Andere Ländern, andere Sitten: Das Weihnachtsfest weltweit

Das Weihnachtsfest steht schon so gut wie vor der Tür, alle Geschenke wurden hoffentlich schon besorgt, sowie Essen für den Festschmaus eingekauft. Wie bei uns in Deutschland Weihnachten gefeiert wird, ist uns allbekannt. Aber wie wird das Weihnachtsfest in anderen Ländern begangen? Wie z.B Boże Narodzenie, Baba Din und Jul gefeiert werden, sehen wir uns mal genauer an:

Frankreich: Wer in Frankreich Weihnachten feiert, auch „Le Reveillon“ genannt, wird gleich zwei Mal beschenkt. Am 24. Dezember werden – wer hätte es anders erwartet- Delikatessen, wie Austern, Hummer, Schnecken, und Truthähne aufgetischt. Gegen Mitternacht besucht die Familie die Nachtmesse, während Père Noël in die Häuser schleicht und kleine Geschenke in Schuhen versteckt. Der Weihnachtsmann hat wie üblich keinen Sack dabei, sondern trägt – ähnlich, wie bei der Weinerte – einen Korb auf dem Rücken. Am 25. Dezember kommt er nochmal wieder und erst dann findet die richtige Bescherung statt.

Brasilien: In Brasilien werden nicht nur Tannen, sondern auch Palmen, Mangobäume oder Bananenstauden geschmückt. Deutsche Einwanderer haben den traditionellen Schmuck, den Glauben an den Weihnachtsmann, sowie die Bescherung nach Brasilien gebracht. Das festliche Mahl wird gegen Mitternacht bei angenehmen, sommerlichen Temperaturen im Familienkreis begangen. Zum Essen gibt es gebratenen Truthahn, der mit Ananas oder Kastanien gefüllt wird. Ansonsten landen auch Fisch, Datteln oder Feigen bei vielen Brasilianern auf dem Tisch. Zum Trinken gibt es meist neben Wein und Champagner auch kühles Bier. Um Mitternacht kann man an vielen Orten, Feuerwerke bestaunen. Dann wird – nicht selten bis zum nächsten Morgen- getanzt und gesungen.

 

 

 

 

Polen: Ab dem ersten Advent beginnt in Polen die Fastenzeit. Am Heiligabend wird diese mit einem Festmal, bestehend aus 12 Gerichten (in Erinnerung an die 12 Apostel), abgeschlossen. Vor dem Essen teilt man mit jedem eine Oblate, die meisten mit schönen Bildern bedruckt ist, und wünscht „Frohe Weihnachten“. Nachdem der erste Stern am Himmel gesichtet wurde, fängt man an zu essen. Es wird immer zusätzlich für eine Person mehr gedeckt, falls unerwartet ein Gast dazustößt. Meistens gibt es Fisch und Gemüse – Fleisch wird nie serviert. Danach werden die Geschenke ausgepackt und Lieder gesungen.

 

 

 

Australien: In Australien fällt Weihnachten mitten in den Hochsommer. Auf den Straßen sieht man schwitzende Santa Clauses, naschende Kinder und es läuft überall weihnachtliche Musik. Er flitzt in roten Boxershorts auf Wasserskiern an und fliegt per Helikopter in entfernte Orte. Der Weihnachtstruthahn wird am liebsten am Strand bei etwa 30 Grad beim Picknick verzehrt. Das Motto der Weihnachten in Australien lautet dennoch genau wie bei uns „Weiße Weihnacht“, wobei hier nicht der Schnee gemeint ist, sondern die weißen Strände. Wie in England und den USA findet die Bescherung in Australien am Morgen des 25.12. statt.

Ghana: Die Adventszeit wird in dem westafrikanischen Land genutzt, um Verwandte zu besuchen. Da die wenigsten Familien ein Auto besitzen, müssen sie zu Fuß aufbrechen, um ihre Familienmitglieder zu sehen. Das kann manchmal sogar Tage dauern. Weihnachten wird in Ghana am 25. und 26. Dezember gefeiert. Am 25. Dezember geht die Familie in die Kirche – die Messe kann dort mehrere Stunden dauern: Es wird gesungen, getanzt und manchmal wird sogar ein Theaterstück aufgeführt. Auch in Ghana gibt es ein Festmahl – viele arme Familien, die das ganze Jahr über sparen müssen, bereiten an diesem besonderen Tag ein Festmahl zu. Es gibt Reis, Ziegen- oder Hühnerfleisch und viel Obst. Am 26. Dezember findet dann die Bescherung statt und den Kindern wird eine Kleinigkeit zum Spielen oder zum Anziehen geschenkt. Oft werden auch Feuerwerke veranstaltet.

Schweden: Weihnachten ist in Schweden der wichtigste und längste Feiertag. Immer am 13. Dezember in jedem Jahr wird das Luciafest gefeiert. Die Lucia und die Begleiter kleiden sich traditionell. Sie trägt ein weißes langes Kleid, ein rotes Seidenband um die Taille und eine Krone mit Kerzen auf dem Kopf. Ihr folgen die Diener, die Sternenjungen. Sie machen sich auf, die Familie zu wecken. Nach dem Gesang serviert die Lucia traditionell ein Frühstück mit Sarfranbrot, Pfefferkuchen und Glögg (schwedischer Glühwein, serviert mit Mandeln und Beeren). Mit dem Ersten Advent beginnt die Weihnachtszeit in Schweden. Der schwedische Weihnachtsmann bringt die Geschenke am 24. Dezember und daher wird dieser Tag in Schweden besonders gefeiert. Der Weihnachtstisch ist gedeckt mit mariniertem Hering, Kartoffeln, Fleischklößchen, verschiedener Wurst, Rotkohl, Rippchen, Schweinesülze, Reispudding (saffranskakor), Käse und Brot. Dazu serviert man Bier, Julmust (Kräuterlimonade) und Schnaps.

Indien: Obwohl nur ein kleiner Teil der indischen Bevölkerung dem christlichen Glauben zugewandt ist, ist Weihnachten „Baba Din“ (Großer Tag) genannt, ein Feiertag. Mit der nächtlichen Weihnachtsmesse wird das Fest eingeleitet. Danach wird gegessen. Besonders typisch sind vor allem Curryreis mit Gemüse und Fleisch, die meistens in Tontöpfen serviert werden. Anschließend folgt die Bescherung. Das Familienoberhaupt bekommt als Erster sein Geschenk und zwar eine Zitrone. Sie symbolisiert die Verehrung des Beschenkten. Zusätzlich soll sie Glück und Frieden der gesamten Familie schenken. Unterm Tannenbaum wird man nicht fündig, wenn man seine Geschenke sucht, denn hier hängen sie am Bananenstrauch.

Japan: In Japan ist Weihnachten kein offizieller Feiertag und man muss am 24. Dezember ganz normal zur Arbeit oder zur Schule gehen, da nur wenige Menschen dem Christentum angehören. Doch mittlerweile sind die weihnachtlichen Bräuche aus dem Westen übernommen worden. Zu Weihnachten werden viele Häuser geschmückt und selbst der Weihnachtsmann hat seinen Weg nach Japan gefunden. Weihnachten gilt in Japan zwar auch als ein „Fest der Liebe„, aber wird etwas anders zelebriert. Denn Weihnachten ist in Japan mehr ein Fest für Paare oder für Singles, die an diesem Tag die Gelegenheit haben, sich kennenzulernen. Statt den Tag mit der Familie zu verbringen, geht man auf Partys und amüsiert sich. Zu Weihnachten gibt es oft eine Geburtstagstorte, die anlässlich der Geburt des Christkindes gegessen wird.

 

 

 

 

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