigkeit stelle. Es drängt sich mir, besonders in Hausaufgabenhochphasen, doch ebenfalls immer wieder die Frage auf, ob wirklich alle Lehrer glauben, dass wir nach der Schule nur die Hausaufgaben ihres Faches zu erledigen hätten. Denn oftmals ist genau das eben nicht der Fall.

An dieser Stelle eine simple mathematische Überlegung. Leider passen das Ende der Schule und die Fahrzeiten meiner Züge nicht optimal zueinander, weshalb ich erst mal noch eine Weile am Bahnhof stehe. Sobald es wärmer draußen wird kein Problem, bei kalten Temperaturen und zusätzlich Wind, eher unschön. Dementsprechend ziemlich fertig und durchgefroren, bin ich wenn ich um sechzehn Uhr Schluss hab, um siebzehn Uhr endlich Zuhause angekommen. Ziehen wir insgesamt etwa eine Stunde zum Essen ab und gehen davon aus, dass ich spätestens um dreiundzwanzig Uhr ins Bett gehe, denn ich bevorzuge eher mehr als weniger Schlaf, bleiben mir noch knapp fünf Stunden für Hausaufgaben. Obwohl sich das viel anhört, vergeht diese Zeit doch immer recht schnell. Müssen doch zwischenzeitlich Nachrichten gescheckt und beantwortet werden und hier und da ein Video angeschaut werden. Klar, ich bin längst nicht immer hundertprozentig bei meinen Aufgaben, doch Zeit um Freunde zu treffen bleibt trotzdem nicht, denn die haben wohl dieselben Probleme wie ich. Verabreden ist höchstens Mal am Wochenende möglich, in der Woche keine Chance, dank kollidierender Schulzeiten und Hausaufgaben. So oder so ähnlich laufen alle Tage meiner Schulwoche ab.
Wenn dann auch noch für eine Klausur gelernt werden muss wird es richtig lustig.
Herrscht doch mal eine Flaute durch die ich wenig bis gar nichts zu tun habe, nutze ich diese Zeit natürlich sofort um schon mal für die Klausur in drei Wochen zu lernen. Ja, ganz bestimmt. Mal ehrlich, manchmal muss ich mir auch einfach mal ein paar Videos auf Youtube anschauen oder ein, zwei oder drei Folge einer Serie, wenn ich denn mal ein bisschen Zeit habe. Einfach mal den Kopf abschalten und sich nur berieseln lassen oder aber verdrängen was man doch noch alles tun müsste. Die wenigen Hausaufgaben kann ich auch noch später erledigen. Doch Überraschung, am Ende muss dann doch alles an einem Tag erledigt werden, weil mir die Zeit verloren gegangen ist. Das einzige Hobby, dass neben der Schule fest eingeplant ist, sind meine Trainingszeiten beim Sport. Ansonsten würde mir wohl manchmal die Decke auf den Kopf fallen.

Die Zeit dafür nehme ich mir, auch wenn die Schule für sonstige Hobbys nur wenig Zeit lässt.

Darum erwische ich mich oft dabei, dass ich Dinge immer weiter aufschiebe, wie das Buch das ich vor einem Monat angefangen habe endlich zu Ende zu lesen. Wer mich kennt weiß, dass ich dafür normalerweise höchstens ein paar Tage, wenn ich mal richtig viel Zeit habe nur ein paar Stunden brauche. Doch die Schule raubt mir die Zeit.
Wenigstens kann ich mich mit dem Gedanken trösten, dass Ende nächstens Monats schon wieder Sommerferien sind und es bis dahin durch Himmelfahrt und Pfingsten zwischendurch noch einige freie Tag gibt. Immerhin etwas.

Jetzt sollte ich aber wirklich mit meinen Hausaufgaben anfangen.