Über den Dächern

IMG_0841 - KopieIch bin allein. So allein. Mein Lächeln ist verblasst, genau wie die Erinnerungen an meine Freunde. Alles zieht vorbei, die Menschen, die Tiere, die Zeit.

Menschen sehen mich, doch ihre Blicke sind nicht auf mich gerichtet. Ich kann sie verstehen, ich bin ja nicht schön anzusehen. So alt wie ich bin, so befleckt, zerfallen innerlich und äußerlich.

Fröhliches Gelächter der Menschen, das Flüstern des Waldes und des Windes, das boshafte Kreischen der Vögel, alles Geräusche die wie ein Echo in mir schallen. Der prasselnde Regen und die glühend heiße Sonne fügen mir Tag für Tag Schmerzen zu. Die kalte Hand des Windes lässt die Toten der Bäume neben mich herabfallen.

So allein. Niemand spielt mit mir, ich höre die Menschen lachen. Sie haben Spaß, sind ohne mich glücklich und das ist ok. Denn von hier aus sehe ich wie das Leben seine Fäden spinnt und jeder seinen Weg an mir vorbeigeht.

Vor mir ist eine kleine Pflanze in einer Regenrinne. Ich hoffe ich erlebe noch wie sie erblüht.

Trotzdem bleibe ich was ich bin, der Tennisball auf dem Dach.

 

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