Ein Beitrag von Margarete.
Patrick Doert gehört zu einer Generation, die in den 80er-Jahren von Hip-Hop-Kultur, Breakdance und den ersten bunten Schriftzügen an Wänden fasziniert war. Sein Weg begann nicht in einer Akademie oder im Atelier, sondern mit einem Bericht in der Jugendzeitschrift Bravo. Neugierig geworden, griff er zu Stift und Papier – und legte damit den Grundstein für eine Leidenschaft, die ihn bis heute begleitet.
„Graffiti beginnt als Vandalismus und wird zur Kunst.“ – Patrick Doert
Wie bist du zum Graffiti gekommen?
1984 gab es in der Bravo einen Bericht über Breakdance, Hip-Hop und Graffiti. Das hat mich sofort neugierig gemacht. Ich habe angefangen zu zeichnen – und daraus hat sich immer mehr entwickelt.
Gab es Vorbilder oder bestimmte Künstler, die dich geprägt haben?
Ja, sowohl Künstler als auch Filme. Besonders die New Yorker Graffiti-Künstler wie Seen. Dazu kamen die Filme Wildstyle und Beat Street.
Welche Bedeutung hat Graffiti heute in deinem Leben?
Graffiti ist für mich Ausdruck und Leidenschaft. Es geht auch um Fame – jeder soll die Bilder sehen.
Was macht für dich ein gelungenes Graffiti aus?
Ein guter Style: die Schrift, ihre Form und die Farben. Charaktere oder Figuren sind dann das Extra.
Wie wichtig ist dir der öffentliche Raum für deine Kunst?
Sehr wichtig. Graffiti im Museum oder auf Leinwand ist nicht dasselbe. Graffiti ist für alle da, im öffentlichen Raum. Legale Wände machen das möglich.
Wo ziehst du selbst die Grenze zwischen Kunst und Vandalismus?
Graffiti beginnt als Vandalismus und wird zur Kunst.
Welche Rolle spielt die Illegalität?
Ein illegales Bild zeigt viel Kraft und Stärke – und es bekommt Respekt in der Szene.
Graffiti verändert den Stadtraum ohne zu fragen. Wem gehört deiner Meinung nach der öffentliche Raum?
Graffiti nimmt sich den Raum selbst.
Glaubst du, dass Graffiti irgendwann den gleichen Kunststatus wie Malerei oder Skulptur bekommt?
Den hat es längst. Graffiti ist eine eigene Kunstform.
Was wünschst du dir von den Menschen, die an deinen Arbeiten vorbeigehen?
Dass sie Freude daran haben, Spaß beim Hinsehen – vielleicht auch Staunen.









