Interview mit Marcus Griese: „Das Korrigieren von Klausuren finde ich nervig“

Ein Interview von Mira und Laurenz.

Hallo Marcus,

Danke, dass du dir die Zeit für uns genommen hast! Welche Fächer unterrichtest du denn?

Englisch und Politik/Wirtschaft, aber in der Unterstufe unterrichte ich Gesellschaftslehre.

Wieso wolltest du genau diese Fächer unterrichten?

Englisch hat mir in der Schule schon großen Spaß gemacht, weil wir eine ganz tolle Englischlehrerin hatten, die mit uns viel diskutiert hat. Politisch interessiert war ich eigentlich schon immer. Der Politikunterricht an meiner Schule war jedoch sehr schlecht. Das war dann auch der ausschlaggebende Punkt, weshalb ich Politik studiert habe: Ich wollte es einfach besser machen!

Was ist das Schönste an deinem Beruf?

Mir macht es einfach Spaß, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten und ihnen etwas mit auf den Weg zu geben. Ich finde es auch total interessant zu sehen, wie sich die Kinder von kleinen Fünftklässlern bis hin zu jungen Erwachsenen entwickeln.

Was gefällt dir nicht so gut an deinem Beruf?

Das Korrigieren von Klausuren finde ich nervig. Das ist gerade in den Fächern, die ich unterrichte ziemlich umfangreich. Das habe ich damals, als ich die Fächer gewählt habe, nicht bedacht. Ansonsten bin ich aber ziemlich glücklich mit dem Beruf, ich wüsste auch nicht, was ich sonst machen sollte.

Was hältst du vom Schulsystem der IGS?

Ich finde das die IGS eine Schulform ist, die Kindern und Jugendlichen länger Zeit gibt, sich zu entwickeln. Das ist wichtig, da eben nicht alle Kinder gleich sind. Manche arbeiten schnell, andere wiederum langsamer, manche gehen glücklich durch das Leben und andere tragen wiederum viele Pakete mit sich herum.

Wie findest du es, dass wir die Lehrer duzen dürfen?

Das finde ich super toll !

Früher habe ich das jedoch komplett anders gesehen. Ich dachte, dass durch das Duzen der Respekt und die Distanz zu den Schülern verloren ginge.

In einer Diskussion mit meiner damaligen Vermieterin über das Thema ist mir jedoch klar geworden, dass Respekt und eine gute Schüler-Lehrer Beziehung über das Verhalten und die Art wie man miteinander arbeitet kommt.

Mittlerweile finde ich es sogar anstrengend zu siezen. Für mich ist das „Du“ inzwischen einfach vertraut.

Würdest du manche deiner Kollegen als Freunde bezeichnen und wenn ja, welche?

Ja, natürlich. Zum Beispiel würde ich Wiebke als gute Freundin bezeichnen. Wir kennen uns schon, seitdem ich hier eingestellt wurde und wir treffen uns sogar privat. Wir haben Kinder gleichen Alter und unternehmen viel gemeinsam. Ansonsten pflege ich ein kollegiales und freundschaftliches Verhältnis mit den Lehrern, mit denen ich eng zusammenarbeite. Dabei ist es natürlich auch immer eine Frage, wie man eine Freundschaft definiert.

Was ist für dich eine Freundschaft?

Für mich ist eine Freundschaft, wenn man das Leben des anderen wirklich kennt.

Sonst sind es eben eher gute Kumpels und Kollegen. Und da gibt es schon einige.

Was machst du denn generell in deiner Freizeit? 

Momentan habe ich nicht so viel Freizeit. Wir haben 2 kleine Kinder, die mich ganz schön einspannen. Die Zeit mit den Kindern ist zwar schön und intensiv, aber Freizeit ist das eher nicht. 

Freizeit ist, wenn ich Zeit für mich habe. Wenn ich wirklich nur Zeit für mich habe, dann mache ich Musik. Wie ihr wisst, spiele ich Schlagzeug. Einmal in der Woche mache ich  mit anderen Musik. Das ist mir wichtig und das mache ich auch schon lange. Ansonsten beschäftige ich mich mit Holzverarbeitung in meiner Tischlerwerkstatt im Keller. Dort baue ich meine eigenen Möbel. Ich kaufe keine mehr! 

Außerdem haben wir einen recht großen Garten, in dem wir viel Zeit verbringen. Das ist ein Beispiel für Freizeit mit der ganzen Familie. 

Unsere letzte Frage: Was willst du uns Schülern mit auf den Weg geben? 

Wichtig ist, dass man mit offenen Augen durch die Welt geht. Außer sollte man sich immer die Frage stellen: Wie geht es anderen mit dem, was ich tue und den Entscheidungen die ich treffe? Außerdem solltet ihr Folgendes im Kopf behalten:

Klar kann man als Einzelner die Welt nicht verändern, aber zumindest einen Schritt in die richtige Richtung gehen. Ich finde, dass man bewusst konsumieren sollte und auch mit anderen Menschen darüber sprechen sollte.

Und: Seid freundlich zu euren Mitmenschen! Das ist wichtig!