Christoph Sacher über die Optik der IGS Roderbruch, seinen Weg zum Sekundarstufenleiter und sein Privatleben.

Wir interviewen heute…

„…Christoph Sacher. Ich bin 49, seit 2007 an der IGS Roderbruch und unterrichte Mathe und Physik.“

Kommen wir erstmal zu Deiner Zeit als Schüler. Wie waren deine schulischen Leistungen damals?

„Oberes Mittelfeld würd‘ ich sagen. In gewissen Bereichen war ich mittelmäßig, wie zum Beispiel in den Fremdsprachen. Im naturwissenschaftlichen Bereich war ich ganz ordentlich und auch in den gesellschaftlichen Fächern war ich gut. Wobei ich natürlich auch kein Überflieger war. Ich hatte dann letztendlich ein Abitur im Zweier Bereich.“

Wie hast Du Dich im Vergleich zu Deiner Jugend verändert?

„Das ist eine schwierige Frage. In einigen Aspekten bin ich tatsächlich noch so wie früher. Dazu zählt zum Beispiel der Musikgeschmack. Der ist immer noch so wie früher, wobei er doch ein wenig flexibler ist als damals. Natürlich verändert man sich dahingehend, dass man mehr Verantwortung hat, man hat ja auch Familie und selber Kinder. Da kann man nicht mehr machen, was man will und früher als Jugendlicher hat man ja doch erstmal geguckt, dass es einem selber gut geht und man eine gute Zeit hat. Was sich auch nicht geändert hat ist, dass ich immer noch ein relativ zuverlässiger Typ bin und das war ich auch früher schon. Insgesamt verändert man sich natürlich, aber ich fühle mich noch recht fit.“

Welche Hobbys hattest Du damals und hast Du heute?

„Tatsächlich habe ich Musik gemacht, also Rockmusik bis hin zu Punk und Heavy-Metal, also sehr Gitarren orientiert. Das ist auch so die Musik, die ich noch heute höre. Ich habe auch in Bands gespielt, was ich jetzt leider schon seit knapp 20 Jahren nicht mehr mache. Fußball habe ich auch gespielt, aber nicht besonders gut. Ich spiele auch immer noch Fußball, immer noch im Verein, aber immer noch nicht besonders gut. Sport mache ich generell gerne, aber eher als Zeitvertreib und nicht leistungsorientiert. Ich gehe immer noch gerne auf Konzerte und habe auch mit Golf angefangen.

Hat Dir die Schulzeit Spaß gemacht? Und warum?

Ja, ich bin gerne zur Schule gegangen und ich war auch auf einer Schule, die es einem leicht gemacht hat, gerne hinzugehen. 

Auf welcher Schule warst Du?

Das war auf der KGS [kooperative Gesamtschule] in Neustadt am Rübenberge.

Wir kommen jetzt nochmal auf Deinen Beruf als Lehrer und als Leiter der Sekundarstufe II zu sprechen. Als Erstes würde uns interessieren, ob du schon immer Lehrer werden wolltest oder was deine Berufswünsche waren?

„Mir ging es wie vielen Jugendlich damals und heute, dass ich nach dem Abitur relativ desorientiert war und nicht so genau wusste, was ich machen soll. Ich haben dann erstmal ein Ingenieursstudium angefangen und auch zu Ende gebracht, also ich bin eigentlich Diplom-Ingenieur. Ich habe dann nach dem Studium angefangen, in verschiedenen Bildungseinrichtungen zu arbeiten. Dann hat sich immer weiter rauskristallisiert, dass das das ist, was ich wirklich machen wollte und ich bin dann als Quereinsteiger in den Schuldienst gegangen.“

Wie bist Du Sekundarstufenleiter geworden? Welche Voraussetzungen muss man haben?

„Man trägt ja für den Bereich die Gesamtverantwortung und man muss immer ansprechbar sein. Außerdem muss man flexibel und zuverlässig sein. Organisation ist auch ein wichtiger Aspekt und hinzukommt ja auch, dass man seinen eigenen Unterricht managen muss. Es verbindet den Lehrerberuf mit der Organisation oder Leitung und das ist sehr interessant, da es sehr umfangreich ist.“

Und wie kam es dann dazu, dass Du den Job bekommen hast?

„2009, also zwei Jahre nachdem ich auf die Schule kam, wurde ich von dem damaligen Sek. II-Leiter gefragt, ob ich es mir vorstellen könne, hier vorne in der Sek. II-Leitung mitzuarbeiten. Dann wurde ich von einem Kollegen, der mittlerweile pensioniert ist, eingearbeitet. Dann hat sich das so entwickelt. Ich wurde dann Koordinator und als die Stelle frei wurde, habe ich mich darauf beworben und die Stelle auch bekommen.“

Wie groß ist Dein Einfluss auf schulinterne Regelungen, wie zum Beispiel das Handyverbot?

„Das ist schwer zu verifizieren, also natürlich habe ich einen Einfluss. Solche Regelungen werden von der Schulleitung beschlossen. Wie groß der Einfluss im Detail ist, kann ich nicht sagen. In der Schulleitung sind wir zu sechst und da hat jeder eine Stimme, aber doch einen Einfluss habe ich. 

Die IGS Roderbruch zeichnet sich durch ihr größtenteils gelbes Erscheinungsbild mit grauen und roten Akzenten aus. Was würdest Du gerne an der Schule optisch verändern?

„Als erstes hätte ich gerne, dass es nicht mehr reinregnet, aber das ist natürlich nicht optisch. Das finde ich aber ganz schlimm, dass man in einem Gebäude arbeitet, in das es bei zu starkem Regen reinregnet. Ich würde es gut finden, wenn wir eine  zuverlässige technische Ausstattung hätten. Das Gelb ist Geschmacksache, aber ich finde das Gebäude angenehm, da wir große Freiflächen [unbebaute Flächen] haben, was die neu gebaute Schulen oft nicht haben, da ist alles viel enger. Das Gebäude ist halt so alt wie es ist und das sieht man ihm auch an, weswegen eine grundlegende Sanierung ganz gut wär.“

Bevorzugst Du G8 oder G9 [Abitur nach 12 oder 13 Jahren]? Und warum? 

„G9, weil ich glaube, dass Kinder und Jugendliche Zeit brauchen, um sich zu entwickeln und das im G8 für viele zu viel Input in zu kurzer Zeit ist. Manche schaffen das gut, deswegen gibt es ja die Möglichkeit, eine Klasse zu überspringen und sein eigenes G8 zu machen. Ich wäre nach dem Abi noch nicht so weit gewesen, wenn ich nur 12 Jahre gemacht hätte und das ginge wahrscheinlich den meisten Schülern so.“

Abschließend noch einige Fragen zum deinem Privatleben. Reist Du prinzipiell gerne? Und wenn ja, wohin?

„Ich reise sowohl im Sommer, als auch im Winter sehr gerne nach Österreich, da es ein sehr schönes Land ist. Es bietet Berge und Seen. Wir fliegen aber auch relativ viel weg, was auch daran liegt, dass meine Frau bei der Lufthansa arbeitet und Flugbegleiterin ist. Am besten gefällt mir Österreich und Südafrika. Da waren wir letztes Jahr mit der Familie und es war sehr schön.“

Du erwähntest gerade, dass deine Frau Flugbegleiterin ist. Siehst Du sie privat überhaupt oft genug, um Zeit mit ihr zu verbringen?

„Das geht, denn sie fliegt nur Teilzeit. Außerdem haben wir ja beide nicht so einen Nine-to-five-Beruf, also ein Großteil meiner Arbeit findet zuhause statt und da sieht man sich ja auch. Sie ist natürlich viel weg, manchmal auch fünf Tage am Stück, aber wenn sie da ist, ist sie komplett da und hat komplett frei.“

Was sind Deine nächsten Reiseziele und warum? 

„Das nächste Reiseziel ist noch nicht ganz klar. Wir überlegen, ob wir nach Thailand [Südostasien] fliegen, weil das nochmal eine ganz andere Kultur ist, ganz anders als Südafrika oder Südamerika.“

Was hast du für spezielle Ziele, die du noch erreichen willst? 

„Ich bin eher ein kurzfristig denkender Mensch, zumindest was die Ziele angeht. Ich möchte erstmal gesund bleiben und dass die Schule weiter gut läuft. Der Rest kommt dann noch.“

Was möchtest Du den Schülern und Lehrern gerne mit auf den weiteren Weg geben? 

„Den Schülern sage ich immer: „Macht das, wozu Ihr Lust habt!“. Damit meine ich aber nicht den ganzen Tag feiern, sondern perspektivisch, was man später anwenden kann. Ich würde niemals sagen, ihr müsst gut in Mathe sein. Ich würde empfehlen, das zu machen, was ihr gut könnt. Den Kollegen würde ich sagen, dass ich hoffe, dass sie so viel Spaß am Beruf wie ich haben, denn Spaß macht vieles leichter.“

Ein Gespräch von Lukas und Deniz.