Mal was wieder was mit Heimat

Lange habe ich mit mir gehadert. Will ich wirklich auch noch einen Beitrag zu der schon so fehlgeleiteten Heimatdebatte beitragen? Muss das sein? Es muss.

Dabei ist es doch ganz einfach: Heimat ist da wo man zuhause ist. So die Definition die ich im Kopf hatte. Da denk ich doch nicht weiter drüber nach. Heimat ist eine Selbstverständlichkeit. Aber das ist sie nicht. Nicht mehr würde meine Oma vielleicht sagen, doch ich behaupte einfach mal, dass war sie noch nie. Nur mache ich mir jetzt eben auch Gedanken über Heimat. So wie viele andere auch. Manche, die es kaum aushalten können, dass im Garten ihrer Nachbarn eine Deutschlandflagge weht. Und andere, die darum bangen, dass ihr Bäcker bald das Leberkäsbrötchen aus dem Sortiment nehmen muss.

Und ist das Heimat? Die Deutschlandflagge im Garten und das Leberkäsbrötchen beim Bäcker?

Ja. Und nein.

Es ist das „nicht drüber wundern müssen“. Heimat, das ist ein tiefliegendes Verständnis von den Gegebenheiten um uns herum. Irgendwie „kenne“ ich das ja alles. Und so staune ich weder über die Deutschlandflagge noch über das Leberkäsbrötchen. Nur ist mir das oft eben nicht bewusst. Oder besser, war es nicht bewusst. Da hätten wir es wieder, mit der Selbstverständlichkeit. Diese Selbstverständlichkeit, die so viele Gefahren birgt. Denn jetzt, wo so viele Menschen in Deutschland angekommen sind, die ihre Heimat und damit eben auch jenes tiefliegendes Verständnis, zurücklassen mussten, wird sie zum Verhängnis. Nicht, dass es das nicht schon mal gegeben hätte. Migration ist so alt wie die Zivilisation selbst. Doch in dem Ausmaß ist es in Deutschland doch eine Weile nicht mehr vorgekommen. Auch wieder ein Umstand der zur Selbstverständlichkeit beiträgt. So mussten sich die allermeisten schon eine ganze Weile keine Gedanken mehr um Heimat machen. Doch dafür ist es an der Zeit! Denn nur, wenn ich mir mein eigenes, unterbewusstes Verständnis bewusst mache, kann ich es auch anderen verständlich machen, mich mit ihnen darüber austauschen und muss nicht auf das Verständnis derer zurückgreifen, die das ihre zwar besonders laut hinausposaunen, sich aber nach wie vor weigern, sich Heimat, ernsthaft bewusst zu machen.

Doch wie bewusst machen? Diejenigen von euch, die noch zur Schule gehen, haben es da etwas einfacher. Denn wer in Geschichte und Politik gut aufpasst, der wird sie schnell verstehen, die Flaggengegner und Leberkäsverteidiger.

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