Die Hannah Arendt Tage 2025 stellen die Frage, wie sich unser Verständnis von Stärke entwickelt und weshalb der Ruf nach starken Männern gegenwärtig wieder lauter wird.
Die Schülerinnen Lea, Lena und Diden aus dem 12. Jahrgangs haben in Poetry Slam Texten untersucht, wie Macht, Geschlecht und Alltagserfahrungen zusammenwirken und welche Formen von Ungleichheit sichtbar werden. Die Texte verbinden persönliche Beobachtungen mit politischer Kritik und zeigen, dass Gleichberechtigung nicht allein eine Frage des Gesetzes ist.
Lena richtet den Blick auf historische und aktuelle Vorstellungen von weiblichen Rollen und fragt, ob gesellschaftliche Entwicklungen wirklich zu mehr Freiheit geführt haben oder ob traditionelle Erwartungen unter neuen Vorzeichen wiederkehren. Ihr Text setzt bei der scheinbaren Wahlfreiheit an und prüft, ob Entscheidungen tatsächlich selbstbestimmt sind oder ob alte Muster nur in anderer Form weiterleben.
Sie nennt Beispiele aus Politik, Sprache und Alltag und macht sichtbar, dass Feminismus nicht gegen Männer gerichtet ist, sondern auf Gleichberechtigung und Selbstbestimmung aller Menschen zielt. Gleichzeitig verweist sie auf weltweite Situationen, in denen Frauen keine Wahl haben und in denen Bildung, Beruf und Selbstbestimmung bis heute eingeschränkt werden.





Damals Damals Damals
War doch alles besser
Nicht viel dies nicht viel das
Sondern eine klare Ordnung, klare Struktur,
Klare Erwartungen und klare Rollen
Seitdem hat sich doch viel getan oder
Viele Veränderung, viele Entwicklungen
In Form von Gesetzen
Gesellschaftlich gesehen
Was wollen wir denn mehr
Die Frage ist viel eher Lassen wir uns wieder zurückdrängen
Werden uns so viele Steine in den Weg gelegt das wir aufgeben
Haben wir es Satt uns immer beweisen zu müssen immer mehr geben zu müssen, um etwas erreichen zu können, um überhaupt eine Chance zu haben
Ist Mutter sein, zu Hause bleiben nicht einfacher für Leib und Seele, gemütlicher, besser
Aber es reicht einstecken zu müssen
Das kleinere Übel zu wählen, nur weil es einfacher ist
Denn Feminismus wird als Angriff gesehen
Wir Frauen wollen den Männern Rechte entziehen, die Rollen tauschen
Falsch ich zitiere: „[Feminismus ist der] Oberbegriff für verschiedene Strömungen, die sich für die Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Freiheit aller Geschlechter, v. a. von Frauen, und gegen Sexismus einsetzen“ so steht es im Duden
Also wenn man sich als Mann wirklich davon angegriffen fühlt, dann fällt mir nur eine logische Schlussfolgerung ein: Angst
Denn Frauen sind ein ernst zu nehmender Gegner, Partner auf Augenhöhe
Also die Angst sich nicht nur gegenüber Männern beweisen zu müssen kommt auf
Doch sind wir es nicht den Frauen schuldig, die immer noch keine Wahl haben
Keine Wahl ob Hausfrau, Mutter sein, die nicht gefragt werden, wo ein Dritter, ein Mann über die Frau bestimmt
Dort wo Zwangsheirat und Frühzeitige Unterbindung von Bildung noch Alltag sind
Geschweige denn Möglichkeit auf höhere Bildung
Wo Kinder ungefragt in Planung stehen
Sind wir es den Frauen nicht schuldig, keinen Rückschritt zu machen
Kein Rückschritt zur traditionellen Frauenrolle
Ist es nicht bedenklich, wenn es einen Begriff gibt der es bis ins Cambridge Dictionary schafft, „Tradwife“ also eine Traditionelle Frau, nichts Neues
Dargestellt wie eine Selbstverständlichkeit, wie das normalste der Welt, ja vielleicht früher mal oder immer noch
Eine Traumvorstellung für viele Republikaner bspw., kein Wunder das dieser Trend dort bisher am meisten Anklang gefunden hat
Doch riskieren wir dabei nicht, dass es dadurch wieder zur eine Selbstverständlichkeit und Erwartungshaltung an die Frau von heute, statt einer freiwilligen Option wird
Denn es gibt einen klaren Unterschied Hausfrau sein als weiteren Aspekt der Freiheit anzusehen, seinen freien Willen auszuleben
Genauso wie ich frei entscheiden kann keine Familie zu gründen und Karriere zu machen, kann eine andere Frau für sich entscheiden für ihre Kinder da zu sein und den Haushalt zu schmeißen
Entscheidend dabei bleibt der freie Wille, die Freiheit über sein eigenes Leben zu entscheiden das macht den Entscheidenden Unterschied zu früher
Keine dieser Entscheidungen ist verwerflich es gibt kein richtig oder falsch
Doch genau diese Freiheit selbstbestimmt zu leben fehlt noch an vielen Orten und in vielen Köpfen
Nicht nur das
Empathie ist ebenfalls eine Komponente, die uns häufig fehlt
Es könnte so einfach sein
Einst als selbstverständlich wahrgenommen
Doch schon keine Realität mehr
Wenn schon das einfache Zulächeln oder das freundliche Hallo fehlt, warum wundern wir uns überhaupt, das sich hier oben nichts ändert
Wir laufen verschlossen durch eine Welt, in der es doch vor bereichernden, offenen Menschen nur so wimmelt
Und doch bleibt alles wie gewohnt
Von wir Brauchen
Wir brauchen Geld
Wir brauchen starke Männer
Wir brauchen klare Rolle
Wir brauchen
Nein wir Fordern
Chancengleichheit
Geschlechter Gleichheit
Ist das denn so schwer
Tja angesichts der weltweite Lage
Offensichtlich Ja
Umso wichtiger nicht aufzuhören unsere Stimmen zu erheben
Und das bedeutet nicht das wir
Zu emotional
Zu dramatisch
Zu subjektiv
Reden, weil WIR Frauen sind
Nein wir wollen Anerkennung, ernst genommen werden aber nicht auf diese Art und Weise wie einem Machthaber applaudiert wird, wenn er mal wieder gegen Abtreibung hetzt
Wir wollen gehört werden, den Frauen eine Stimme schenken die vielleicht niemals eine Chance haben werden ihre zu erheben
