Trainiert, gefiltert, inszeniert – warum wir uns auf Social Media falsch sehen

Was ist heutzutage überhaupt ein gesunder Körper und wie wird unsere Sicht darauf durch Social Media verändert?

Ich bin 18 Jahre alt und meine Sicht auf einen gesunden Körper hat sich meiner Meinung nach stark durch Social Media verändert. Obwohl mein Körper für die meisten in Ordnung wäre, fühle ich mich oft gar nicht mehr wohl, manchmal sogar so sehr, dass ich mich schäme. Aber woher kommt das überhaupt?

Wenn man sich ein wenig mit Fitness beschäftigt, fällt schnell auf, dass sehr viele Fitness-Influencer auf TikTok, Instagram und YouTube seit Jahren trainieren und deshalb einen stark definierten Körper haben. Trotz des jahrelangen Trainings zeigen viele dieser Personen jedoch nur ausgewählte Bilder oder Videos, die bestimmte Ansprüche an den Körper noch weiter in die Höhe treiben. Da Fitness ein zeitintensiver Sport ist, verändert sich der Körper nicht gleich nach ein paar Wochen Training – und genau hier beginnt das Problem.

Viele verlieren sich in Gedanken, vergleichen sich mit anderen und fühlen sich schlecht, obwohl sie in Wirklichkeit in guter Form sind. Oft wird vergessen, dass Influencer ihre Bilder mit optimalen Lichtverhältnissen aufnehmen, Bearbeitungsprogramme wie Photoshop nutzen oder bewusst faken, um besser auszusehen.

Ich erinnere mich an einen Abend, an dem ich im Bett lag und endlos durch TikTok scrollte. Eigentlich war ich zufrieden. Nach dem Training im Fitnessstudio war ich stolz, meine Leistung steigern zu können. Doch mit jeder weiteren Minute, die ich auf TikTok verbrachte, sank meine Stimmung. Überall waren perfekt trainierte Körper und plötzlich fing ich an, mich zu vergleichen. Wieso sah ich nicht so aus? Warum fühlte ich mich schwach, obwohl ich Fortschritte machte?

Das große Problem an Social Media ist, dass viele Bilder nicht die Wirklichkeit zeigen und dadurch unsere Selbstwahrnehmung verzerren. Wir sehen eine perfekte Version von Menschen, die es so im Alltag kaum gibt.

Um besser damit umzugehen, hilft es mir, mir bewusst zu machen, dass viele Aufnahmen inszeniert sind und dass jeder Körper anders ist. Heute versuche ich, meinen Fokus stärker auf meine eigenen Ziele zu legen, anstatt mich mit fremden Idealen zu vergleichen. Fortschritte müssen nicht spektakulär aussehen. Wichtig ist, dass man stolz auf sich selbst ist, auf den Weg, den man bis jetzt zurückgelegt hat, und dass man sich in seinem eigenen Körper wohl fühlt.

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