Ein Beitrag von Meryem.
Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist durch globale Krisen belastet
Auch Jahre nach der Corona-Pandemie geht es vielen Kindern und Jugendlichen psychisch schlechter als früher. Das zeigt die COPSY-Studie (Corona und Psyche) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Zwar hatten sich die psychischen Probleme nach der Pandemie zunächst etwas gebessert, doch im Herbst 2024 wurde klar: Viele junge Menschen fühlen sich weiterhin belastet. Mehr Kinder und Jugendliche berichten von einer schlechteren psychischen Gesundheit im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie. Außerdem leiden sie unter psychischen Auffälligkeiten, wie zum Beispiel Angst oder Niedergeschlagenheit. Besonders schwer machen es jungen Menschen die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, Sorgen um die Umwelt und die wirtschaftlichen Unsicherheiten. All diese globalen Krisen bereiten ihnen Stress und beeinflussen ihr Wohlbefinden.
Was können Schüler tun, um ihre psychische Gesundheit zu stärken?
- Über Sorgen sprechen
- Sprich mit Freunden, Lehrern oder deinen Eltern über das, was dich belastet oder die Sorgen, die du hast.
- Dich auf Positives konzentrieren
- Führe ein Tagebuch, in dem du täglich drei Dinge aufschreibst, die gut gelaufen sind.
- Setze dir kleine Ziele und freue dich über jeden Schritt, den du erreichst.
- Ruhe finden
- Mache Atemübungen oder kurze Meditationen, um Stress abzubauen.
- Konzentriere dich auf den Moment, auf das Hier und Jetzt.
- Hilfe suchen
- Wenn du merkst, dass es dir langfristig schlecht geht, zögere nicht, dir Hilfe zu holen (zum Beispiel können Schulpsychologen, Vertrauenslehrer, Therapeuten oder Beratungsstellen dich unterstützen).
- Stress abbauen durch Aktivitäten
- Bewegung hilft: Gehe spazieren, treibe Sport oder tanze – das baut Stress ab und macht den Kopf frei.
- Kreative Aktivitäten wie Malen, Musik oder Schreiben können auch dabei helfen, Gefühle zu verarbeiten.
- Gemeinsam stark sein
- Verbringe Zeit mit Freunden und Familie – ein starkes Umfeld gibt dir Halt.
- Engagiere dich bei sozialen oder Umweltprojekten. Es tut gut, aktiv etwas zu bewirken (auch für das Selbstwertgefühl).
- Bewusst mit Nachrichten umgehen
- Zu viele negative Nachrichten können Angst machen. Begrenze deine Zeit für News und informiere dich nur bei vertrauenswürdigen Quellen, bei denen du dir sicher bist, dass sie dich nicht belasten.
Was kann die Schule tun?
Auch Schulen können helfen, die psychische Gesundheit der Schüler zu stärken:
- Workshops: Themen wie Stressbewältigung oder Umgang mit Krisen in den Unterricht integrieren.
- Klassengemeinschaft stärken: Teamprojekte und gemeinsame Aktivitäten fördern den Zusammenhalt.
- Schulklima verbessern: Ein Umfeld schaffen, in dem sich alle sicher und akzeptiert fühlen.
Globale Krisen belasten die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stark. Trotzdem gibt es viele Möglichkeiten, damit umzugehen. Offen über Sorgen sprechen, sich auf Positives konzentrieren, aktiv bleiben und Unterstützung suchen können helfen, innere Stärke zu entwickeln. Außerdem sollte man daran denken, dass man nie allein ist – es gibt immer jemanden, der helfen kann.
Warum ist Wohlbefinden in der Schule wichtig?
In dieser Studie (https://doi.org/10.53349/schuleverantworten.2024.i4.a483) wird die Bedeutung des Wohlbefindens in der Schule für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft hervorgehoben. Wohlbefinden wird als grundlegende Voraussetzung für erfolgreiches Lernen, als eigenes Bildungsziel und als Ressource zur Bewältigung von schulischen Herausforderungen angesehen. Das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler beeinflusst ihre schulischen Leistungen, ihr Selbstwertgefühl, ihre Gesundheit sowie ihre sozialen Fähigkeiten und ihr Engagement in der Schule. Auch das Wohlbefinden der Lehrkräfte und Schulleitungen ist entscheidend, da es ihre Fähigkeit stärkt, qualitativ hochwertigen Unterricht zu bieten, ein positives Lernumfeld zu schaffen und ihre beruflichen Herausforderungen zu bewältigen. Eine Schule, die sowohl akademische Leistungen als auch die sozio-emotionale Entwicklung fördert, schafft ein unterstützendes und erfolgreiches Umfeld für alle Beteiligten.
Wohlbefinden hilft nicht nur dabei, besser zu lernen, sondern auch, sich besser in der Schule zu integrieren, gesünder zu leben und als Gemeinschaft erfolgreicher zu sein. Für Lehrkräfte bedeutet es, dass sie durch ein gutes Wohlbefinden besser unterrichten können und länger im Beruf bleiben. Ein gutes Schulklima fördert nicht nur den schulischen Erfolg, sondern auch das soziale und emotionale Wachstum aller in der Schule.
Wohlbefinden in der Schule bedeutet, wie gut sich jemand fühlt. Es geht nicht darum, immer glücklich zu sein, sondern darum, wie man das Leben und die Situationen insgesamt bewertet. Man fühlt sich wohl, wenn die positiven Erlebnisse überwiegen, auch wenn es manchmal negative Aspekte gibt. Für Lehrkräfte kann das zum Beispiel heißen, dass sie Spaß am Unterrichten haben, aber auch Sorgen über ihre Beziehungen zu Kollegen. Schulen sind dafür verantwortlich, eine Umgebung zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen. Dazu müssen Lehrer:innen, Schüler:innen und andere Mitglieder der Schulgemeinschaft zusammenarbeiten. Führungskräfte in der Schule spielen eine wichtige Rolle beim Fördern des Wohlbefindens. Sie schaffen eine positive Schulumgebung, in der sich alle sicher und unterstützt fühlen. Dazu gehört die Umsetzung von Programmen für körperliche und geistige Gesundheit, ein inklusives Klima und die Unterstützung der Work-Life-Balance der Lehrer:innen. Offener Dialog und regelmäßige Kommunikation stärken das Vertrauen und fördern das Wohlbefinden. Führungskräfte sollten eine Kultur mit gemeinsamen Zielen und Werten aufbauen, die durch Anerkennung und Wertschätzung der Lehrer:innen unterstützt wird. Dies steigert die Motivation und wirkt sich positiv auf die Schülerinnen und Schüler aus.
Wie kann das Wohlbefinden in der Schule gefördert werden?
Das Wohlbefinden in der Schule kann durch einen sogenannten „Whole School Approach“ gefördert werden, bei dem alle Mitglieder der Schulgemeinschaft aktiv einbezogen werden. Dieser ganzheitliche Ansatz betrifft alle Bereiche der Schule, einschließlich des Lehrplans, der Lehrmethoden, der Schulatmosphäre und der Beziehungen zwischen Schüler:innen, Lehrkräften und Führungskräften. Drei zentrale Bereiche spielen dabei eine Rolle: Erstens das Lehren und Lernen, bei dem es wichtig ist, dass die Inhalte relevant und ansprechend sind und alle Beteiligten Anerkennung und Unterstützung erfahren. Zweitens geht es um Balance und Unterstützung, was bedeutet, dass Schüler:innen und Lehrkräfte einen fairen Arbeitsaufwand haben und ausreichend Zeit für außerschulische Aktivitäten sowie Stressbewältigung zur Verfügung steht. Drittens bezieht sich das Schulumfeld auf eine sichere, respektvolle und demokratische Atmosphäre ohne Mobbing, in der sich alle Mitglieder wohl und respektiert fühlen. Ein solcher Ansatz fördert ein gesundes und positives Schulklima, das das Wohlbefinden der gesamten Schulgemeinschaft stärkt.
