Alexandra Kröber: wo gehts denn lang zum Fernsehen?

Alexandra Kröber moderiert seit 2016 das 3sat-Wissenschaftsmagazin nano.

Warum eine studierte Germanistin wissen möchte, was die Welt im Innersten zusammenhält und des Pudels Kern nicht aus den Augen lässt (ohhh! Goethe!) erzählt sie uns im Interview. 

Alexandra, bitte erzähl von dir! Wo kommst du her, was waren deine Stationen?

Mit dem Mecklenburger Abitur in der Tasche bin ich zurück in meinen Geburtsort Berlin, um dort „brotlose Kunst“ zu studieren: Germanistik, Kunstgeschichte und Sozialpädagogik. Da habe ich mich irgendwie bis zum summa cum laude durchgeboxt. 

Und das, obwohl ich in meiner Magisterarbeit wenig löbliche Worte für die femme fatale, das Männerhirngespinst um 1900, gefunden hatte. Da femme fatale nicht zum Beruf taugt, der Klassiker: „irgendwas mit Medien.“

Mit einem Volontariat wollte es nicht so recht klappen, also auch hier der Klassiker: „Quereinstieg“:  habe in ein paar Fernsehredaktionen hospitiert, Journalistenseminare belegt und mich dann  vor die Kamera geschummelt.

So reibungslos, wie das hier klingt, war´s dann aber nicht. Das war ein langer, immer wieder spannender, aber mitunter auch zäher Prozess.

Wie bist du Moderatorin eines Wissenschaftsmagazins geworden?
Durch jede Menge Zufallsglück. Und Menschen, die mich unterstützt haben.
Mir schwebte eigentlich vor, in Richtung Kultur/Feuilleton zu gehen.
Aber das Leben hatte anderes mit mir vor: so war ich erstmal Reporterin im Privatfernsehen. Bin in die entlegensten Winkel gereist, habe viel Kurioses gesehen und gemacht: Alphorn blasen gelernt, Dorsche auf hoher See gefangen, trotz Höhenangst Berge hoch und runter gekraxelt. Und dann kam wie aus dem Nichts eine Einladung zu einem Moderatoren-Casting für die „nano“-Rubrik „wie jetzt!?“.
Da habe ich mich heftig um Kopf und Kragen geredet – und es hat trotzdem geklappt. Zwei Castings und viele Gespräche später stand ich das erste Mal im nano-Studio. Das war eine gute Mischung aus Fügung, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und auf Menschen zu treffen, die sich für mich ins Zeug gelegt haben.
Warum macht dich dein Beruf glücklich?
Weil er mich jeden Tag heraus fordert, ich jeden Tag lerne. Niemals eintönige Routine droht. Ich habe so oft „Aha-Momente“, denn ich komme immer wieder auch mit Themen in Berührung, die meine Lebenswelt bisher nicht betroffen haben. Lernen heißt für mich auch: immer wieder an seinem eigenen Weltbild zu rütteln, im Kopf beweglich zu bleiben, sich die Fähigkeit des Staunens zu bewahren.
Jeden Abend nehme ich ein neues Puzzleteil mit nach Hause.Das ist ein sehr beseelendes Gefühl, dieses Faustsche Streben, zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Und ich mag die Vorstellung, Andere zu erreichen. Anzuregen. Vielleicht auch mal aufzuregen. Denn unsere Beiträge informieren nicht nur, sondern sind auch Angebote, sich kritisch mit sich und seiner Umwelt auseinander zu setzen. nano ist  kein Bügel-Fernsehen. Unsere Redaktion reagiert auf die Wirklichkeit. Ohne oberlehrerhaft oder meinungsmachend daher zu kommen. Das alles mitzugestalten – das macht unglaublich viel Spaß!
Und wenn im Studio die absolute Stille einsetzt und das Rotlicht aufblinkt, ist das immer noch ein prickelnder Moment.
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