Roderbruch Open am 3. November: Schach als Begegnung

Unser Schulleiter spielt mit – Rating 1174.

Ein Interview von Leyla.

Am 3. November laden die „Roderbruch Open“ an der IGS Roderbruch zum siebten Mal zum offenen Schachturnier ein. Das Format ist bewusst niederschwellig: Spielfreude, Dialog und Begegnung stehen vor Wertungsdruck, willkommen sind alle Spielstärken und alle, die ihre „verschüttete Schachbiografie“ wiederentdecken wollen.

Schach schafft hier einen ruhigen Gegenakzent zum Alltag, fordert Konzentration und Fairness und eröffnet Gespräche über Züge, Ideen und Fehler. Unser Schulleiter ist mit am Brett; sein aktuelles Online-Rating markiert den Geist der Veranstaltung: solide spielen, voneinander lernen, gemeinsam besser werden.

Lieber Matthias Aschern, seit einigen Jahren organisierst du an der IGS Roderbruch die „Roderbruch Open“. Wie ist die Idee konkret entstanden, und welches Format wolltest du damit bewusst setzen: Wettkampf als Begegnung statt verbissenes Turnierschach?

Die Idee für die „Roderbruch Open“ ist im Wahlbereich Schach entstanden. Wir haben uns für ein Wettkampfformat interessiert, das Spielfreude, Dialog und Begegnung nach vorn stellt und nicht verbissenes Turnierschach. Am 03. November dürfen wir zum siebten Mal ein solches Turnier ausrichten.

Was reizt dich persönlich am Schach, und wie sah dein eigener Weg zum Spiel aus?

Ich selbst habe als Kind eher lustlos mit meinem Vater gespielt, schnell verloren und mich anderen Dingen zugewandt. Das ist übrigens sehr typisch: Nur wenige Menschen hatten noch nie Kontakt zu diesem Spiel. Häufiger sind „verschüttete Schachbiografien“. Meine begann in der Pandemie auf chess.com ein zweites Mal.

Warum, glaubst du, täte es vielen gut, Schach (wieder) zu spielen? Welche kognitiven, charakterlichen und sozialen Lernprozesse fördert das Spiel aus deiner Sicht besonders?

Schach ist intensiv und langsam. Es steht in starkem Gegensatz zu allem, was uns stresst. Schach erlaubt die völlige Fokussierung auf eine Sache. Es schult nicht nur das analytische und strategische Denken. Es ist auch eine Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen und mit Niederlagen, aber es erlaubt auch, über sich hinauszuwachsen. Schließlich erzwingt Schach auch das Eindenken in ein Gegenüber: Wer den Gegner nicht liest, wird verlieren.

Welche Eröffnungen bevorzugst du mit Weiß und mit Schwarz, und wo liegt aktuell deine Wertungszahl?

Mit weiß spiele ich am liebsten Queen’s Gambit, die Réti-Eröffnung oder das English Opening, mit schwarz eher sizialianisch oder französisch. Meine Bewertungszahl bei chess.com liegt derzeit bei 1174 Punkten. Das ist ordentliches Mittelmaß. Ich bin eher ein Vermittler.

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