Ein Beitrag von Hannah Bauer
Ich fühle mich oft gestresst. Seit mehreren Jahren schon denke ich ständig, dass es doch noch irgendetwas geben muss, das ich vergesse. Eine Hausaufgabe, die noch erledigt werden muss, ein Termin, der auf mich wartet oder die Spülmaschine, die noch ausgeräumt werden will. Und mit meinem Stress bin ich nicht alleine. Viele deutsche Jugendliche fühlen sich oft bis sehr oft gestresst. Aber woran liegt das? Woher kommt so viel Stress bei gerade einmal 17 Jahren Lebenserfahrung? Und was kann man dagegen machen?
Ich persönlich merke, dass die größten Auslöser Schule, Zeitmanagement und die Erwartungen anderer sind.
Ständig gibt es Hausaufgaben, die gemacht werden, Arbeiten, für die gelernt werden, Präsentationen, die gehalten und Deadlines, die eingehalten werden müssen.
Der DAK-Präventionsradar ist eine Umfrage, mit der die Prozentzahl von gestressten Schüler:innen in Deutschland erhoben wurde. In der dritten Umfragewelle (2018/2019) gaben 52 % der 14- bis 17-Jährigen an, oft bis sehr oft gestresst zu sein. Bei den Mädchen (64 %) gaben 23 % mehr als bei den Jungs (41 %) häufig vorkommenden Stress an.
Dieser Stress setzt sich natürlich für jeden individuell aus verschiedenen Faktoren zusammen. Ein sehr häufiger ist dabei der Leistungsdruck in der Schule, der durch hohe Erwartungen ausgelöst wird. Diese hohen Erwartungen können von Menschen aus dem sozialen Umfeld, wie Eltern, Lehrern oder Mitschülern, aber auch von einem selbst ausgehen. Ich selbst habe einen gewissen Anspruch an mich, zu großen Teilen auch, weil ich nicht das Gefühl haben möchte, andere zu enttäuschen.
Zu dem Leistungsdruck, der durch verschiedenste Einflüsse suggeriert wird, kommt das Zeitmanagement. Viele Jugendliche haben Hobbys. Ich zum Beispiel treibe gerne viel Sport. Und die Zeit, die ich beim Training verbringe, genieße ich, da ich mich dadurch auf etwas anderes als Schule konzentrieren kann. Trotzdem komme ich oft abends nach Hause und nach dem Duschen und Essen geht es wieder an den Schreibtisch, um die Hausaufgaben für den nächsten Tag zu beenden. Wenn man dazu noch bedenkt, dass ich teilweise viermal die Woche von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr in der Schule bin, Freunde treffen möchte, Zeit mit der Familie verbringen will und Zeit für mich brauche, sind das ganz schön viele Sachen, die ich jonglieren muss.
Dadurch kommt die Zeit für mich am Tag oft zu kurz und wird auf nachts verschoben. Da bin ich dann gerne noch am Handy, auf Social Media, auf Insta, TikTok oder YouTube, um mich etwas vom stressigen Alltag abzulenken.
Die Zeit, die ich nachts aufbringe, um mich vom Tag zu „erholen“, verliere ich allerdings an Schlaf, wodurch ich in den nächsten Tag eher unausgeruht starte.
Die sozialen Medien stellen in diesem Kontext also ein Paradoxon dar.
Denn ich nutze sie auch über den Tag verteilt gerne, um mal ein paar Minuten Pause zu machen und mich auszuruhen. Das Problem dabei ist jedoch, dass aus ein paar Minuten immer mehr werden und es zusammengerechnet auch schnell zu ein paar Stunden ausarten kann.
Der Fakt, dass ich durch die Nutzung von Social Media enorm an Zeit verliere, ist bei Weitem nicht der einzige Nachteil. Denn im Internet werden einem etliche scheinbar perfekte Leben vorgespielt und man fängt an, sich unterbewusst ständig mit anderen zu vergleichen. Dabei vergisst man schnell: Generell wird öffentlich eher Positives gezeigt, und keiner ist wirklich so perfekt, wie man es durch den Content denkt.
Es scheint also wohl leider doch etwas an Mutters berühmtem Spruch zu sein: „Das liegt alles daran, dass du immer so viel am Handy bist!“
Aber ich habe Wege gefunden, den Stress im Alltag etwas zu reduzieren.
Ich versuche, abends rechtzeitig mein Handy wegzulegen und mache einen Fokus rein, damit ich nicht ständig von neuen Nachrichten gestört werde. Mit Hausaufgaben und dem Lernen versuche ich, rechtzeitig anzufangen, damit ich nicht alles am Abend vorher machen muss.
Leider klappen diese Versuche aber nicht immer ganz so gut, wie ich das will. Ein Anfang ist es trotzdem, und ich rate jedem, der sich oft gestresst fühlt, einen Weg zu finden, mit diesem umzugehen und sich einfach mal zu entspannen und sich zu überlegen, was das Schlimmste ist, was passieren kann. Denn oft macht man sich viel mehr Sorgen, als nötig sind.

Hallo, ich verstehe nicht das die jetzigen Schüler der IGS Roderbruch Hausaufgaben bekommen.
Bisher war es so, daß bei einem Unterrichtsschluß gegen 13h noch Hausaufgaben hinzu kommen. Und bei einer „Ganztagsschule“, wie der IGS Roderbruch, keine Hausaufgaben entstehen, da der Unterrichtsschluß später am Nachmittag liegt.
Bitte mal Rückantwort an: mail@stefanhinz.com
Danke!