Mitgestalten anstatt rumzumeckern

Jetzt gibt es im Bildungsausschuss der Stadt auch wieder Schülervertreter.  

Lange waren die Stühle der Schülervertreter im Bildungsausschuss der Stadt leer. Jetzt sind sie wieder besetzt. Auch weil der neue Ausschussvorsitzende Adam Wolf (Piratenpartei) meinte, es könne doch nicht sein, dass in einem Gremium, in dem es hauptsächlich um Schüler gehe, zwar Politiker, Eltern und Lehrer mit am Tisch sitzen, aber keine Jugendlichen. Der Stadtschülerrat, aber auch Schulen wurden angeschrieben mit der Bitte, ob sich nicht doch Ehrenamtliche für den Bildungsausschuss finden ließen. Die Suche zog sich über mehrere Monate, das bürokratische Verfahren auch. Zu einem Info-Treffen für interessierte Schüler kam nur einer: Hugo Meinhof.

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Der 15-Jährige von der Humboldtschule wurde denn auch als erster Vertreter vom Stadtschülerrat benannt. Mittlerweile hat er jetzt vier Ausschusssitzungen hinter sich. Seine Zwischenbilanz ist positiv: „Die Stimme der Schüler wird gehört, wenn sie ihre Rechte wahrnehmen.“

Mitgestalten anstatt rumzumeckern,

ist seine Devise. „Wenn ich etwas doof finde, wird es nicht davon besser, dass ich mich darüber beschwere, man muss selbst etwas verändern.“

Bereits als Siebtklässer ließ er sich in die Schülervertretung wählen, als Neuntklässer wurde er Schülersprecher. Er würde es auch gern weitermachen, genauso wie seine Ko-Sprecherin. „Kontinuität ist wichtig“, findet er. Oftmals seien Elft- oder Zwölftklässler Schülersprecher, die dann bald Abitur machten und die Schule verließen.

Ob Hilfsprogramme für die Brennpunktgrundschule Mühlenberg oder die Evaluation des Mittagessens in den Schulen – die Themen im Bildungsausschuss findet Hugo spannend. „Den Fragebogen zum Mensaessen habe ich selbst mitausgefüllt“, sagt er, „gut, wenn man auch das Ergebnis erfährt.“ Auch wenn er nicht jede Frage zielführend fand. Zum Beispiel die nach dem kindgerechten Essen. „Was ist das?“, fragte der 15-Jährige in der Sitzung. „Etwas, was Kinder gerne mögen wie Pommes, oder etwas besonders Gesundes mit viel Gemüse?“ Eine Antwort blieb die Stadtverwaltung damals schuldig. Das sei wohl Interpretationssache. Formal und bürokratisch kompliziert könne es im Ausschuss auch mitunter werden, aber da seien alle Ausschussmitglieder sehr hilfsbereit.

Ab nächster Woche bekommt Hugo, der in seiner Freizeit Judo und Wing Tsun macht und Informatik mag, Verstärkung: Zweiter Schülervertreter ist Connor Brockhausen von der Integrierten Gesamtschule Roderbruch.