Melanie List: Berlin und Design als Kunst

Ein Interview von Josy und Pauline mit Melanie List, die seit 6 Jahren Lehrerin an der IGS Roderbruch ist.

Wie alt bist du?

Ich bin 38 Jahre alt. 

Wo und was hast du studiert? 

In Berlin habe ich von 2000 bis 2006 Kunst und Deutsch studiert.  

Wolltest du schon immer Lehrerin werden? 

Überhaupt nicht! Nie und nimmer wollte ich Lehrerin sein. Ich hatte selbst ganz furchtbare Pädagogen als Lehrer, die oft demotivierend waren und kaum als Vorbild taugten bzw. Feuer in unseren jungen Köpfen entfachten. Meine Deutschlehrerin hat in der 12. Klasse zu mir gesagt: „Melanie, dein Kopf ist nicht dazu da, um eine gute Frisur zu tragen.“ Es ist mir schleierhaft, wie man so etwas zu jemandem kurz vorm Abitur sagen kann. Oder überhaupt! 

Ich bin nach der Schule dann nach Berlin gezogen und habe nach dem Studium beim Radio gearbeitet und dann in einer Werbeagentur. Ich hatte viel mit Texten zu tun – das habe ich geliebt!

Als ich im Jahr 2008 nach Hannover zog, war ich wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität. Ich war Anfang 30 und fragte mich nach einigen Jahren, ob ich hier den Rest meines Berufslebens sein will. Wollte ich nicht! Ich wollte mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und endlich wieder etwas mit meinen ursprünglich studierten Fächern zu tun haben. Also habe ich den Weg an die Schule gewählt – und das war die allerbeste Entscheidung! 

Hast du dir deinen Beruf so vorgestellt?

Es ist noch viel besser, als ich es mir vor dem Referendariat vorstellte.

Welche Fächer unterrichtest du?

Im Bundesrat mit Malu Dreyer

Deutsch, Kunst und Medienbildung. 

Unterrichtest du lieber in der SEK I oder SEK II

Beides!

Denkst du dass du eine gute Lehrerin bist und was macht das für dich aus?

Ich hoffe es!

Souveränität, Wissen und Leidenschaft für das eigene Fach. Gerechtigkeit. Grenzen, die den Schülern bewusst sind. Gute Nerven. Wenig Hysterie.

Wie würdest du deinen Umgang mit den Schülern beschreiben? 

Auf Augenhöhe und versucht, auch Kompetenzen zu vermitteln, die nicht ausschließlich auf den Unterricht bezogen sind. Ich hoffe, dass die Schüler einige Dinge, die sie bei mir gelernt haben, auch über die Schule hinaus nutzen können.

Hast du noch andere Berufswünsche oder würdest du deinen Beruf wechseln?

 NÖ!

Hast du Kinder?

Ich habe drei fantastische Kinder, sie sind 11, 3 und 1 Jahr alt. 

Was machst du in deiner Freizeit?

Davon habe ich gerade nicht sehr viel: wenn ich nach Hause komme, sind da sofort die drei Kleinen, um die mich dann kümmere. Ansonsten lese ich gern, treffe meine Freunde und mache selbst gern Kunst. 

Welches Buch hat dich am meisten beschäftigt:

Schmetterling und Taucherglocke von Jean-Dominique Bauby

Ein autobiografisches Werk eines französischen Journalisten, der durch einen Gehirnschlag komplett gelähmt ist.  Mit dem Blinzeln seines linken Augenlids diktiert er das Buch.  Anfangs will Jean-Dominique nur sterben, dann beginnt er, über sein Leben nachzudenken und seine Umgebung zu beobachten. Die Gedanken sind ernst, weise, humorvoll, sarkastisch. Im Buch sind bewegende Gleichnisse für das Leben, die sich wie ein Gedicht lesen.

Bist du ein Serien- oder ein Filmetyp?

Ich finde Dokumentationen super und wenn ich etwas Zeit habe, dann gucke ich sie gern. Serien mag ich auch, toll fand ich The end of the f*** world, Tote Mädchen lügen nicht und Abstrakt – Design als Kunst.

Wenn du einen Wunsch frei hättest, welcher wäre es? 

Dass meine Familie und unsere Freunde glücklich und gesund sehr sehr sehr alt werden. 

Was würdest du mit 1 Millionen Euro tun?

Ich würde den Großteil spenden (Naturschutz, politische Bildung und Kinderhilfe) und vom Rest ein Jahr Auszeit und eine Weltreise mit meiner Familie machen. 

In welche Länder bist du schon gereist und in welchem Land würdest du gern leben?

Ich war in Dänemark, Spanien, Italien, Frankreich, Österreich, Schweiz, Tschechien, Polen, Holland, Griechenland und Mexiko.

Leben würde ich gern kurz für eine begrenzte Zeit in Kopenhagen oder Amsterdam – wie gut hier alles aussieht! Das Design ist einfach inspirierend.  

Lieblingslied oder ein Lied, das dich inspiriert:

Fremde. Max Herre und Sophie Hunger.

Wie lautet dein Lebensmotto?

Hab keine Angst.

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