Befehle blind verfolgen

Ein Beitrag von Jan, Erik und Hasan.

In unserem Text geht es um die Frage „Warum ist Hannah Arendt bis heute umstritten?“. Hannah Arendt, geboren am 14. Oktober 1906 in Linden, war eine jüdische Politikerin und Philosophin, die sich vor allem mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust beschäftigt hatte. Dafür reiste sie 1961 im Auftrag der US-amerikanischen Zeitschrift „The New Yorker“ als Journalistin nach Jerusalem, um den Gerichtsprozess gegen Adolf Eichmann zu beobachten und darüber für die genannte Zeitschrift zu berichten. Adolf Eichmann, geboren am 19. März 1906 in Solingen, war ein wichtiges Mitglied der Nazis und Mitglied der SS. Er hatte eine wichtige Rolle bei der Deportation von Juden, weshalb er für seine Beteiligung am Holocaust verantwortlich gemacht wurde. Dazu kamen noch die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Kriegsverbrechen, weshalb er beim Gerichtsprozess zum Tode verurteilt wurde. Am Ende starb Adolf Eichmann am 1. Juni 1961 in einem Gefängnis in Israel.

Während des gesamten Gerichtsprozesses entwickelte Hannah Arendt ihre bekannte Idee von der „Banalität des Bösen“. Hannah Arendt meinte mit der „Banalität des Bösen“, dass auch „normale“ Menschen schlimme Taten begehen können, indem sie Befehle von ihren Vorgesetzten befolgen, ohne über die Folgen ihres Handelns nachzudenken. Zum Beispiel gibt in Nordkorea Kim Jong Un als oberste politische Führungsperson einen Befehl, und keiner der untergeordneten Funktionäre hinterfragt seinen Befehl, weil sie die erheblichen Konsequenzen eines Widerspruchs gegenüber Kim Jong Un kennen. Das ist ein vergleichbares Beispiel von früher, dass Befehle ohne Nachdenken ausgeführt werden. Sie fand, dass Adolf Eichmann nicht wie ein grausamer Mensch wirkte, sondern wie ein normaler Mensch, der einfach Befehle ausführte. Somit wollte sie keinesfalls die Taten von Adolf Eichmann verharmlosen. Sie wollte damit zeigen, dass, wie schon gesagt, „normale“ Menschen schlimme Taten begehen können, weil sie Befehle ausführen, ohne über ihr Handeln und dessen Folgen nachzudenken.

Hannah Arendt ist bis heute umstritten, weil viele Menschen fanden, dass sie Adolf Eichmann zu sehr verharmlost darstellte, indem sie sagte, dass er nicht wie ein „Monster“ aussehe, sondern eher wie ein normaler Beamter. Dazu kritisierte Hannah Arendt das Verhalten von einigen jüdischen Führungskräften während des Holocaust. Ihr wurde vom jüdischen Gelehrten Gershom Scholem vorgeworfen, die Opfer des Holocaust zu wenig zu berücksichtigen. Trotz der ganzen Vorwürfe ist ihre Arbeit bis heute sehr wichtig, weil sie die Frage stellt, wie Menschen zu Tätern schlimmer Taten werden können und welche Verantwortung jeder einzelne Mensch für sein Handeln trägt.

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