Interview zur Europawahl mit Johanna Brauer von den Linken

Ein Interview von Nala und Fiona.

Können Sie sich einmal vorstellen?

Ich bin Johanna Brauer, ich bin 18 Jahre alt und trete als jüngste Kandidatin Deutschlands für Die Linke zur EU-Wahl an.

Wie ist die Sicht der Linken zu Themen wie Klima, Asyl und Migration und Wirtschaftspolitik?

Klima: Um bis 2040 klimaneutral zu werden, braucht es tiefgreifende gesellschaftliche Umbauten. Es braucht Investitionen in klimaneutrale Infrastruktur und Industrie. Uns ist wichtig, dass das nicht die arbeitende Bevölkerung zahlen muss, sondern diejenigen, die von der Infrastruktur am meisten profitieren: Die Konzerne und Milliardäre müssen endlich auf ihren Privatjet verzichten und gerechte Steuern zahlen. Klimaschutz geht nur sozial gerecht. Wir müssen alle mitnehmen!

Wirtschaft: Die Ungerechtigkeit in der EU wird immer größer. Während jedes 5. Kind in Deutschland in Armut leben muss, haben drei Familien so viel Vermögen wie die ärmsten 50% der Bevölkerung. Das ist mit einer gleichberechtigten Gesellschaft nicht vereinbar. Wir wollen Superreiche endlich besteuern und die Mehrheit durch armutsfeste Grundsicherung, kostenlose Bildung und ÖPNV entlasten.

Asyl: In Artikel 16 des Grundgesetzes ist das Grundrecht auf Asyl festgeschrieben. Die aktuelle Politik der EU, die Festung noch höher zu ziehen und die Außengrenzen noch gefährlicher zu machen, ist menschenfeindlich und unterwandert dieses Grundrecht. Und wenn ein Grundrecht unterwandert werden kann, kann es jedes andere auch. Die vermeintlichen Werte der EU von Menschlichkeit und Freiheit sind nur dann glaubhaft, wenn sie nicht an der Außengrenze aufhören.

Warum ist es wichtig, sich vor allem als junger Menschen mehr in die Politik einzubringen?

Jeder Mensch ist erst einmal Teil der Politik. Über uns werden Entscheidungen getroffen, und wir prägen die Gesellschaft. Wenn wir uns dieser Tatsache bewusst werden, können wir selbst bestimmen, welche Rolle wir in der Gesellschaft einnehmen wollen, und können all das einfordern, was wir zum Leben brauchen. „Unpolitisch sein heißt politisch sein, ohne es zu wissen“ – Rosa Luxemburg. Politisch werden heißt selbstbestimmt zu sein.

Warum sind die Europawahlen für Bürger denn überhaupt der EU wichtig?

80% der Gesetze, die im Bundestag beschlossen werden, sind auf Grundlage von EU-Richtlinien entstanden. Die EU ist also ein wichtiger Hebel, mit dem man auch Einfluss auf die deutschen Parlamente nehmen kann.

Was schlagen Sie vor, um die Wahlbeteiligung zu erhöhen?

Indem man Politik für die Menschen macht und sie ernst nimmt. Abgesehen davon, dass EU-Politik oft sehr weit weg scheint, haben viele Menschen, großenteils berechtigt, nicht das Gefühl, dass sich Politiker*innen für ihre Belange interessieren. Die Menschen werden mit teuren Mieten, hoher Teuerung bei Lebensmitteln und kaputtgesparten Kommunen allein gelassen. Das wollen wir ändern.

Wofür steht die Linke konkret bei den Europawahlen?

Die Linke steht für ein Europa für alle. Wir setzen uns gegen Aufrüstung und für soziale Fürsorge ein. Wir legen uns für Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit konsequent mit den Konzernen an.

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