Hannah Arendt: Eine Hannoveranerin und ihr Vermächtnis

Ein Beitrag von Melisa und Gwen.

Hannah Arendt war eine jüdische Frau und eine der bekanntesten politischen Theoretikerinnen.

Sie studierte Theologie und Philosophie und erhielt einen Doktorgrad. Trotz ihres Philosophiestudiums bezeichnete sie sich als politische Theoretikerin, da sie ihre Arbeit nicht als im klassischen Sinne philosophisch sah. Hannah Arendt wurde in Hannover geboren und ist hier aufgewachsen. Sie musste jedoch zur Zeit des Nationalsozialismus fliehen, da sie aufgrund ihrer politischen Meinung eine „Gefahr“ für das Nazi-Regime darstellte.

Wie viele Juden zu dieser Zeit floh sie zunächst nach Frankreich. Im Pariser Exil lebten sie und ihr erster Ehemann Günther Anders sich auseinander und ließen sich schließlich voneinander scheiden. Ein paar Jahre später im Jahr 1940 wurde sie in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich gebracht, aus dem sie nach vier Wochen wieder entkam. Durch den Ausbruch aus dem Lager verlor sie jedoch ihre deutsche Staatsangehörigkeit. Durch diesen Verlust floh sie durch viele Länder und endete schließlich in New York. Trotz ihrer Vergangenheit baute sie sich dort ein neues Leben auf.

Dort begann sie, sich mit den Themen Demokratie, Freiheit und Menschenrechte zu beschäftigen. Bekannt wurde sie durch ihre Meinungen und Analysen über den Nationalsozialismus. Deshalb erinnert sich auch Hannover an sie, trotz ihrer späteren Distanz zu Deutschland. Ihre Meinung über die Mitmenschen zeigt sich deutlich in einem ihrer bekannten Zitate, nämlich: „das Recht, Rechte zu haben“, welches verdeutlichen soll, dass jeder Mensch dieselben Rechte haben sollte (egal, wie unterschiedlich die Menschen auch sind).

Gerade weil Hannah Arendt Ausgrenzung, Vertreibung und Flucht selbst erlebt hat, nutzt Hannover sie als eine Mahnung dafür, dass Jugendliche sich für eine demokratische, weltoffene und menschenrechtliche Zukunft interessieren und einsetzen sollen. Zudem wird sie für ihre Gedanken über diese Themen in Hannover geehrt und soll Jugendlichen beibringen, die Vergangenheit kritischer zu betrachten.

Hannah Arendts Geschichte zeigt uns, wie schnell Menschenrechte, Freiheit und Demokratie verloren gehen können, wenn Menschen wegschauen und Befehle nicht hinterfragen. Sie zeigt uns, dass man diese Werte immer wieder verteidigen muss und dass sie keine Selbstverständlichkeit sind.

Ihre Botschaft ist so wichtig, da sie auch zeigt, dass eine solche Grausamkeit auf jeden Fall verhindert werden muss, damit sich ihre Erfahrungen nie wiederholen. In Hannover steht sie damit nicht nur als eine historische Persönlichkeit, sondern für die dauerhafte Verpflichtung, aus der Geschichte zu lernen und eine Gesellschaft mitzugestalten, in der jeder Mensch die gleichen Rechte und Stimmen hat. Aufgrund dessen erinnert Hannover mithilfe von vielen Orten und Veranstaltungen an sie, zum Beispiel mit dem Hannah-Arendt-Stipendium, der Hannah-Arendt-Schule und den Hannah-Arendt-Tagen.

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